Gary Shapiro, Präsident und CEO der Consumer Electronics Association ist der Gastgeber der größten Hightech-Messe der Welt. Der futurezone gab er ein Interview.

© dapd

CES 2014
01/06/2014

"Die größte Technik-Show aller Zeiten"

Die Technologie-Welt blickt wieder nach Las Vegas, wo auf der Consumer Electronics Show die neuesten Innovationen gezeigt werden. Gastgeber Gary Shapiro im Interview.

Das Geklimper der Automaten hört sich seit Jahren gleich an, das Klientel, das an den Poker-, Roulette- oder Black-Jack-Tischen sitzt, hat sich ebenfalls nicht geändert – Touristen, amerikanische Glücksritter und Studenten und Schulabsolventen, die in der Wüste Nevadas so richtig die Sau raus lassen wollen. Wie jedes Jahr Anfang Jänner mischen sich viele Anzugträger in diese illustre Gästeschar, die Besucher der weltgrößten Elektronikmesse, der Consumer Electronics Show; leicht zu erkennen an ihren Badges, mit denen sie das Messegelände betreten dürfen.

Las Vegas ist der Platz, wo Innovation gezeigt wird“, sagt Gary Shapiro im futurezone-Interview. Noch nie in den Jahrzehnten davor war die Show so groß wie 2014: 3.200 Firmen aus der ganzen Welt zeigen heuer die Trends und Entwicklungen, die das ganze Jahr über Themen in den Medien sein werden.

Die CES-Innovationen

Die CES wird seit Jahrzehnten von Firmen genutzt, um Innovationen erstmals der Weltöffentlichkeit vorzustellen. 1981 war das der CD-Player, 1994 digitale Satellitensysteme, 1998 HDTV oder 2009 3D-TV. „3D-TV war sicher ein Thema, das overhyped war“, zieht Shapiro ein Resümee zum 3D-Fernsehen. Ob es einer der Trends ist, der eigentlich nie einer war? Shapiro will die Hoffnung noch nicht ganz aufgeben. Sogar der OLED-Technologie gibt er noch eine Chance, obwohl diese Bildschirmtechnologie von vielen Experten bereits abgeschrieben wird – die Geräte sind zu teuer und technisch nicht zuverlässig. Erfolgreicher will man im TV-Sektor mit dem 4K-Fernsehen sein, das zwar schon vor drei Jahren erstmals vorgestellt wurde, aber das noch stärker abheben soll - auch wenn es noch nicht so viele entsprechende Inhalte dafür gibt.

Selbstfahrende Autos & Hybridtechnologie

Ob auf der CES 2014 wieder ein technologischer Meilenstein seine Premiere haben wird, ist eher unwahrscheinlich. Was es zu sehen geben wird, sind die Weiterentwicklungen von Technologien und Produkten, die unser Leben und den Alltag an sich verändern werden: Selbstfahrende Autos beispielweise. Auf der CES gibt es mehrere Auto-Hersteller, die sich der Zukunft der Mobilität widmen – Audi und Google demonstrieren ihr Android-Betriebssystem für Autos, Bosch hat einen eigenen Driverless Car Experience-Bereich aufgebaut, Ford stellt sein neues Hybridelektroauto C-Max Energi vor, das mit Solarzellen auf dem Dach daherkommt.

Wearables - Sensoren im und am Körper

Ein großes Thema ist auch der Bereich Wearables, also tragbare Computer, die wir – wie Smartwatches oder Google Glass – am Handgelenk bei uns oder am Körper tragen. „Die Sensorik befindet sich auf dem Vormarsch, ist in vielen Produkten integriert und diese werden miteinander kommunizieren und auch unsere Gesundheit oder die Fitness überwachen“, sagt Shapiro.

Vernetzte Gesundheitssysteme (mHealth) sind genauso Thema wie das Internet der Dinge. Die Heimvernetzung, auch Home Automation genannt, ist seit Jahren schon ein Thema, nun soll sie aber wirklich den Konsumenten erreichen – Samsung wird eine eigene Plattform für Heimvernetzung vorstellen.

Ein Thema, das derzeit zwar sehr gehyped wird, aber von dem sich Shapiro für die Zukunft viel erwartet, ist 3D-Druck. „Wir haben heuer drei Mal das Areal für 3D-Printing erweitert“, so Shapiro. „3D-Druck ist mehr als ein Hype.“

Microsoft fehlt - Cisco, Yahoo und Intel sind da

Was bei der CES auffällt, ist, dass einige der bekanntesten US-Konzerne nicht vertreten sind: Microsoft hat der CES als großer eigener Aussteller vor zwei Jahren den Rücken gekehrt; davor hielt über Jahre der amtierende MS-CEO die Eröffnungs-Keynote. Shapiro: „Aber Microsoft ist bei verschiedenen anderen Ausstellern indirekt vertreten.“ Apple-CEO Tim Cook setzt die Tradition fort und bleibt der CES ebenfalls fern. Dennoch ist Apple in einer eigenen iLounge vertreten, wo iOS-kompatible Produkte gezeigt werden. „Wir haben 700 Apple-Leute offiziell akkreditiert“, sagt Shapiro. Im Nachsatz. „Freilich wäre es einmal cool, wenn ein Apple-CEO eine Keynote halten würde.“ Dafür aber werden Yahoo-CEO Marissa Meyer und erstmals Cisco-CEO John Chambers sowie Intel-CEO Brian Krzanich Reden halten.

"Messen wichtiger denn je"

Dass das Internet eine Schau obsolet mache, glaubt Shapiro nicht. „Schauen Sie sich die Zahlen an, die CES wird von Jahr zu Jahr größer, die Messe wird einfach dazu genutzt, um Innovationen zu sehen, Produkte anzugreifen und sich mit Entwicklern von Angesicht zu Angesicht austauschen zu können“, sagt Shapiro. Er selbst besucht weltweit 20 bis 30 Technologie-Messen pro Jahr - regelmäßig auch die IFA in Berlin oder den Mobile World Congress in Barcelona. Die IFA sei genauso wenig eine Konkurrenzveranstaltung wie der Mobile World Congress – „nur wenn man beide Messen kombinieren würde, wären sie der CES ähnlich“.

Der Unterschied zwischen CES und IFA ist auch der, dass auf der CES nur Fachpublikum erlaubt ist, die IFA von jedem Konsumenten besucht werden kann. Und die CES werde immer einen Vorteil haben - als erste Hightech-Schau im Jahr wird sie automatisch als globale Trend-Messe gesehen.

Die futurezone ist mit mehreren Redakteuren vor Ort vertreten und wird in den kommenden Tagen ausführlich von der CES 2014 berichten.

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