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Consumer Electronics Show

Microsoft Surface mit heimischer Software

Dass man mit Touchscreens mehr als Smartphones und Tablets bedienen kann, hat Microsoft im Rahmen der Consumer Electronics Show in Las Vegas bewiesen. Die neueste Version des Touchscreen-Tisches "Surface" hat einen 40-Zoll-Bildschirm, erkennt Objekte, kann lesen und wie ein Flat-TV an die Wand gehängt werden.

Möglich wird dies durch die "PixelSense"-Technik: Beim alten Modell erkannten fünf Kameras die Berührungen. "Jetzt haben wir in jedes achte Pixel einen Sensor eingebaut, der diesen Job übernimmt", sagt Somanna Palacanda, Chef der Surface-Abteilung bei Microsoft. Das macht auch eine schlanke Linie: Der alte Surface war über 50 Zentimeter dick - der neue misst nur zehn Zentimeter.

Hardware


Da PixelSense alle Berührungen und Objekte auf der Oberfläche erkennt, können mehrere Personen gleichzeitig Surface benutzen, etwa um ein Spiel zu spielen. Im KURIER-Test konnte die Präzision von Surface überzeugen, obwohl es sich noch um einen Prototypen handelte. Im Inneren arbeitet ein Windows-7-PC mit 2,9-GHz-Prozessor und 1-GB-Grafikkarte. Letztere wird benötigt, um grafisch aufwendige Programme in der FullHD-Auflösung darstellen zu können. Da bei Hardware und System auf bekannte PC-Komponenten gesetzt wird, können Programmierer die Surface Apps recht unkompliziert mit Visual Studio 2010 und dem Surface-SDK erstellen.

Der Samsung 40-Zoll-Bildschirm wird durch "Gorilla"-Glas geschützt. "Das übersteht eine Bierflasche, die aus 45 Zentimeter Höhe darauf fallen gelassen wird", so Palacanda. Größere oder kleinere Version des neuen Surface sind derzeit nicht geplant. "Wir haben mit Studien herausgefunden, dass 40-Zoll gerade richtig ist, um die ganze Oberfläche mit den Händen zu erreichen, wenn man vor Surface sitzt".

Österreich


Schon vor dem offiziellen Start des neuen Surface (Februar, ab 5800 Euro) ist Österreich auf dem Touchscreen-Tisch vertreten. Die heimische Software-Firma LieberLieber bastelte eine Anwendung, die auf Microsofts Kartendienst "Bing Maps" basiert. Man kann Sehenswürdigkeiten und Hotels suchen und die Karte mit Wisch- und Drehbewegungen erkunden. "Das ist eine Demo, um zu zeigen, was wir mit Surface machen können", sagt Christian Zauner von LieberLieber. "Wir arbeiten an weiteren Anwendungen, wie etwa Karten für Messen und Einkaufszentren sowie Software für Hotels und Tourismus-Infostellen."

Lesefähig


Als zweite österreichisches Firma ist Red Bull an Bord. Stellt man eine Dose des Getränks auf Surface, erscheint ein kreisförmiges Menü, über das Texte und Videos geöffnet, gedreht und größer oder kleiner gezogen werden.

Ein anderes Beispiel für die Interaktion mit Gegenständen wurde anhand einer digitalisierten Version des Garibaldi-Panoramas vorgeführt. Platziert man auf dem Bild zwei kleine Plastik-Zylinder, wird dazwischen eine Lupe eingeblendet, die den gewünschten Ausschnitt vergrößert.


Die auf Surface platzierten Gegenstände werden anhand ihrer Form und Größe oder eines Strichcodes, der an der Unterseite angebracht ist, erkannt. Die PixelSense-Technik ermöglicht es Surface sogar zu lesen. So könnte man etwa mit einem Gutschein aus einer Zeitschrift ins Geschäft gehen, diesen dort auf Surface legen und ihn so einlösen.

Das Ganze funktioniert auch umgekehrt: Surface kann Barcodes generieren. So könnte man mit Surface ein virtuelles Los ziehen, das einen Barcode enthält. Liest man diesen mit dem Handy ein, wird eine kostenlose App oder ein Gutschein für den direkten Download eines Songs freigeschalten. Auch Ergebnisse der Bing-Suche auf Surface können als Barcode angezeigt werden, um diese auf das Handy zu übertragen.

(Gregor Gruber/Las Vegas)

Surface kostet ohne Beine 5800 Euro, mit 6600 Euro

Kartenanwendung von LieberLieber

Bei der Red Bull Surface-App erscheint ein rundes Menü um die Dose

Auf Surface platzierte Plastik-Zylinder vergrößern das digitalisierte Panorama von Garibaldi

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