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16.05.2013

Microsoft soll YouTube-App für WP8 entfernen

Google fordert von Microsoft, dass die erst vergangene Woche vorgestellte YouTube-App für Windows Phone 8 entfernt wird. Diese verletze die Nutzungsbestimmungen des Videodienstes, da keine Werbung angezeigt wird. Dies sei laut Microsoft aber ohne Zugang zur YouTube-API nicht möglich. Auch Google-CEO Larry Page meldet sich im Streitfall zu Wort.

Google hat offenbar Microsoft in einem Brief aufgefordert, die von Microsoft entwickelte YouTube-App für Windows 8 zu entfernen. Laut Google würde sie den Nutzungsbedingungen von YouTube widersprechen, da sie keine Werbung anzeigt und Downloads von Videos erlaubt, wodurch "das Ökosystem von YouTube bedroht" sei. Das berichtet der Tech-Blog The Verge, der auch eine Kopie des Briefes veröffentlicht hat. Darin heißt es unter anderem, dass die App bis zum 22.Mai aus dem Windows Phone Store entfernt werden soll.

Microsoft "nutzt" Google aus
Microsoft hatte die App erst vergangene Woche aktualisiert, bis dahin stand dahinter lediglich ein Link zur mobilen YouTube-Webseite. Microsoft hatte sich bereits zuvor bei der EU darüber beschwert, dass Google den Zugriff auf einige wichtige YouTube-Metadaten verweigert. Pikanterweise äußerte sich auch Google-CEO Larry Page im Rahmen der Google IO-Keynote zum Streit mit Microsoft. So tue sich Google "mit Firmen wie Microsoft schwer", da diese offene Plattformen ausnützen würden.

So habe Microsoft erst diese Woche vom offenen Aufbau der Google Talk-Plattform Nutzen gemacht und ohne Einwilligung von Google den Dienst in Outlook.com integriert. Dieser Streit erscheint aber ohnedies hinfällig, denn Google plant im Nachfolger von Google Talk, Hangout, die Unterstützung für den offenen XMPP-Standard zu streichen.

Zu Gesprächen bereit
In einem offiziellen Statement zum YouTube-Streitfall meinte ein Microsoft-Sprecher gegenüber The Verge, man wäre "sehr glücklich, Werbung zu integrieren", aber man benötige dazu auch den entsprechenden Zugang zu den APIs. Microsoft zeigte sich jedoch gesprächsbereit und wolle gemeinsam nach einer Lösung suchen. "Angesichts der Kommentare von Larry Page heute wollen wir für mehr Kompatibilität sorgen und das Problem gerne zusammen für unsere gemeinsamen Kunden lösen."

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