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Consumer Electronics Show
01/05/2011

LG: Smarte TVs, besseres 3D und Nano LED

Der koreanische Hersteller LG setzt auf smarte Fernsehgeräte, spendiert Flat-TVs einen App Store, lässt Nutzer die Fernbedienung schwingen und verbessert 3D mit passiven Brillen und akustischen Kuppeln.

LGs Pressekonferenz eröffnete offiziell Tag zwei der CES-Berichterstattung. Trotz der "unchristlichen Stunde" (die Konferenz begann um 8:00Uhr früh), für die sich LG mehrmals entschuldigte, wurde keine Rücksicht auf eventuell verschlafene Journalisten genommen und ein interessantes Produkt nach dem anderen vorgestellt. LGs Home-Entertainment-Schwerpunkte für das Jahr 2011 sind SmartTV und 3D.

SmartTV

LG hat SmartTV, die Plattform für seine vernetzten Flat-TVs, erweitert. Der Homescreen ist in mehrere Sektionen unterteilt. An der Unterseite befindet sich eine Leiste mit Verknüpfungen zu den Lieblingsanwendungen. Die linke Sektion zeigt das Live-Bild, etwa den TV-Kanal oder das gerade abgespielte Video von einem USB-Stick. Die "Premium"-Sektion ist speziell für SmartTV angepasste Inhalte gedacht. Hier gibt es etwa kostenlose Anwendungen, wie Facebook, Twitter, YouTube, Picasa und andere Google-Dienste, aber auch kostenpflichte On-Demand-Dienste. Dazu zählen in den USA etwa Netflix, Amazon Video, Hulu und Cinema Now. In Österreich könnten hier etwa Mediatheken von TV-Sendern integriert werden.

Magic Motion Remote

Eine weitere Sektion ist der App Store. Hier werden besonders beliebte und neue Anwendungen gezeigt. Wie beim Smartphone gibt es kostenlose und kostenpflichtige Apps. In Zukunft wird es hier auch vermehrt Spiele geben, die für die Steuerung mit der "LG Magic Motion Remote" angepasst sind. Diese Fernbedienung hat nur sechs Tasten und funktioniert wie ein Controller der Spielkonsole Wii. Durch das Zeigen auf den Flat-TV wird der Maus-Cursor bewegt. Beschleunigungssensoren in der Magic Motion Remote werden für die Mini-Games genutzt. So könnte man, wenn es nach LG geht, etwa in den Pausen eines Baseballs-Spiels mit der Magic Motion Remote ein paar Homeruns schlagen. Durch die Verknüpfung mit Apps und dem Internet könnte daraus etwa auch ein Online-Spiel werden: Ist die Pause in der Übertragung des Baseball-Spiels zu Ende, wird gezeigt, welcher der Spieler vor dem Flat-TV die meisten Homeruns geschlagen hat.

Eine ähnliche Strategie verfolgt auch Microsoft seit vergangenem Jahr in den USA mit der Xbox360. Wird ein Football-Spiel über die ESPN-Anwendung auf der Xbox360 angesehen, können sich die Seher für eines der beiden Teams entscheiden und in den Pausen Football-Quizfragen beantworten. Wird das Spiel fortgesetzt, zeigt die Xbox360 an, welche Fangruppe über das größere Football-Wissen verfügt.

Verknüpft


Eine weitere Möglichkeit um in SmartTV zu navigieren, ist das Smartphone. LG wird iPhone und Android Apps anbieten, mit denen durch die Menüs navigiert werden und über das virtuelle Keyboard Adressen im Browser eingegeben werden können. Eine weitere Funktion von SmartTV, die an Smartphones erinnert, in die übergreifende Suche. Gibt man einen Suchbegriff ein, werden die Inhalte im Heimnetzwerk, sowie auf diversen Diensten wie Picasa oder Hulu durchsucht.

