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02.01.2013

EveryCook: Koch-Roboter holt Rezepte aus Web

Schneiden, abwiegen, rühren, kochen, frittieren - auch in der Hacker-Gemeinde ist die Idee des Kochroboters auf fruchtbaren Boden gefallen. Der “EveryCook” aus der Schweiz soll zu Hause möglichst viel Küchenarbeit abnehmen, sich per Smartphone oder Tablet steuern lassen und passende Rezepte aus dem Internet holen.

Unter großem Interesse hat der Schweizer Maschinenbau-Ingenieur Alexis Wiasmitinow im Rahmen der Hacker-Konferenz 29C3 sein Open-Source-Projekt EveryCook vorgestellt. Mit EveryCook arbeitet er an einem Open-Source-Kochroboter, der künftig in Konkurrenz zu bereits am Markt erhältlichen Lösungen wie von Philips (

) treten könnte.

Der von Wiasmitinow vorgestelllte Prototyp ist ein Edelstahlgefäß, das mit einem Induktionsheizsystem (150 Watt), einem Drucksensor und vier Wiegebehältern für die Zutaten ausgestattet ist. Ein von einem Motor betriebenes Schnittmesser schnippelt etwa Gemüse, außerdem ist wie auch in Philips`HomeCooker eine Umrührhilfe verbaut.

Steuerung per Smartphone oder Tablet
Anders als bereits marktreifen Geräten setzt EveryCook stark auf die Vernetzung mit dem Internet sowie den integrierten Computer. So soll er sich von einer zentralen Datenbank, die Wiasmitinow derzeit erarbeitet, Rezepte aus dem Web holen und dem Koch so eine Anleitung für die einzelnen Kochschritte geben können. Anstatt auf die Uhr schauen zu müssen, soll der Arbeitsfortschritt in Balkendiagrammen angezeigt werden. Das große Ziel ist, möglichst alles zu automatisieren. Wie Wiasmitinow zugibt, könne der Kochroboter aber nicht alles übernehmen, würzen müsse man die Speisen schon selber.

Bei Software und Hardware setzt das EveryCook-Projekt ausschließlich auf Open Source. So kann man die Gerätebaupläne im Internet laden und selbst nachbauen. Steuern lassen soll sich die Maschine via WLAN-Netz und Smartphone bzw. Tablet. Via Funk könnte Everycook auch mit dem Kühlschrank kommunizieren, um auszulesen, welche Lebensmittel verfügbar sind. Und: Rund um das Gerät soll ein ganzes Öko-System entstehen.

Öko-System rund ums Gerät
“Wir entwickeln Hardware und Software, die Menschen bei der Planung, Beschaffung und Zubereitung ihres Essens unterstützen”, so Wiasmitinow, der derzeit ein vierköpfiges Team anführt. Er will Lebensmittelanbieter - vom Bioladen bis zum Supermarkt - an seine Plattform andocken lassen, damit die Nutzer schnell, einfach und transparent an die benötigten Lebensmittel herankommen können. Eine Datenbank soll Auskunft geben, woher die Zutaten stammen, ob sie mit bestimmten Diäten oder religiösen Regeln (Koscher, Halal, etc.) vereinbar sind, welche Nährstoffe sie beinhalten und unter welchen Bedingungen sie produziert wurden.

Damit die hochgesteckten Ziele auch erreicht werden können, braucht EveryCook jede Menge Kapital. Im ersten Quartal 2013 soll deswegen ein Kickstarter-Projekt gestartet werden, um Geld zu sammeln. Die nächste Version soll außerdem vom platzsparenden und günstigen Open-Source-Computer Raspberry Pi angetrieben werden. Erste Interessenten gibt es bereits. “Shut up and take my money”, meinte ein 29C3-Besucher zu Wiasmitinow.

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