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01.07.2016

Google will Babys mit smartem Gitterbett überwachen

Google-Tochter Nest hat einen Patentantrag eingereicht, der ein smartes Gitterbett beschreibt. Das soll die Gesundheit des Babys überwachen und im Alltag aushelfen.

Der Smart-Home-Hersteller Nest, bekannt für seine smarten Thermostaten und Rauchmelder, will künftig Babys im Gitterbett mit Sensoren überwachen. Darauf weist ein Patentantrag der Google-Tochter hin. Demnach wolle man ein Gitterbett bauen, das modular mit Sensoren ausgestattet werden kann. Der Nutzer kann die Sensoren nach Belieben tauschen und so nur jene Daten erheben, die er benötigt. Neben Sensoren für Beschleunigung, Temperatur, Druck und Helligkeit können auch eine Kamera sowie Mikrofone verbaut werden. Im Patentantrag finden sich zahlreiche konkrete Szenarien, wie das mit Sensoren vollgestopfte Gitterbett das Leben von Eltern und Babys gleichermaßen erleichtern soll.

Bett übernimmt Alltagsaufgaben

So soll das smarte Gitterbett nicht nur überwachen, sondern auch aktiv Handlungen setzen können. Weint das Baby beispielsweise für längere Zeit, könnten beispielsweise "Cartoon-Tiere" an die Wand projiziert und mit beruhigender Musik oder der Stimme der Mutter unterlegt werden. Eine Farb-LED soll dem Baby zudem beim Einschlafen helfen - die Eltern müssten demnach nur mehr im Notfall persönlich eingreifen. Da das Schlafmuster überwacht und gespeichert wird, kann das Bett auch Abweichungen erkennen, beispielsweise wenn das Kind zu Husten beginnt.

Derzeit handelt es sich beim smarten Gitterbett lediglich um einen vagen Patentantrag. Google stellt, wie viele andere US-Techkonzerne, tausende Patentanträge jährlich, die darin beschriebenen Ideen werden oftmals nie auf den Markt gebracht. Der Internet-Konzern bekam allein im Vorjahr 2835 US-Patente zugesprochen. Lediglich IBM, Samsung, Canon und Qualcomm lagen im Ranking vor dem US-Konzern. Der Patentantrag für das Gitterbett wurde bereits im Dezember 2014 eingereicht, nun wurde der Antrag aber um einige Punkte erweitert. Was seit dem ursprünglichen Antrag verändert wurde, ist unklar, da die alte Version nicht mehr online bereit steht.

Gadgets für besorgte Eltern

Nest ist nicht das erste Unternehmen, das High-Tech-Gadgets für Kinder entwickelt. Mehrere Technologie-Konzerne haben bereits vor Jahren erkannt, dass Gadgets für besorgte Eltern ein großer Wachstumsmarkt sind. So zeigte der Chip-Hersteller Intel bereits 2014 den vernetzten Strampelanzug "Mimo", der über einen abnehmbaren Sensor Temperatur, Puls, Atemfrequenz und Lage des Babys überwacht. Per Smartphone oder Tablet wissen die Eltern so stets, ob es ihrem Kind gut geht. Optional gibt es auch Thermometer, die wie ein Pflaster aufgeklebt werden und rund um die Uhr die Temperatur messen und an das Smartphone übertragen.

Aber auch das Ess- und Schlafverhalten des Babys kann über verschiedene Gadgets gezielt überwacht werden. Um Koliken zu verhindern, erfasst das mit dem Smartphone verbundene Babyflascherl Baby Glgl beispielsweise, ob das Baby zu schnell an der Flasche nuckelt. Der SevenHugs HugOne wird hingegen unter das Kopfkissen im Gitterbett gelegt und überwacht den Schlaf des Babys. So sollen Eltern den richtigen Zeitpunkt lernen, um ihr Kind schlafen zu legen. Etwas ungewöhnlich ist hingegen der Smart Clip von Intel. Dieser soll verhindern, dass Kinder bei hohen Temperaturen im Auto vergessen werden und diese einen Hitzschlag erleiden.