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Chronik
10/25/2010

Nach neun Jahren das Ende für Windows XP

Der Veteran unter den Microsoft-Betriebssystemen wird neun Jahre alt. Jetzt soll Windows XP eingemottet werden. Der Grund: Laut neuesten Verkaufszahlen von Microsoft hat der Nachfolger Windows 7 die an ihn gestellten Erwartungen übertroffen und soll somit seine beiden Vorgänger Windows Vista und Windows XP endgültig ersetzen.

Das Ganze ist nun etwas weniger als neun Jahre her. Damals erschienen die ersten CDs unter Freunden auf verschiedenen Veranstaltungen. Neu sah es schon aus. Doch was konnte das 2001 erschienene Windows XP eigentlich wirklich. Erst einmal war Skepsis angesagt. Wer wollte schon von dem bewährten Windows 98 wechseln? Doch die Neugier gewann irgendwann die Oberhand. Seitdem ist das alternde Betriebssystem ein ewiger Begleiter. Ob in Internetcafés rund um den Globus, oder auf dem ein oder anderen Büro-PC: Windows XP ist immer Omnipräsent. Doch für wie lange noch? Nach dem erfolgreichen Start von Windows 7 soll nun auch die Ära des neun Jahre alten Betriebssystems zu Ende gehen.

Windows XP, das erste Betriebssystem für den Otto-Normalverbraucher mit NT-Kern, kam am 25. Oktober 2001 auf den Markt. Es markierte nicht nur Microsofts endgültige Umstellung von MS-Dos-Betriebssystemen auf NT-Systeme, sondern sollte sich auch als das am längsten verfügbare Microsoft-Betriebssystem entpuppten. Nun, mit dem einjährigen Jubiläum von Windows 7, werden gleich zwei Betriebssysteme von Microsoft in den Ruhestand versetzt. Windows Vista, dem sicherlich nur sehr wenige hinterher weinen werden, und Windows XP.

Aktuell ist Windows XP noch das am häufigsten verbreitete Betriebssystem weltweit. Das soll sich aber in den nächsten Jahren ändern. Das aktuelle Betriebssystem Windows 7 soll so nach und nach seine beiden Vorgänger ersetzten. Wie FUTUREZONE bereits berichtete, ist das Betriebssystem Windows 7 auf dem besten Weg dahin. Somit endet eine Ära. Mittlerweile hat sich Windows XP als relativ stabiles System entpuppt. 2008 kam für das System die letzte größere Erweiterung, das Service Pack 3, heraus.

Aller Anfang ist schwer

Doch am Anfang sah die Situation für das damalige Flaggschiff von Microsoft nicht unbedingt rosig aus. Zwar stieg Microsoft mit XP erstmals auch für Privatkunden auf den stabileren Code der NT-Systeme um, aber es zeigten sich in den ersten Wochen horrende Sicherheitslücken, die es erst einmal zu stopfen galt. Bereits im Dezember 2001 räumte Microsoft schwerwiegende Fehler bei der Sicherheit des Betriebssystems ein.

Auch war das System mit seinen damaligen Voraussetzungen nicht für jedermann geeignet. Immerhin: Stolze 300 Megahertz an Prozessorleistung und 128 MB Arbeitsspeicher waren die Mindestherausforderung für das damals neue System. Wollte man die neuen visuellen Tricks der Betriebsoberfläche "Luna" verwenden, musste man noch mehr Hardware bereitstellen. Dafür bot das System aber auch die Auswahl an, zwischen den einzelnen Darbietungen zu wechseln. Entweder konnte der Benutzer auf ein freundliches Interface setzen (wir erinnern uns sicherlich noch an das kitschige Hintergrundbild, eine grüne Wiese unter blauem Himmel), oder auf die NT-gewohnte Benutzeroberfläche zurückgreifen. Überhaut war XP das erste Microsoft-System, dass sowohl für Privatkunden wie auch für Unternehmen gleichermaßen angeboten wurden. Somit verfügte XP also über zwei Vorgänger-Versionen. Das auf DOS ausgelegte Windows ME und der technische Vorgänger Windows 2000. Eine Trennung wurde aber dennoch vollzogen. Wenn auch in unterschiedlichen Versionen des einen Systems. Für Privatanwender wurde XP-Home Edition angeboten, für Unternehmen die XP-Professional Edition. Ein Trend, den Microsoft bis heute weiterverfolgt.

Lange Laufzeit durch fehlerhaften Nachfolger

Ab 2006 erschien der Nachfolger von Windows XP, Windows Vista. Hier sollte alles besser gemacht werden. Höhere Benutzerfreundlichkeit, bessere Kompatibilität, neues Design und mehr Sicherheit. Vista sollte XP ersetzen und, wie auch schon XP, für einen Anstieg bei den PC-Einkäufen sorgen. Dabei scheiterte das Nachfolgeprodukt jedoch relativ schnell. Für Privatanwender erschien das System erst im Januar. Der finanzielle Erfolg wurde dadurch extrem geschmälert. Vista entpuppte sich aber auch schnell als unausgereiftes Betriebssystem. Die Hardwareanforderung war zu hoch, die Leistung zu niedrig. Es gab besonders bei älteren Programmen extreme Kompatibilitätsprobleme. Manch anfänglich enthusiastischer Vista-Benutzer stieg nach ein paar Wochen wieder auf XP um, oder wechselte das System gänzlich. Auch ein Grund, warum Vista niemals den Erfolg verbuchen konnte, wie sein Vorgänger.

Doch nun scheint sich die XP-Ära endlich dem Ende zuzuneigen. Zugegeben: Bis alle XP-Systeme vom Netz gegangen sind, wird es sicherlich noch Jahre dauern. Der Trend an sich ist aber klar absehbar. Die steigende Verkaufszahlen bei Windows 7 und sinkende Anwenderzahlen bei Windows XP, werden sicherlich in nicht allzu ferner Zukunft zu einem Umschwung führen. Was übrig bleibt von knapp einem Jahrzehnt XP ist vielleicht etwas Wehmut. Aber den endgültigen Ruhestand hat sich der Veteran der MS-Betriebssysteme wahrhaftig verdient.

(Nardo Vogt)

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