Lenovo Thinkpad T440S Laptop Ultrabook.

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09/23/2015

Lenovo spioniert ThinkPad-Nutzer mit Support-Software aus

Nach dem Superfish- und BIOS-Skandal sorgt Lenovo wieder einmal mit vorinstallierter Software für Aufregung. Auf Business-Geräten werden Lenovo-Nutzer ausspioniert.

Lenovo kann es einfach nicht lassen: Nachdem der PC-Hersteller mit Superfish Hackern Tür und Tor öffnete sowie mithilfe eines modifizierten BIOS seine "Crapware" installierte, sorgt man nun mit einer weiteren fragwürdigen Software für Aufregung. Diese überwacht das Nutzungsverhalten von ThinkPad-Besitzern im Hintergrund ohne ausdrückliche Erlaubnis. Michael Horowitz von Computerworld hat das "Lenovo Customer Feedback Program" auf zwei verschiedenen ThinkPads entdeckt. Laut einem Support-Artikel kommt die Software aber auch auf ThinkCentre- und ThinkStation-Geräten zum Einsatz.

Diesen Umstand hat Lenovo bislang nicht ausdrücklich erwähnt. Vom Superfish-Skandal waren eigentlich nur Consumer-Geräte betroffen, die Business-Reihen galten bislang immer als Ausnahme. Pikanterweise hat Lenovo kurz nach dem Superfish-Skandal einen Support-Artikel veröffentlicht, in dem festgehalten wird, dass alle Lenovo-Geräte Software enthalten können, die mit dem Internet kommunizieren - auch ThinkPad-, ThinkCentre- und ThinkStation-Geräte.

Lenovo verliert Vertrauen

Die Software kommt offenbar zumindest seit November 2014 zum Einsatz, bislang fiel es einfach nur niemanden auf. Kein Wunder, versteckt Lenovo das Programm doch gut. In den Nutzungsbedingungen ist festgehalten, dass man diesen durch die Verwendung der Software automatisch zustimme.

Die Daten werden täglich anonymisiert an Lenovo weitergeleitet. Wie Horowitz anmerkt, sammelt Lenovo lediglich Nutzerdaten in Lenovo-Programmen - Windows 10 betreibe da spürbar mehr Tracking. Doch Lenovo bezahle derartige Aktionen mit dem Vertrauen seiner Nutzer, das bereits durch die letzten Skandale erschüttert wurde.