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01/16/2013

Facebook kündigt "Menschen-Suchmaschine" an

Facebook kündigte am Dienstag die Graph Search, eine Suchmaschine für die Facebook-Datenbank, an. Diese soll das gewaltige Freunde-Netzwerk mit einfachen, natürlichen Sätzen durchsuchbar machen. Die Suche ist vorerst nur in englischer Sprache verfügbar.

Facebook-CEO Mark Zuckerberg hat am Dienstag Nachmittag im kalifornischen Palo Alto mit der Graph Search den "nächsten großen Eckpfeiler" von Facebook vorgestellt. Diese soll jedoch nicht,

, eine Alternative zu Google darstellen, sondern "Antworten zu Freunden" liefern. "Wir indizieren nicht das Web, sondern unseren Graph, der mittlerweile gewaltig und laufend am Wachsen ist.", meinte Mark Zuckerberg. Der
, die Datenbank aller Facebook-Inhalte, kann zukünftig über eine Leiste im oberen Bereich der Facebook-Oberfläche durchsucht werden. So könne man beispielsweise lose Bekanntschaften über Eingaben wie "Menschen, die Chris heißen, auf die Stanford Universität gehen und mit Lars befreundet sind" schnell und einfach finden - sofern diese ein Profil auf Facebook besitzen.

Aber auch andere Funktionen, wie Bilder und Likes von Freunden sollen sich so schnell anzeigen lassen. Dabei betonte man besonders, dass man nicht herkömmliche Filter bieten wolle, sondern die Suche mit Hilfe von natürlichen Sätzen (ähnlich wie

oder Wolfram Alpha). So können beispielsweise recht einfach mit dem Satz "Freunde aus Wien, die Game of Thrones mögen" alle Facebook-Freunde aus Wien angezeigt werden, die die Serie "Game of Thrones" mögen.

Die Personen werden nach dem internen Edge Rank sortiert, der Freunde auf Facebook nach "Wichtigkeit" sortiert. Der Edge Rank wird auf Basis der Häufigkeit und Art der Interaktionen mit einem bestimmten Facebook-Nutzer erstellt. "Facebook ist eine Gemeinschaft und gleichzeitig eine gewaltige Datenbank von Menschen.", sagte Zuckerberg. Diese gelten es zu vernetzen und dabei setze Facebook künftig auf drei Eckpfeiler. Neben dem News Feed und der Timeline sei dies ab sofort auch die Graph Search.

Die Suche werde laut Zuckerberg Rücksicht auf die Privatsphäreeinstellungen der Nutzer nehmen und man könne lediglich Inhalte durchsuchen, die auch mit dem Nutzer geteilt wurden oder aber öffentlich sind. Zuckerberg betonte, dass dies eine unheimlich rechenintensive Aufgabe sei und bereits jetzt allein 10 Prozent der CPU-Aktivitäten der Facebook-Server auf Privatsphäre-Überprüfungen zurückzuführen seien. Man werde jedoch über die Graph Search keine Informationen finden, die zuvor versteckt waren - es sei nun lediglich einfacher, nach verfügbaren Informationen zu suchen.

Nur auf Englisch
Wird eine Eingabe nicht erkannt, wird diese über Microsofts Suchmaschine Bing abgefragt. Derzeit sei die Suche noch auf Menschen, Fotos, Orte und Interessen (Likes) beschränkt, soll in Zukunft jedoch auch auf Postings und alle weiteren Inhalte erweitert werden. Dieser Vorgang werde laut Zuckerberg allerdings noch "Jahre" dauern. Die Graph Search ist derzeit auf die Desktop-Version von Facebook beschränkt und kann nur in Englisch durchgeführt werden. Um an der Beta teilzunehmen, müsse man sich, wie bereits bei der Timeline, auf einer Warteliste registrieren.

Eine mobile Variante sei zwar derzeit noch nicht verfügbar, aber in Planung, wie auch Zugriff auf die API für Entwickler. Einen Zeitrahmen konnte Zuckerberg hierfür aber noch nicht nennen. Zunächst sollen weitere Daten wie Postings, Instagram-Bilder oder Spotify-Songs auch in die Suche miteinbezogen werden. Es sei bereits eine gewaltige Herausforderung gewesen die insgesamt eine Billion Verbindungen unter den Nutzern sowie 240 Milliarden Bilder zu indizieren, nun gelte es die Funktionen langsam zu erweitern.

Know-How von Google
Verantwortlich für die neue Facebook-Suche ist Lars Rasmussen, ehemaliger Google-Entwickler und Schöpfer von Google Maps sowie Google Wave, der bereits 2010 zu Facebook abgewandert ist. Wave wurde von Google zunächst als aussichtsreiche Verschmelzung von E-Mail und Messaging gefeiert. Für die meisten Nutzer erwies sich Google Wave jedoch als zu komplex und wurde von dem Internet-Konzern aufs Abstellgleis geschoben.

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