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30.12.2010

Die zehn besten News-Reader für das iPad

Wenn das iPad nicht gerade als Reiseschreibmaschine, Taschenbuch oder Betthupferlkinoleinwand genutzt wird, hält es Fenster zur Welt bereit: Die FUTUREZONE hat zehn News-Reader für das Apple Tablet - von gratis bis vier Euro - getestet.

Wichtig für die Auswahl des passenden News-Readers ist, ob man pro Tag mit 300 textlastigen RSS-Meldungen Schritt halten möchte oder durch 30 Architektur- und Modenachrichten blättern möchte. Der Rest ist Geschmacksache.Es gibt spartanische und mit Funktionen überladene Apps, überdesignte Programme und solche, die kaum die Grundregeln annehmbarer Typografie erfüllen.

Die FUTUREZONE hat zehn News-Reader getestet - eine Mischung aus bekannteren Apps und weniger verbreiteten. Das Augenmerk liegt auf kostenloser Software, für drei Apps ist der Griff zur Kreditkarte notwendig.

Wichtige Kriterien für die Auswahl

- Synchronisation: Damit der Nachrichtenstand am Desktop-PC identisch mit jenem am Notebook, Handy und iPad ist, greifen die meisten Apps auf die Synchronisation mit dem RSS-Dienst Google Reader zurück. Manche Apps lassen sich zwar nach Wunsch mit Feeds befüllen, synchronisieren den Lesefortschritt aber nicht. Störend kann sein, wenn die Synchronisation sehr langsam oder unzuverlässig funktioniert. Hilfreiche Funktionen: Wenn sich Feeds innerhalb der App editieren lassen und Nachrichten auch offline lesbar sind.

- Stabilität: Viele iPad-Apps haben Kinderkrankheiten und stürzen manchmal ab. Dass Abstürze nicht die Regel sein sollten, muss nicht erläutert werden. Mitunter kann aber ein einziges Update das Problem lösen. Daher: bevor man den Hut auf ein Programm wirft, das nächste Update abwarten.

- Social Media: Wer bloggt oder auf Twitter und Facebook aktiv ist, sollte auf das Zusammenspiel mit dem News-Reader achten. Die Anbindung an Social Media-Angebote wird von den meisten Apps allerdings erfüllt. Hilfreiche Funktion: Wenn sich Text und/oder Fotos im Rahmen der App kopieren lassen.

The Early Edition

Die App packt Nachrichten (im Hochformat) in ein Zeitungslayout, synchronisiert diese auf Wunsch mit Google Reader und importiert News-Feeds als OPML-Datei. Die Idee einer digitalen Zeitung ist grafisch gut umgesetzt - etwa die Möglichkeit, bei den Artikeln im Zeitungslayout zu scrollen -, doch es fehlt an Reaktionsgeschwindigkeit. Besonders störend ist, wenn die App das Umblättern verweigert. Stellenweise treten Fehler kleine im Layout auf, zum Beispiel verdeckte Textpassagen, dies stört aber kaum.

Empfehlung: Wer die Zeitung am Frühstückstisch vermisst, könnte bei The Early Edition gut aufgehoben sein.

Preis: 3,99 Euro

Flipboard

Das Programm verpasst Twitter-Streams, Meldungen auf Facebook und seit dem letzten Update auch Google Reader-Nachrichten ein Magazinlayout. Die grafische Aufbereitung ist erstklassig, die Benutzung intuitiv. Wer sehr viele Feeds liest, wird zwar eine Weile mit der Anpassung zubringen, doch die Mühe lohnt. Manche Benutzer monieren, dass das Laden der News zu lange dauert, im Test fiel dies nicht störend auf. Gute Integration mit Twitter und Facebook, flüssiges Blättern.

Empfehlung: Unbedingt ausprobieren.

Preis: Gratis

Flud

Auch Flud baut Nachrichten, auf Wunsch von Google Reader, in eine bildlastige, grafische Oberfläche ein. Die eigenen Feeds anzupassen, gelingt rascher als bei Flipboard, Fotos mancher Websites erscheinen jedoch manchmal verzerrt. Das Layout ist relativ unruhig, dennoch optisch durchaus reizvoll. Was fehlt: die Integration mit Offline-Lesediensten wie Instapaper oder Read It Later sowie die Möglichkeit in der Artikelansicht zu blättern - in der Hochformatansicht erscheint am unteren Rand Nachrichtenleiste, was die Navigation beschleunigt.

Empfehlung: Herausfinden, welche der drei am Apps am besten gefällt: Flipboard, Flud oder Pulse (alle kostenlos).

Preis:Gratis

MobileRSS


In der Version 3.0 ist die App noch ein optischer Klon des Programms Reeder, das vom Schweizer Entwickler Silvio Rizzi stammt und eine Zeit lang als Messlatte für effizientes News-Reader-Design am iPhone und auch iPad galt. Seitenleiste, Artikelansicht und Navigation gleichen sich wie ein Ei dem anderen. Nach Kritik von Benutzern wollen die Entwickler von NibiruTech in ihrem nächsten Update die Ähnlichkeiten entfernen. Funktionen, die MobileRSS Reeder voraus hat: Fotos und Text lassen sich innerhalb der App kopieren, auch kann die Reihenfolge der Feeds mittels Drag and Drop angepasst werden. Besonders hilfreich: Feeds lassen sich im Rahmen der der App löschen oder hinzufügen, letzteres mittels Stichwortsuche. Außerdem verfügt MobileRSS über eine Evernote-Integration.

