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29.09.2016

Microsoft zahlt für Zwangs-Upgrade bei Alzheimer-Patienten

Microsoft hat 650 Dollar gezahlt, weil ein ungewolltes Upgrade auf Windows 10 den Alltag eines Alzheimer-Patienten durcheinandergebracht hat.

Auf dem Rechner eines US-Alzheimerpatienten wurde gegen seinen Willen ein Upgrade von Windows 7 auf Windows 10 vorgenommen. Das hat den Mann verwirrt und seinen Sohn, einen IT-Fachmann, viele Stunden gekostet, um das System wieder auf den ursprünglichen Stand zu bringen. Microsoft hat 650 US-Dollar Entschädigung gezahlt, wie theregister berichtet. Auf dem PC des Betroffenen war Windows 7 installiert und so angepasst worden, dass es wie Windows XP ausgesehen hat. Das war notwendig, weil der Mann vor seiner Erkrankung mit XP gearbeitet hatte und nur an dieses System gewohnt war.

Hinterlistig

Als der Patient die Upgrade-Benachrichtigung bekam, wollte er sie wie gewohnt mit einem Klick auf das X-Symbol schließen. Weil Microsoft aber eine vielkritiserte, sehr aggressive Strategie verfolgte, die bei einem solchen Klick ein Hintergrund-Upgrade eingeleitet hat, wurde das gesamte System des Mannes durcheinandergebracht. Windows 10 verwirrte den beeinträchtigten Nutzer so sehr, dass sein Sohn zehn Stunden investieren musste, um die ursprüngliche Softwareumgebung wiederherzustellen.

Der Sohn drohte Microsoft daraufhin mit einer Klage. Damit wollte er laut kein Geld verdienen, sondern Microsoft das Eingeständnis abringen, dass die Upgrade-Strategie hinterlistig war. Am Telefon hat ein Microsoft-Vertreter dann auch eingestanden, dass es in der Benachrichtigung keine Möglichkeit gab, das Upgrade abzulehnen. Microsoft hat daraufhin 650 US-Dollar in Microsoft-Store-Gutscheinen und VISA-Prepaidkarten als Wiedergutmachung angeboten. Das hat der Sohn abgelehnt und stattdessen eine Spende in gleicher Höhe für eine Alzheimer-Hilfsorganisation gefordert. Das hat Microsoft abgelehnt und stattdessen einen Scheck über 650 Dollar geschickt. Den hat der Mann eingelöst und das Geld doch noch gespendet. Auf dem betroffenen Rechner wurde inzwischen Software installiert, die weitere Zwangsupgrdes verhindert. Microsoft sagt, es werde "weiterhin auf Kunden-Rückmeldungen hören und Verbesserungen auf dieser Basis anstreben."