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FlyNet
11/22/2011

Lufthansa bringt Web auf Kurzstreckenflügen

Die deutsche Fluggesellschaft will im kommenden Jahr mit einem „Smartphone-FlyNet“ starten, damit Passagiere während des Flugs mit Handy oder auch Tablet das Web nutzen können. Telefonieren, auch über VoIP, wird nicht möglich sein.

Vor etwa einem Jahr hat die Lufthansa wieder mit Internet an Bord gestartet, Passagiere können auf ausgewählten Langstreckenflügen von und nach Frankfurt und München „FlyNet“ nutzen. Eine Stunde Internet kostet 10,95 Euro, für einen ganzen Flug wird ein 19,95-Euro-Pauschale verrechnet. Im kommenden Jahr wird die deutsche Fluggesellschaft damit beginnen, auch auf Kurz- und Mittelstrecken Internet an Bord anzubieten. „Wir sind gerade dabei, die ideale Lösung für ein solches Blackberry-FlyNet zu finden“, sagt Christine Foerster, Vizepräsidentin für das Destinations-Netzwerk und Flotten-Entwicklung bei der Lufthansa.

Anders als beim FlyNet auf der Langstrecke, bei dem die Kommunikation via Satelliten funktioniert, soll beim Kurzstrecken-Internet eine terrestrische Lösung zum Einsatz kommen. Das heißt, die Kommunikation Flugzeug-Erde läuft direkt ab. In den USA bieten bereits Airlines wie Delta oder Virgin America Internet an Bord an, bei dem das Flugzeug mit Bodenstationen kommuniziert. Virgin America hat ihr Gogo-Service bereits Ende 2008 vorgestellt, für einen Flug werden zwischen zehn und 13 Dollar verrechnet (abhängig davon, ob der Flug über oder unter drei Stunden dauert. Der Smartphone-Tarif bei Virgin America beträgt etwa acht Dollar.

Skypen ist verboten
„Eine terrestrische Lösung ist aber in Europa nicht so einfach, weil man für alle Länder, die man überfliegt, ein Roaming-Abkommen benötigt“, sagt Foerster. Zielgruppe des „Smartphone-FlyNet“ sind Business-Passagiere. Das Telefonieren via Internet (VoIP) oder Skype wird nicht erlaubt sein, aber das ist auch heute schon beim Satelliten-gebundenen FlyNet ebenfalls verboten, bzw. wird nicht gerne gesehen.

Die FlyNet-Flotte wächst
20 Langstreckenflugzeuge wurden bereits mit dem technischen Equipment ausgestattet. Ende des Jahres wird das FlyNet-Service auf die gesamte Langstrecken-Flotte ausgeweitet. Lediglich in einem Flugzeug-Typ müssen die Passagiere noch einige Zeit auf Internet an Bord verzichten, nämlich beim Airbus A380.

Die Entscheidung, FlyNet wieder einzuführen, fiel zu einem Zeitpunkt, zu dem bei den georderten und bereits ausgelieferten A380ern die Ausstattung nicht mehr rechtzeitig zertifiziert und folglich eingebaut werden konnte. Da der Einbau des FlyNet-Systems (Satelliten-Antennen, Verkabelungen etc.) etwa 30 Tage dauert, werden Passagiere bei den A380ern noch warten müssen, bis bei 380ern C-Checks anfallen - und das ist im Durchschnitt nach eineinhalb Jahren Betrieb der Fall.