Empfehlung: News-App mit einer Reihe an Funktionen, die selten zu finden sind.

Preis: Gratis

Pulse News Reader


Der erste der bildlastigen RSS-Reader. Die Benutzung ist intuitiv, die grafische Oberfläche ansprechend.

Artikel können für später gesichert ("Create Your Own Pulse") sowie an Instapaper oder Read It Later weitergereicht werden. Im Gegensatz zu Flud können Benutzer auch in der Artikelansicht blättern (nach links streichen). Nachteil: News bleiben auch nachdem sie gelesen wurden sichtbar, so lange bis sie von neuen verdrängt werden. Wer seinen Berg an Nachrichten gerne "abarbeitet", könnte dies als störend empfinden. Die Anzahl der News-Feeds ist auf 60 Stück beschränkt.

Empfehlung: Im Vergleich mit Flipboard und Flud testen.

Preis: Gratis

ReadSquare

Die App fügt Google Reader-News in ein übersichtliches, fliesenartiges Layout. Nachteile: Die Synchronisation mit Google Reader ist nicht immer zuverlässig. Auch könnte die Reaktionszeit beim Aufruf der langen Textversionen besser sein. Artikel können nicht direkt bei Facebook gepostet werden, ebenso fehlt die Integration mit Instapaper oder Read It Later. Vorteil: zum Blättern muss die Nachrichtenansicht nicht verlassen werden.

Empfehlung: Gutes Konzept, das noch etwas Aufbesserung benötigt.

Preis:Gratis

Reeder

Grafisch ausgeklügelter, abgespeckter News-Reader, der mit hohen Lasten zurecht kommt. In der Überblicksansicht sind lediglich drei Knöpfe am linken Rand sichtbar, eine zusätzliche Stapelansicht sorgt für Überblick, besitzt jedoch keine zusätzlichen Funktionen. Die weiteren Einstellungen von Reeder sind in den Systemeinstellungen des iPad zu finden. Ungewöhnlich: Die App verfügt über eine Integration mit dem Bookmarking-Dienst Zootool. Negativ: Feeds lassen sich nicht bearbeiten, Text nicht kopieren.

Empfehlung: Für Leser mit hoher Nachrichtenlast, die Minimalismus und Performance schätzen.
Preis: 2,39 Euro

Readerrific

Gut designte News-App, die sich in einigen Elementen an Reeder anlehnt, etwa bei der Stapelansicht. Neben den üblichen Verbindungen zu Twitter, Facebook und Instapaper kann direkt bei Pinboard und Tumblr gepostet werden. Am unteren Rand lässt sich zwecks Übersicht eine Nachrichtenleiste einblenden. Anstatt nach unten zu streichen, blättern Benutzer bei Readerrific horizontal. Die Layoutversion "schwarz" wirkt elegant, verstärkt aber auch das Spiegeln des Displays - die Einstellung "default" löst das Problem.

Empfehlung: Grafisch ansprechend, für Fans dunkler Farbeinstellungen und Tumblr-Blogger geeignet.

Preis: Gratis

River of News

Besonders gut lesbare News-App in elegantem Design, sogar die Schriftgröße "tiny" (winzig) ist mühelos lesbar. Die größeren Schriften sind für Personen mit Fehlsichtigkeit zu empfehlen, zumal das Layout trotz Vergrößerung nicht an Übersichtlichkeit einbüßt. In den Programmeinstellungen lassen sich sechs verschiedene Gesten, unter anderem für festlegen, was vor allem auch für Vielleser hilfreich ist. Schwäche: Beim raschen Scrollen kommt die App mit dem Nachladen der Nachrichten nicht ganz nach.

Empfehlung: Aufgeräumtes, elegantes Layout, das sich auch für Benutzer mit Sehschwäche eignet.

Preis: 2,99 Euro

The Feed

Übersichtlicher News-Reader mit innovativen Design-Details. Die Einstellungsmöglichkeiten des Programms sind minimal, auch bestehen Direktverbindung nur zu Mail, Twitter und Facebook. Die App erlaubt es nicht Text zu kopieren, dazu muss der Link in Safari geöffnet werden.

Empfehlung: Wer klares Design, ähnlich jenem von River of News, sucht und seine Kreditkarte stecken lassen möchte. Eignet sich auch für News-Begeisterte, die Überblick über eine große Menge an Meldungen behalten möchten.

Preis: Gratis

Mehr zum Thema:

Die zehn besten iPad-Apps des Jahres

Die zehn besten iPhone-Apps des Jahres

Die zehn besten Android-Apps des Jahres

(Alexandra Riegler)

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-Flipboard

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Flud

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MobileRSS

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ReadSquare

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Reeder

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Readerrific

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The Feed