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01/15/2013

Facebook-Event: Handy, Suchmaschine oder Ads?

"Kommt und schaut euch an, an was wir arbeiten": Heute Abend um 19.00 Uhr mitteleuropäischer Zeit startet im Facebook-Hauptquartier in Kalifornien eine Präsentation. Anders als bei vielen anderen Vorstellungen großer US-IT-Firmen gab es im Vorfeld keine eindeutigen Hinweise auf mögliche neue Produkte.

2012 hat Facebook seine große Entwickler-Konferenz zur Enttäuschung vieler ausfallen lassen. Die f8 war in der Vergangenheit immer jener Event, auf dem große Neuerungen wie die Facebook Platform, die Timeline oder der Open Graph vorgestellt wurden. Heute, Dienstag, lädt Facebook Medienvertreter am 19.00 Uhr mitteleuropäischer Zeit in sein neues Hauptquartier in Menlo Park, Kalifornien ein, um etwas Neues herzuzeigen.

Konnte man in den Vorjahren im Vorfeld auf Basis von Gerüchten immer ganz gut abschätzen, was Facebook präsentieren wird, ist sich die Gerüchteküche dieses Mal nicht wirklich einig. Folgende Spekulationen stehen im Raum:

1. Mobiles Werbe-Netzwerk
Am 19. Jänner treten auch die neuen, überarbeiteten Nutzungsbedingungen der Facebook-Tochter Instagram in Kraft, denen zufolge man Instagram "non-exclusive, fully paid and royalty-free, transferable, sub-licensable, worldwide license to use the Content that you post on or through the Service" gibt und es außerdem künftig Werbung geben kann, die nicht als solche gekennzeichnet sein muss. Außerdem kann Faceook ab 19. Jänner auf die Daten von Instagram-Usern zugreifen (siehe überarbeitete "Privacy Policy"). Insofern erscheint es durch die zeitliche Nähe des Facebook-Events zu diesen Änderungen möglich, dass Facebook-Werbung auf Instagram ausgedehnt wird. Facebook hat 2012 schon getestet, wie Werbeanzeigen in externen Apps funktionieren.

2. Facebook-Phone
Seit Jahren hält sich das Gerücht, dam zufolge Facebook ein eigenes Handy auf den Markt bringen will, hartnäckig. Da Facebook mittlerweile neben Apple, Google, Microsoft und Amazon zu den "Big Five" der IT-Branche gezählt wird, scheinen Smartphone-Ambitionen logisch. Allerdings: Auch Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat bereits dementiert, dass man an einem Handy arbeiten würde, weil es für seine Firma keinen Sinn machen würde. Insider gehen davon aus, dass Facebook vie eher an einem Smartphone-Betriebssystem bastle, mit dem man iOS, Android und Windows Phone 8 Marktanteile abluchsen könnte. Insgesamt scheint es aber unwahrscheinlich, dass es heute soweit ist.

3. Neuer Newsfeed
Wie Business Insider in Erfahrung gebracht haben will, soll Facebooks Chris Cox mit der Abteilung "Info D" an einem neuen Newsfeed arbeiten. "Info D" stehe kurz für "Information Distribution" und weise darauf hin, dass der Newsfeed ausgebaut werden solle. Zum einen sollen die Nutzer auf Basis ihrer Interessen Beiträge aus mehr Quellen (derzeit sind es primär von Freunden bzw. gelikten Facebook-Seiten gepostete Inhalte), zum anderen sollen dafür die Interessen der Nutzer genauer analysiert werden. Insgesamt will Facebook laut Business Insider eine größere Rolle als Traffic-Lieferant für andere Webseiten werden.

4. AdSense-Rivale
Dass Facebook an einem Google-AdSense-Rivalen arbeitet, ist ebenfalls Gegenstand von jahrelangen Spekulationen. Facebook könnte auf Nutzerinteressen abgestimmte Werbeanzeigen auf Partner-Seiten platzieren - was gut zu den Spekulationen von Business Insider rund um einen gepimpten Newsfeed passt, der mehr Traffic auf externe Seiten lenken soll.

5. Suchmaschine
Mark Zuckerberg hat bereits zugegeben, dass man an einer verbesserten Suche arbeite - und Google gilt seit jeher als der größte Gegner des Online-Netzwerks. Pro Tag werden eine Milliarde Begriffe in das Suchfeld von Facebook getippt. Da Facebook stets auf der Suche nach neuen Einnahmequellen ist, würde eine Suchmaschine mit personalisierten Ergebnissen viel Sinn machen - schließlich ließen sich daneben leicht Anzeigen platzieren.

6. Neue Messages-App
Wie Techcrunch wissen will, soll Facebook eine iPad-App seines Messengers präsentieren - was durchaus Sinn macht. Immerhin muss Facebook in der mobilen Welt stärker werden und WhatsApp Paroli bieten (futurezone-Hintergrund-Bericht, warum WhatsApp Facebooks größte Sorge ist). Kürzlich hat Facebook auch Experimente mit bezahlten Direktnachrichten gestartet - gerichtet an Mark Zuckerberg, sollen sie 100 Dollar kosten, will man andere Nicht-Freunde gut sichtbar in der Inbox erreichen, soll man einen Dollar zahlen.

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