Jetzt Drucken Zurück zum Artikel

Quelle: futurezone.at
Adresse: https://futurezone.at/produkte/mastercard-errechnet-gewicht-von-kunden-aus-einkaeufen/240.159.516
Datum: 09.01.2017, 20:19


Patentantrag

Mastercard errechnet Gewicht von Kunden aus Einkäufen.

Ein Patentantrag von Mastercard sorgt für Aufsehen. Gewicht und Größe von Kunden könnte aufgrund von Einkäufen berechnet und an Fluglinien weitergegeben werden.

Autor: Martin Stepanek

Übergewicht anhand der Kreditkartenzahlungen berechnen - das kann sich Mastercard vorstellen
Übergewicht anhand der Kreditkartenzahlungen berechnen - das kann sich Mastercard vorstellen - Foto: APA/dpa/Franziska Kraufmann

Dass Kreditkarten-Firmen über viele sensible Daten verfügen und genaue Kundenprofile anlegen können, ist längst bekannt. Dass die Daten theoretisch aber sogar dazu genutzt werden könnten, um Fluglinien vor übergewichtigen Gästen zu warnen, dürfte doch überraschen. Das kann sich zumindest Mastercard vorstellen, wie ein bereits 2015 eingereichter Patentantrag beweist, der erst jetzt das Licht der Öffentlichkeit erblickt.

Zusammenarbeit mit Fluglinien

In unverfänglicher Sprache beschreibt Mastercard den Vorgang. Es gehe um ein System, das Rückschlüsse auf die physische Größe des Karteninhabers machen könne, indem es die getätigten Kreditkartentransaktionen analysiere. Diese Ergebnisse sollen dann Transportunternehmen mitgeteilt werden, die wiederum bei der Zuteilung von Sitzplätzen darauf reagieren können.

Wie das in der Praxis aussehen und auch in puncto Datenschutz gelöst werden soll, ist einigermaßen unklar. Der Economist geht davon aus, dass Mastercard etwa die Größen gekaufter Schuhe und Kleidung analysieren könnte und so herausfindet, ob ein Passagier einen Sitz mit Übergröße oder etwa auch mehr Beinfreiheit benötigt.

Höhere Preise für Kunden?

Im besten Fall könnte eine Airline diese Information zu Gunsten ihrer Passagiere erhalten und etwa besonders große oder dicke Fluggäste nicht nebeneinander setzen. Im schlechtesten Fall müssen Passagiere einen Aufpreis für ihren Sitz zahlen oder bekommen überhaupt bei der Suche nach Flügen nur teurere Angebote angezeigt. Angesichts der Intransparenz, die schon jetzt bei der Preisgestaltung von Flügen herrscht, würden Kunden davon nicht einmal etwas mitbekommen.

Auch wenn es derzeit keine Anzeichen gibt, dass Mastercard das patentierte System in die Realität umsetzen möchte, zeigt der Antrag doch, was durch die Analyse von Kundendaten bereits möglich ist bzw. in Zukunft möglich sein wird. Da das Gewicht bei Flügen ein essenzieller Kostenfaktor ist und sich schon bisher in Zusatzgebühren für Gepäck niederschlug, ist das Szenario, das Gewicht von Passagieren miteinzubeziehen kein völlig abwägiges.

(futurezone) Erstellt am 09.01.2017, 20:06
Stichworte:   Fluglinien, Kreditkarte, Big Data, MasterCard,