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05.10.2010

FBI-Schlag gegen Cyber-Kriminalität

Ein groß angelegter Ring von Online-Betrügern versuchte in den USA mit gestohlenen Zugangsdaten für Bankkonten etwa 220 Mio US-Dollar zu erbeuten, über 100 Festnahmen in den USA, der Ukraine und England.

Der US-bundespolizeilichen Ermittlungsbehörde FBI ist ein großer Schlag gegen die Cyber-Kriminalität gelungen. Wie kürzlich bekannt wurde, wurden vergangene Woche etwa 90 Mitglieder eines internationalen Hacker-Ringes in den USA festgenommen. Weitere Festnahmen erfolgten in der Ukraine, sowie in England.

Das FBI spricht bei der Aktion von einem der größten Fälle von Cyber-Kriminalität, die jemals untersucht wurden. Die Verdächtigen in den USA haben in erster Linie für Auftraggeber in Osteuropa gearbeitet und haben ersten Erkenntnissen zufolge vorwiegend Bankbetrug und Geldwäsche begangen.

Hierfür eröffneten sie in den USA Bankkonten mithilfe von gefälschten Dokumenten und machten sie sich den Computervirus //Zeus// zunutze. Jener wurde über E-Mail verbreitet und verschaffte sich beim Öffnen des infizierten Inhaltes Zugriff auf die Daten der Nutzer. Mithilfe dieser Daten drangen Kriminellen im Ausland in die entsprechenden Accounts ein, und veranlassten groß angelegte Geldüberweisungen auf die illegalen Konten der in den USA festgenommenen Verdächtigen.

Anschließend wurde das Geld entweder zurück auf die Konten der Auftraggeber überwiesen, oder bar außer Landes geschafft. Die Mittelsmänner erhielten hierfür einen festgelegten Profit.

Mit dieser Taktik versuchte die Gruppe etwa 220 Millionen US-Dollar (etwa 160 Millionen Euro) zu erbeuten, wie das FBI meldete.

Der Schlag war das Ergebnis einer längerfristigen Untersuchung, die die US-Behörden in Zusammenarbeit mit der Ukraine, den Niederlanden sowie England seit Mitte 2009 führten.

( Thomas Prenner)