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08.10.2010

Neue Details zu Amazons Android-App-Store

Die Gerüchte um einen Android-App-Store von Amazon verdichten sich nach einem E-Mail an App-Entwickler. Dem zufolge will Amazon Apps prüfen, schlechte Produkte verbannen und allgemein Ordnung im Android-Dschungel schaffen.

Dass Amazon in den Verkauf von Apps für Googles Smartphone-Betriebssystem Android einsteigen will, kursiert als Gerücht bereits seit einigen Tagen durch das Internet. Nun gelangte ein E-Mail an die Öffentlichkeit, das Amazon an App-Entwickler versandt hatte. Daraus gehen neue Details zum geplanten App-Store hervor, der Googles Android Market in Zukunft Konkurrenz machen soll. Seitens der App-Entwickler wäre ein Amazon-App-Store eine willkommene Alternative zu Googles Marktplatz. Letzterer steht in hartem Kontrast zu Apples iTunes App-Store, für den es ein hartes Aufnahmeverfahren gibt. Ein normierter Aufnahme-Prozess existiert im Android Market nämlich nicht, was der Plattform ein gewisses "Wild West"-Flair verleiht.

Mehr Ordnung

Entwickler gehen davon aus, das ein Amazon App-Store organisierter wäre. Das Online-Kaufhaus schreibt in seiner E-Mail, dass Apps untersucht werden würden. Diejenigen Applikationen, die Amazons Standards gefährden, würden aus dem App-Store verbannt werden. Die Entwickler und Betreiber von qualitativ hochwertigen Mobil-Programmen sehen darin eine Chance, aus der Masse von mittlerweile 80.000 Android-Apps hervorzustechen.

Vorhandener Kundenstamm

Amazon wollte in einem Bericht des Wall Street Journal keine Stellungnahme zum Start eines eigenen App-Stores abgeben. Offiziell wurde die Verkaufssparte noch nicht angekündigt. Analysten schätzen das Potential eines Amazon-App-Stores hoch ein. Vor allem gegenüber Google liegt ein Vorteil auf der Hand: Amazon hat funktionierende Zahlungs-Routinen mit Millionen Kunden aus aller Welt. Auch mit Online-Produkten zum Downloaden, wie Musik oder Videos, hat Amazon bereits Erfahrung.

Offenes Feld für App-Stores

Doch Amazon steht mit seinem Vorhaben, den App-Markt aufzumischen, nicht allein da. In den USA bringt Mobilfunker Verizon sein VCAST-Service auf Android-Geräte. Auch Best Buy überlegt den Einstieg ins App-Store-Segment. Android-Geräte ziehen Laden-Eröffnungen besonders an, sind sie doch die am schnellsten wachsende Smartphone-Kategorie.

Darüber, dass der Anstieg an Smartphones Amazon einige Chancen bieten würde, zeigte sich Amazons Finanzchef Tom Szkutak bereits im April 2010 enthusiastisch: "Wir sind begeistert, dass sich die Welt dahingehend verändert, dass jeder ein 3G-verbundenes Gerät besitzt, um damit im Netz zu surfen."

( David Kotrba)

Futurezone.at-Artikel: App-Stores im Größenvergleich