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03.02.2014

Frust-Game Flappy Bird wird zum Sensationserfolg

Ein trashiges Mini-Game mit Retro-Grafik dominiert derzeit die App Stores von Apple und Google. Der verantwortliche Indie-Entwickler spricht von einem glücklichen Zufall.

Bei "Flappy Bird" (iOS und Android) muss ein Vogel in 8-Bit-Optik durch eine 2D-Welt gelenkt werden. Das Erfolgsrezept besteht offenbar in der Schlichtheit des Games, das gleichzeitig aber einen frustrierenden Schwierigkeitsgrad aufweist. Dabei müssen Lücken durchflogen werden, die den grünen Röhren aus der Super-Mario-Welt stark ähneln. Berührt man eines dieser Hindernisse, bedeutet dies das "Game Over". Mehrere Leben gibt es nicht.

Hype um Flappy Bird

Da eine Session auch mal nur wenige Sekunden dauert, versuchen User es immer und immer wieder, den Vogel durch die scrollende 2D-Welt zu manövrieren. Warum die App, die mittlerweile weltweit auf Platz eins in Apples App Store und bei Google Play zu finden ist, aber so einen Hype ausgelöst hat, kann eigentlich niemand so wirklich erklären. Auch der vietnamesische Entwickler, der für Flappy Bird verantwortlich zeichnen soll, blieb bislang ein Mysterium.

Techcrunch gelang es nun zumindest, dem Entwickler Dong Nguyen, der zwei weitere Gratis-Apps (Super Ball Juggling, Shuriken Block) im US-App-Store in die Top 10 brachte, einige Antworten auf offene Fragen zu entlocken. Wie Dong, der zumindest über einen eigenen Twitter-Account verfügt, gegenüber Techcrunch zugibt, habe die Entwicklung des Spieles gerade einmal zwei bis drei Tage gedauert. Die Grafik habe er von anderen seiner Titel zusammengebaut. In Wahrheit stehe hinter dem Entwicklerstudio .GEARS, das für Flappy Bird verantwortlich zeichnet, auch er ganz allein. Dass das Game so erfolgreich wurde, kann er sich selber nicht erklären.

Glücksfall oder doch nachgeholfen?

Er habe definitiv keine Mittel gehabt, um der App in den Stores über Promotion-Deals mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen, selbst die Twitter-, Facebook- und Instagram-Accounts, die für Flappy Bird angelegt wurden, seien nicht die Seinen, so Dong. „Ich habe einfach Glück gehabt, dass es so populär wurde“, meint Dong, der sich den Erfolg selber nicht erklären kann.

Böse Zungen behaupten indessen, dass das Game nur deshalb sich so stark verbreitete, da es über Bot-Netzwerke künstlich oft heruntergeladen und so in den Ranglisten nach oben gespült wurde. Am jetzigen Erfolg ändert das jetzt aber auch nichts mehr.