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22.02.2015

Große Zweifel an Apples Elektro-Auto

Spekulationen über ein angebliches Elektroauto, das Apple bereits 2020 produzieren könnte, rufen immer mehr Zweifler auf den Plan. Auch Daimler-Chef Zetsche gibt sich gelassen.

Nachdem die erste Aufregung um ein angebliches Apple-Auto, das von Hunderten Mitarbeitern im Geheimen entwickelt werden soll, wieder verklungen ist, steigt auch die Skepsis, ob die Berichte tatsächlich Hand und Fuß haben. Während der Branchenblog 9to5Mac Neueinstellungen aus der Autobranche bei Apple als weiteres Indiz sieht und die Nachrichtenagentur Bloomberg dem ursprünglichen Gerücht einiges mediales Gewicht verlieh, überwiegen die Fragen, warum so ein Einstieg für Apple überhaupt sinnvoll sein sollte.

Geringe Gewinnmargen

Ungeachtet dessen, dass Apple seine Präsenz im Auto, etwa durch etwaige Schnittstellen und adaptierte Software sicherlich ausbauen möchte, wird in Frage gestellt, warum sich Apple auf eine Branche einlassen sollte, in der Gewinnmargen von wenigen Prozentpunkten und eine enorm aufwändige Produktion warten. Auch der zuletzt berichtete Zeitplan von 2020 - also bereits in fünf Jahren - für die Serienproduktion erscheint Branchenexperten als unrealistisch, zumal Apple derzeit noch nicht einmal über eine offizielle Lizenz zum Testen von Autos verfüge.

Für Aufregung sorgten die Berichte jedoch allemal, wenngleich die Autohersteller bemüht sind, die angeblich drohende neue Konkurrenz herunterzuspielen. Daimler-Chef Dieter Zetsche etwa meinte gegenüber der Welt: "Wir haben lange Erfahrung im Automobilbau, wir haben das Auto erfunden. Und Erfahrung ist in einem so komplexen Geschäft wie dem Automobilbau mit entscheidend. Wer dort neu einsteigt, hat die nicht“, sagte Zetsche.

Daimler wünscht viel Erfolg

„Wenn wir morgen ankündigten, dass Daimler künftig Smartphones baut, würde das Apple nicht beunruhigen oder aus der Bahn werfen. Und das gilt auch für uns.“ Sollte Apple ins Geschäft mit Autos einsteigen, würde Zetsche demnach „viel Erfolg wünschen und den neuen Wettbewerber begrüßen“. Vor Apple habe man wie vor jedem ernstzunehmenden Mitbewerber Respekt, aber ob jetzt noch eine Firma zu den Hundert Automarken dazukomme, sei in Wahrheit irrelevant.

Abgesehen davon, dass die Produktion eines Smartphones mit der eines Autos nur schwer verglichen werden kann, erinnern zumindest die Reaktionen etablierter Hersteller und Marktanalysten ein wenig an die Stimmung vor der iPhone-Ära. Auch damals hatten die wenigsten Apple zugetraut, die Marktdominanz von Nokia sowie der Mobilfunkbetreiber, die Handys nach ihren Konditionen ausgaben, brechen zu können.