Wie es sich für vernetzte TVs gehört, wird auch der DLNA-Standard unterstützt, um Inhalte wie Musik, Videos und Bilder vom PC oder Netzwerkfestplatten zu streamen. Die Wiedergabe von USB-Sticks und USB-Festplatten wird ebenfalls unterstützt. SmartTV wird dabei versuchen die passenden Metadaten, wie etwa Plattencover oder Filmposter, Titel und Informationen, zu Filmen und Liedern aus dem Internet herunterzuladen. Inwiefern das mit "Sicherungskopien" von Songs und Filmen funktioniert, wollte LG noch nicht verraten.

2011 werden 23 Flat-TVs erscheinen, die SmartTV integriert haben. Auch LGs neue Blu-ray-Player werden diese Funktion unterstützen. Alle SmartTV-Geräte haben entweder WLAN schon eingebaut oder werden mit einem WLAN-Adapter ausgeliefert. Wer SmartTV nutzen will, aber keinen LG-Flat-TV hat, kann dies mit dem SmartTV Upgrader. Die kleine Settop-Box wird einfach an einem HDMI-Anschluss des Flat-TVs angeschlossen. Preis und genaues Erscheinungsdatum ist noch nicht bekannt.

3D wird besser

Der 3D-Flop 2010 hat zwei Gründe: Quantität und Qualität. Auf die Verfügbarkeit der 3D-Inhalte hat LG zwar keinen Einfluss, aber dafür auf die Verbesserung der Technologie. LG setzt 2011 "Cinema3D". Flat-TVs mit diesem System nutzen Passiv-Brillen. Diese haben im Gegensatz zu den bisher gängigen Shutter-Brillen keine Elektronik eingebaut, sind also leichter und günstiger. Laut LG wird eine Brille unter 20 Gramm wiegen und unter 20 US-Dollar kosten. Bei Flat-TVs mit dieser Technik - 2011 sollen 18 Modelle erscheinen - sind vier dieser Brillen inkludiert.

Neben der Kostenersparnis bei Brillen hat diese Technologie weitere Vorteile: Der Betrachtungswinkel ist größer, man muss nicht mehr präzise vor dem Flat-TV sitzen, damit 3D-Inhalte richtig angezeigt werden. So wird das dreidimensionale Sehen auch für größere Gruppen interessant. Zudem wird das Flimmern, wie es bei der Shutter-Technologie vorkommen kann, beseitigt und das Bild ist heller.

Kuppel-Sound


Weitere 3D-Produkte im 2011er Portfolio von LG sind neue Blu-ray-Player, der derzeit größte 3D-Flat-TV "LZ9700" mit 72 Zoll, eine Soundbar, eine Netzwerk-Festplatte, die 2D-Inhalte auf 3D umrechnen kann und 3D-Projektoren. Ein portabler 3D-TV, der ganz ohne Brille auskommt, ist ebenfalls in Arbeit. Dreidimensional soll es auch beim Surround-Sound werden. Die 5.1-Anlage "HX996TS" setzt auf ein neues Lautsprecher-Design, das den Ton nicht nur um den Seher, sondern auch über ihn erzeugt. So soll eine akustische Kuppel um den Seher entstehen und ihm so mehr in den Film eintauchen lassen. Die Anlage soll noch Anfang 2011 auf den Markt kommen.

Nano LED

Ebenfalls neu von LG: Nano LED. Die verbesserte LED-Hintergrundbeleuchtung soll präziseres Local Dimming ermöglichen, weniger Strom verbrauchen und für hellere Bilder sorgen. 2011 werden 31 LED-TVs von LG erscheinen, die auf Nano-LED setzen. 2011 soll zudem ein OLED-TV mit 31-Zoll-Bildschirmdiagonale erscheinen. Da die OLED-Technologie in dieser Größe recht kostspielig ist, wird das Gerät wohl kaum Einzug in durchschnittliche Haushalte halten.

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