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14.05.2012

Microsoft fördert Anti-Filesharing-Startup

Das russische Startup Pirate Pay will laut eigenen Angaben BitTorrent -Downloads von urheberrechtlich geschütztem Material ein Ende bereiten. Microsoft investierte 100.000 US-Dollar in das Unternehmen, das bereits Großaufträge von Sony Pictures und den Walt Disney Studios erhielt.

Das Filesharing-Protokoll BitTorrent ist Filmstudios und Plattenlabels bereits seit Jahren ein Dorn im Auge, da darüber schnell und einfach große Dateien verteilt werden können. So würden ihnen laut eigenen Angaben jedes Jahr mehrere Milliarden US-Dollar entgehen. Damit könnte aber bald Schluss sein - zumindest wenn es nach der russischen Firma "Pirate Pay" geht. Diese will eine Technologie entwickelt haben, mit der existierende BitTorrent-Downloads attackiert und somit unbrauchbar werden sollen. Einer der prominentesten Investoren ist der IT-Konzern Microsoft, der über einen Fonds das russische Startup im vergangenen Jahr mit 100.000 US-Dollar unterstützt hat.

Firmengeheimnis
Ursprünglich war die Software, deren Entwicklung vor drei Jahren begann, als Traffic-Verwaltungslösung für Internetanbieter gedacht. Doch nachdem die Entwickler erkannten, dass sie ihre Software auch zum Blockieren von BitTorrent-Downloads einsetzen konnten, konzentrierten sie sich auf das lukrative Geschäftsmodell. Die Firma verrät nicht, wie ihre Technologie genau funktioniert, der Blog TorrentFreak vermutet allerdings, dass Clients einfach nur mit falschen Nutzern getäuscht werden. Da jedes Mitglied eines BitTorrent-Netzwerks Daten empfängt und wiederum verteilt, kann so der Download zumindest erschwert werden. Doch laut Andrei Klimenko, CEO von Pirate Pay, sind auch weitere Techniken im Einsatz: "Wir senden falsche Daten über die IP-Adressen der verbundenen Nutzer an die Clients, sodass sie die Verbindung zum Netzwerk verlieren." Dafür kassiert man zwischen 12.000 und 50.000 US-Dollar pro Auftrag, je nach Aufwand.

Erste Großaufträge
Die Idee des Blockierens von BitTorrent-Downloads ist nicht neu. MediaDefender, mittlerweile bekannt unter dem Namen PeerMedia, bietet ebenfalls Attacken auf BitTorrent-Tracker sowie den Upload von Fake-Dateien an. Dennoch behaupten die Macher von Pirate Pay, dass ihre Technologie einzigartig sei, da sie relativ effizient und auf Ziel die unerlaubte Verbreitung von urheberrechtlich geschütztem Material verhindern können. Im vergangenen Dezember erhielt Pirate Pay erstmals einen Großauftrag von den Walt Disney Studios sowie Sony Pictures, den Film "Vysotsky: Thank God I`m Alive" (zu Deutsch: "Wyssozki - Danke für mein Leben") zu schützen. Nach eigenen Angaben wurden insgesamt 44.845 Downloads verhindert, genaue Zahlen über die dennoch erfolgreichen Downloads gab man allerdings nicht heraus.

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