© Flimmit

ORS
09/23/2014

Netflix-Alternative Flimmit soll "Feinkostladen" werden

Die ORS gab erstmals einen groben Ausblick auf die Zukunft von Flimmit, an dem sich die ORF-Tochter kürzlich beteiligte. Man wolle sich "US-Supermarktketten" entgegenstellen.

von Michael Leitner

Der ORF möchte dem vergangene Woche in Österreich gestarteten US-Streaming-Anbieter Netflix mit Flimmit Paroli bieten. Der ORF hat sich kürzlich über die ORS zu 25 Prozent am österreichischen Start-up beteiligt, sie soll laut Michael Wagenhofer, dem kaufmännischen Geschäftsführer der ORS, zu einer "österreichischen Alternative" aufgebaut werden. Flimmit soll eine Plattform für jene Content-Anbieter werden, die "nicht mit einer US-Supermarktkette zusammenarbeiten, sondern in einem Feinkostladen anbieten wollen." Ob das als Flatrate oder weiterhin ein Video-on-Demand-Angebot sein werde, ließ der ORS-Geschäftsführer offen.

"Richtung All-HD-Future"

Trotz des Trends zu Streaming-Anbietern wie Netflix, Maxdome oder Sky Go sieht man bei der ORF-Tochter die Zukunft gelassen. "Wir entwickeln uns nicht trotz, sondern gerade wegen Dingen wie Netflix oder der Digitalen Dividende gut", sagt Wagenhofer. Die Fernseh-Nutzung liege in Österreich mit durchschnittlich 168 Minuten täglich sehr hoch und das werde sich nach Ansicht Wagenhofers auch mit Netflix nicht ändern.

Als Beispiel führt er den US-Markt an, auf dem Netflix bereits seit sieben Jahren tätig ist. Dort werden in der Gruppe der 18 bis 35-Jährigen durchschnittlich vier Stunden Fernsehen täglich konsumiert, aber lediglich 35 Minuten bei Streaming-Angeboten. Das Zeit-Budget vergrößere sich jedoch, wodurch beide Angebote friedlich koexistieren könnten. Die größte Herausforderung im TV-Geschäft sieht er eher durch den breiten Umstieg auf HD. "Wir steuern Richtung All-HD-Future." Spätestens 2020 rechnet er in Europa mit dem Umstieg aller TV-Sender.

Flimmit auf simpliTV-Box

Flimmit soll laut Norbert Grill, dem technischen Geschäftsführer der ORS, auch in die kommende simpliTV Hybrid-Empfangsbox, die 2015 veröffentlicht werden soll, integriert werden. Die Idee dahinter sei, dass man auf Knopfdruck zwischen linearem und non-linearem Fernsehen wechseln könne. Dazu werden auch DRM-Maßnahmen nachgerüstet. Trotz des "Feinkostladens" werde die Box aber auch Zugriff auf weitere Video-on-Demand- und Streaming-Plattformen erhalten. Welche genau das sein werden, gab die ORS nicht bekannt.