© Franz Gruber

In eigener Sache
08/22/2011

Futurezone.at ist auf Schiene

Ab sofort ist eine ULF-Garnitur in Wien auf den Linien D, 1, 6, 18 und 67 unterwegs. Das Bekleben der Straßenbahn kommt zwar gänzlich ohne High-Tech aus, aber nicht ohne die richtige Klebetechnik.

Sieben Stunden, vier Männer und ein ULF. In der Remise in Wien Favoriten bekommt eine Niederflurstraßenbahn einen neuen Look. Die Garnitur der Wiener Linien mit der Wagennummer 616 ist seit 16. August im futurezone-Design alternierend auf den Linien 1, 6, 18, 67 und D unterwegs. Sie wird bis auf weiteres dort ihren Dienst verrichten.

Die komplette Beklebung besteht aus 50 Einzelteilen. Der Druck für solch eine Straßenbahn-Verzierung dauert, je nach Motiv, zwischen fünf und zehn Tage. Das Material ist witterungsbeständig und sollte sowohl Unwetter als auch den Wiener Stadtverkehr problemlos trotzen.

Am Samstag, um 10.00 Uhr beginnt Stefan Meszlenyi mit zwei Angestellten seiner Arbeit. Er ist mit seiner Firma Meszlenyi Werbewerkstatt selbstständig und hat sich auf die Beklebung von Zügen spezialisiert. Dass er am Wochenende arbeitet, ist für ihn normal: „Bei Vollverklebungen bin ich immer vor Ort. Wir arbeiten hauptsächlich Nachts und am Wochenende. Wenn die Straßenbahnen unterwegs sind, können wir ja schwer bekleben.“ In einem Monat beklebt er zwischen 20 und 30 Straßenbahnen.

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Trockenkleben
Die Einzelteile sind selbstklebend und im Grunde überdimensionale Pickerl. „Feuchtkleber kann bei den Straßenbahnen nicht verwendet werden, da die Flüssigkeit sonst in Scharniere und Öffnungen eindringt“, sagt Meszlenyi. Zu Beginn sind zwei Männer mit dem Kleben beschäftigt, einer schneidet nach. „Das ist nötig, da es immer ein bisschen Toleranz gibt und Öffnungen, Scharniere und ähnliches nicht von den Klebefolien überdeckt werden dürfen.“ Erschwerend kommt noch hinzu, dass beim ULF die senkrechten Stege gebogen sind, weshalb man mit diesen anfangen und die Sticker oben und unten anpassen muss.

Ähnlich wie bei Auto-Klebefolien wird die Luft schon beim Auftragen herausgepresst, um Blasen zu verhindern. Sollte dennoch eine entstehen, wird sie im Nachhinein aufgestochen. Zum Endspurt gegen 15.00 Uhr herum stößt der vierte Mann zum Team von Meszlenyi hinzu. Jetzt werden nämlich die Fensterfolien verklebt und angepasst. Gegen 17.00 Uhr ist das Werk vollendet – schön, aber nicht die größte Herausforderung die Meszlenyi bisher hatte: „Am aufwändigsten ist die Vollverklebung einer U-Bahn, die ist an die 100 Meter lang. Da arbeitet man zwei bis drei Tage daran.“