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20.02.2015

Lenovo bringt Tool, um Adware von PCs zu entfernen

Die umstrittene und unter Umständen gefährliche vorinstallierte Adware Superfish soll mithilfe eines von Lenovo derzeit entwickelten Programms von PCs entfernt werden können.

Der PC-Hersteller Lenovo sorgte vor kurzem mit Berichten für Aufregung, wonach neue Computer mit dem Adware-Programm Superfish ausgeliefert werden. Die Software zeigt dem Nutzer ungewollt Werbung an und könne darüber hinaus auch ein Sicherheitsrisiko darstellen. Nachdem Lenovo ursprünglich nur bei neuen PCs auf das Programm verzichten wollte, will man es nun offenbar auch bei bereits ausgelieferten Rechnern wieder entfernen lassen. Das gab Lenovo Technik-Chef Peter Hortensius in einem Interview mit dem Wall Street Journal an.

„Sobald die Programmierer damit fertig sind, werden wir ein Tool veröffentlichen, das alle Spuren des Programms von den Laptops entfernt“, so Hortensius. Die Software deinstalliert Superfish demnach nicht nur, sondern entfernt es gänzlich von den Rechnern. Das Tool soll demnach noch am heutigen Freitag fertig gestellt und zum Download angeboten werden. Auch eine Anleitung zum manuellen Entfernen hat Lenovo online gestellt.

Schlüssel geknackt

Angesprochen auf die möglichen Sicherheitsprobleme bei Superfish entgegnete Hortensius, dass keinerlei Fälle bekannt wären, in denen die Software tatsächlich als Einfallstor für Angreifer genutzt worden wäre. In Zukunft wolle man von Superfish komplett Abstand nehmen: „Wir sind uns jedoch einig, dass das nicht etwas ist, was man auf seinem Rechner haben möchte.“

Wie heise berichtet, ist es einem Sicherheitsforscher mittlerweile auch gelungen, das Root-Zertifikat zu knacken, das sich via Superfish in die Lenovo-Laptops eingeschlichen hat. Mithilfe jenes Zertifikats ist es möglich, sich beliebig viele weitere Zertifikate auszustellen, denen der Browser vertraut. Dies stellt eine kritische Einfallslücke für Angreifer dar. Aus diesem Grund wird empfohlen, das Zertifikat schnellstmöglich von seinem Computer zu entfernen. Ob man ein betroffenes Gerät hat, lässt sich über eine Webseite testen.

Kein Ende für Bloatware

Dennoch wolle man die Computer nicht völlig ohne vorinstallierte Tools ausliefern. „Wir bekommen gutes Feedback unserer Kunden darüber, was wir auf den Rechner vorinstallieren. Was wir in den nächsten Wochen machen werden, ist genauer zu analysieren und mit Nutzern und Experten zusammenzuarbeiten, um zu sehen, wo wir uns bei vorinstallierter Software verbessern können.“ Ein Ergebnis davon könnte eine genauere Beschreibung davon sein, womit Lenovo die Rechner ausstattet, so Hortensius.