Creative Aurvana ANC

© Gregor Gruber

Creative Aurvana ANC: Leichtgewicht mit Noise Cancelling
07/22/2016

Creative Aurvana ANC: Leichtgewicht mit Noise Cancelling

Die Over-Ear-Kopfhörer Aurvana ANC sind für User gedacht, die viel unterwegs sind. Sie punkten mit einem guten Tragekomfort und einer aktiven Geräuschunterdrückung.

von Gregor Gruber

Rechtzeitig zur Reisezeit versucht sich Creative mit den Aurvana ANC (130 Euro UVP) an Kopfhörern mit aktiver Geräuschunterdrückung. Im Gegensatz zu vielen anderen Herstellern, die in ihre teuren Noise-Cancelling-Modelle möglichst viele Features verbauen, sind die Aurvana ANC auf das Wesentliche reduziert.

Mit 170 Gramm inklusive der eingelegten Batterie sind sie leicht ausgefallen. Der Bügel ist ungewöhnlich breit ausgelegt. In Kombination mit dem geringen Gewicht sorgt dies für einen hohen Tragekomfort, auch wenn die Hörer mehrere Stunden am Kopf sind. Lediglich bei hohen Temperaturen sind die Aurvana ANC suboptimal. Unter den Kunstlederpolstern wird es schnell warm um die Ohren.

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Viel Plastik

Das leichte Gewicht wird durch einen hohen Plastikanteil erkauft. Dieser fällt erst bei näherer Betrachtung auf, weil die Außenseiten geschickt durch blauen Lack mit Metallic-Effekt und Chrom getarnt sind. Da das Chrom in die Richtung „Grau glänzend“ anstatt „bemaltes Blingbling-Plastik“ geht, sieht es sogar akzeptabel aus. Allerdings sind Fingerabdrücke darauf sehr deutlich sichtbar.

Trotz des hohen Plastikanteils knirschen die Aurvana ANC kaum. Auch die Größenverstellung wirkt robust. Das 3,5mm-Klinkenkabel ist geflochten, was die Chancen eines Kabelbruchs reduziert. Das 1,5m lange Kabel ist austauschbar, falls es dennoch einmal zu Bruch gehen sollte oder ein längeres Kabel benötigt wird.

Transport

Die Ohrenteile können um 90 Grad gedreht werden, damit sich die Kopfhörer besser verstauen lassen. Allerdings wäre es besser gewesen, wenn sich die Hörer nicht nach innen, sondern nach außen drehen würden, damit die Polsterung am Schlüsselbein aufliegt, wenn die Aurvana ANC abgenommen und um den Hals getragen werden.

Trotz drehbarer Hörer sind die Aurvana ANC immer noch groß, was an dem breiten Bügel liegt. Deshalb ist auch die mitgelieferte Tragetasche ungewöhnlich groß für diese eher schlanken Over-Ear-Kopfhörern ausgefallen.

In der Tragetasche ist noch ein Extra-Täschchen mit Reißverschluss. Darin werden der mitgelieferte Flugzeug-Adapter oder Ersatzbatterien verstaut. Das Täschchen ist per Klettverschluss im Inneren befestigt und kann entfernt werden, falls es nicht benötigt wird.

Features

Die Aurvana ANC haben kein Bluetooth, kein NFC, kein Pass-Through und keine Soundprofile. Nicht einmal die Lautstärke lässt sich regeln. Es gibt zwar eine Fernbedienung am Kabel mit Mikrofon, die Taste darauf ist aber lediglich zum Abheben und Auflegen, bzw. zum Pausieren bei der Musikwiedergabe. Drückt man schnell zweimal die Taste, wird zum nächsten Song gewechselt, dreimaliges Drücken springt zum vorigen Song.

Die aktive Geräuschunterdrückung wird durch einen Schieberegler an der linken Seite aktiviert. Beim Verstauen nach dem Gebrauch sollte man darauf achten, dass die Geräuschunterdrückung wieder ausgeschaltet wird, da sonst konstant Strom verbraucht wird.

Die Stromversorgung erfolgt über eine AAA-Batterie, die unkompliziert eingelegt wird. Laut Creative kann die aktive Geräuschunterdrückung damit bis zu 40 Stunden verwendet werden. Ist die Batterie leer, lassen sich die Kopfhörer ganz normal weiterverwenden – nur eben ohne Noise Cancelling.

Geräuschunterdrückung

Die Geräuschunterdrückung ist nicht ganz so effektiv wie bei aktuellen Bose-Kopfhörern, verrichtet aber ihren Dienst. Dumpfe Flugzeugturbinen werden leiser, etwas hochfrequenter und verschwinden dadurch eher im Hintergrund der Audiowiedergabe. Auch ohne Audiowiedergabe ist der Flugzeuglärm mit der aktiven Geräuschunterdrückung definitiv erträglicher.

Der Büro- und Alltagslärm in den Öffis wird nicht ganz so effektiv geblockt. Das liegt auch daran, dass die passive Dämpfung der Aurvana ANC weniger stark als bei anderen Reisekopfhörern ist. Dadurch dringt auch viel Sound nach außen, was eher unangenehm für die Arbeitskollegen oder die Mitfahrgäste ist – besonders wenn man etwas lauter aufdreht, um Störgeräusche akustisch für sich selbst auszublenden.

Bei Telefongesprächen mit den Kopfhörern ist es ab einer gewissen Lautstärke für Außenstehende sogar einfacher den Gesprächspartner zu belauschen, als wenn nur das Smartphone ans Ohr gehalten wird. Immerhin: Das Mikrofon überträgt die Stimme recht gut.

Tonqualität

Die Aurvana ANC haben, gemessen an dem Preis von 130 Euro, einen guten Klang, der aber nicht perfekt ist. Der Sound ist basslastig, wobei der Klang etwas zu dumpf und manchmal unsauber klingt. Die maximale Lautstärke ist am Smartphone und PC ausreichend. In den hohen Lautstärken gibt es keinen nennenswerten Qualitätsverlust.

Im Flugzeug können die Aurvana ANC zu leise für den persönlichen Geschmack sein. Da in manchen Maschinen die Grundlautstärke des Audiosignals recht niedrig ist, können die Aurvana ANC hier zu leise sein.

Wird die aktive Geräuschunterdrückung aktiviert, hat der Klang eine Spur mehr Volumen und ist etwas sauberer. Dafür ist bei manchen Musikstücken Hall bei Vocals etwas zu stark hörbar.

Fazit

Die Aurvana ANC (130 Euro UVP) sind für User gedacht, die jeden Tag mit dem Zug oder den Öffis unterwegs sind und in Ruhe Musik hören wollen, ohne dazu schwere und sperrige Over-Ear-Kopfhörer mithaben zu müssen.

Für das leichte Gewicht muss man aber auf Extras wie Bluetooth und eine manuelle Lautstärkenregelung verzichten. Außerdem darf man sich nicht wundern, wenn man in der U-Bahn böse angeschaut wird, weil wegen der zu geringen Isolierung das Gegenüber mit der Musik zwangsbeglückt wird, die man gerade hört.