Google
10/03/2010

Mordschauplatz Google Street View

Einen Tag nachdem Google sein Street View Service in Brasilien gestartet hatte, sorgte die Entdeckung zweier Mordschauplätze für Aufsehen.

von Thomas Prenner

Kurz nachdem Google seinen umstrittenen Dienst //Street View// in Brasilien gestartet hatte, tauchten Meldungen auf, wonach tragische Motive durch die Panoramabilder eingefangen wurden. An Schauplätzen in Rio de Janeiro und Belo Horizonte (Hauptstadt des Bundesstaates Minas Gerais) war jeweils eine Leiche zu sehen.

Das System, das die Google Street View Aufnahmen vollautomatisch erstellt und in den Dienst einbindet, kann zwar Gesichter verfremden, bewahrt jedoch nicht vor anderen fragwürdigen Bildern.

Nachdem sich die Meldungen über die Funde schnell über das Internet verbreiteten, reagierte Google prompt und entfernte die Fotos der betroffenen Stellen umgehend aus Street View. Die Bilder galten als besonders verstörend, da das öffentliche Leben an den betreffenden Stellen scheinbar unberührt weiterging.

Als Konsequenz hat Google die User nun aufgefordert ähnliche Funde bei Street View sofort durch den "Report a Problem" Button zu melden, der Konzern musste angesichts der hohen Mordrate in Brasilien hier besonders umsichtig reagieren.

Totgeglaubtes Kind in Großbritannien
Ein ähnlicher Fall mit weit weniger tragischem Ausgang wurde vor einigen Monaten auch von den Street View Kameras in Großbritannien eingefangen. In der Stadt Worcester (nahe Birmingham) war ein junges Mädchen zu sehen, das mit dem Gesicht nach unten auf dem Gehweg lag.

Nach Berichten der britischen Tageszeitung Daily Mail handelte es sich hierbei jedoch nicht um ein reales Drama, sondern um ein spielendes Kind, welches sich im entsprechenden Moment gerade tot stellte.

Kuriositätenkabinett Google Street View
Immer wieder entdecken User tragische oder kuriose Fundstücke bei Google Street View. Als 2008 in Australien ein betrunkener Mann an der Straßenseite liegend fotografiert wurde, wurden auch Vorwürfe laut, dass der Fahrer des berüchtigten //Street View Cars// keine Hilfe leistete, sondern tatenlos weiterfuhr.

Die Fundstücke sind jedoch nicht immer so tragisch, oft handelt es sich auch um amüsante Bilder oder Pannen, die dem Street View Team passieren, wie zum Beispiel die Fahrt durch eine zu niedrige Brücke. Auch Künstler wie die US-Amerikaner Robin Hewlett und Ben Kinsley haben in Street View bereits eine Plattform für ihr Projekt Street with a View entdeckt.

(Thomas Prenner)


Die Mordrate in Brasilien gilt mit über 25 Morden 100.000 Einwohner und Jahr als eine der höchsten weltweit, Österreich liegt hier bei weniger als einem Mord.