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24.04.2017

High-Tech-Brille lässt blinden Jungen wieder sehen

Die eSight 3 kann Menschen mit bestimmten Sehbehinderungen dabei helfen, wieder sehen zu können. Die OLED-Brille mit Highspeed-Kamera ist jedoch recht kostspielig.

Ethan LaCroix, ein 13-jähriger Junge aus dem kanadischen Ontario, kann dank einer speziellen High-Tech-Brille wieder sehen. Das berichtet der kanadische öffentlich-rechtliche Sender CBC. LaCroix ist rechtlich gesehen bereits seit Geburt zu 75 Prozent blind. Er ist an Leberscher Kongenitaler Amaurose erkrankt, eine erblich bedingte Beeinträchtigung der Netzhaut des Auges. Patienten wie LaCroix will das Start-up eSight aus Toronto helfen. Durch die kürzlich veröffentlichte eSight 3 könne er nahezu normal sehen und habe sogar einige Vorteile, wie Zoom.

„Ich könnte lesen, was auf einem Blatt Papier steht, das am Ende des Raums liegt“, so LaCroix. „Ich habe aus dem Fenster gesehen und konnte all die Straßenschilder und Schilder auf den Gebäuden erkennen.“ Optisch erinnert die eSight 3 an den Visor Star-Trek-Charakter Geordie LaForge, tatsächlich stecken dahinter jedoch zwei OLED-Displays und eine High-Speed-HD-Kamera. Die Aufnahmen werden von einem Algorithmus bearbeitet, beispielsweise durch Verstärken des Kontrastes, sodass sie besser vom Träger wahrgenommen werden können.

Die wohl größte Herausforderung ist die Übertragung des Signals in Echtzeit. Die Verzögerung soll dermaßen gering sein, dass die Nutzer keinerlei negative Effekte verspüren, wie Übelkeit oder Schwindel. Dabei ist man mit den gleichen Hürden konfrontiert wie Virtual-Reality-Entwickler, die das Auftreten der „VR-Krankheit“ verhindern wollen.

Kostspielig und ohne Versicherung

Eine Akkuladung reicht für sechs Stunden ununterbrochene Nutzung aus, das Gerät kann per Fernbedienung gesteuert werden. So kann man beispielsweise auch manuell zoomen. Die Fernbedienung ist allerdings an einem Kabel befestigt, das an der rechten Seite der Brille herunterhängt.

Die Brille ist allerdings recht kostspielig – in den USA wird ein Paar für 10.000 US-Dollar angeboten. Der Kaufpreis wird von den meisten Versicherungen nicht übernommen. Daher hat das Unternehmen mittlerweile eine eigene Abteilung, die interessierten Kunden bei der Finanzierung unterstützt, beispielsweise durch das Aufsetzen einer Crowdfunding-Kampagne.