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Tizen
09/28/2011

Nachfolger für Mobil-Betriebssystem MeeGo

Tizen heißt der neue Nachfolger des Mobil-Betriebsystems MeeGo. Tizen soll auf Open Source- und Linux-Basis entstehen und vor allem auf das Web-Format HTML5 ausgelegt sein. Eine erste Version soll bereits Anfang 2012 veröffentlicht werden.

Das bislang wenig erfolgreiche Mobil-Betriebssystem MeeGo bekommt einen Nachfolger: Unter dem Namen Tizen soll eine offene Software-Plattform auf Basis von Linux entstehen. Sie soll konsequent auf das neue Web-Format HTML5 ausgelegt sein, das es zum Beispiel erlaubt, Video-Inhalte ohne weitere Player-Software direkt im Internet-Browser wiederzugeben.

Die Federführung bei dem Tizen-Projekt übernehmen Intel und Samsung, wie am Dienstagabend mitgeteilt wurde. Die erste Version der Software soll im ersten Quartal 2012 erscheinen.

Imad Sousou vom MeeGo-Entwickler-Team schrieb am Dienstag in einem Blogeintrag, dass er die Zukunft des Webs in HTML5 sehe und Tizen ebenso wie MeeGo mit einem technischen Team bei der Linux Foundation, das die Entwicklung leite, ausgestattet werde. Die Linux Foundation hieß Tizen am Dienstag "Willkommen". Es werden die selben Open Source-Prinzipien wie bei MeeGo zum Einsatz kommen, versprach man dort in einem Blogposting.

Zu langsame Entwicklung
Der weltgrößte Chiphersteller Intel hatte MeeGo zusammen mit dem Handy-Weltmarktführer Nokia im Februar 2010 angekündigt. Dahinter stand ein ambitionierter Plan, eine neue offene Software-Plattform für alle Arten von Geräten von Smartphones und Tablet-Computern bis hin zu Fernsehern zu etablieren. Allerdings machte der schnelle Aufstieg des Google-Betriebssystems Android zum Smartphone-Spitzenreiter den beiden Partnern einen Strich durch die Rechnung.

Nokia entschied sich Anfang dieses Jahres für Microsofts Windows Phone als nächstes Smartphone-Betriebssystem, weil die Entwicklung von MeeGo zu lange dauere. Diese Woche brachten die Finnen zwar noch ihr erstes MeeGo-Telefon N9 auf den Markt, aber nicht in den wichtigsten Smartphone-Märkten.

Kompabilität
Auch Tizen soll nicht nur Smartphones und Tablets, sondern auch Heimelektronik oder Autoradios zum laufen bringen. Die neue Plattform soll mit MeeGo kompatibel sein. Hinter dem neuen Projekt steht auch die LiMo-Stiftung mit Panasonic, NEC, Telefónica oder Vodafone, die Linux auf mobilen Geräten voranbringen will. Intel will zugleich auch die Entwicklung von MeeGo weiter unterstützen.