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Österreich
07/18/2011

NFC: Kontaktlos zahlen mit Kreditkarte startet

In Zusammenarbeit mit der Firma Hobex und Mastercard will die Raiffeisen Bankengruppe Österreich mit NFC-Chips ausgestattete Kreditkarten ausgeben. Derzeit läuft ein Piloprojekt, das "in Kürze" in den österreichweiten Start übergehen soll.

von Jakob Steinschaden

"Kontaktloses Zahlen ist bis zu 40 Prozent schneller als das herkömmliche Bezahlen mit einer Kreditkarte", so Gerald Kubu, Leiter CardService der Raiffeisen Bank International AG. "Die Technik spart nicht nur den Kunden Zeit, sondern beschleunigt auch die Abrechnungen für die Handelsbetriebe." Gilt die “Near Field Communication”-Technologie schon seit längerem als zukunftsträchtig (die futurezone berichtete

,
und
), so wird sie in Österreich den großen Durchbruch wohl vor allem im Bereich des bargeldlosen Zahlens erleben.

Gemeinsam mit der Salzburger hobex AG testet Raiffeisen derzeit NFC-taugliche Kreditkarten und -Terminals, die “in Kürze” österreichweit eingeführt werden sollen. Das Pilotprojekt, das noch 2 bis 3 Wochen laufen soll, wird übrigens in der Kantine des Raiffeisen-International-HQs durchgeführt. Wie hobex AG-Chef Christian Erasim zur futurezone sagte, können Raiffeisen-Kunden ab 1. August NFC-taugliche Kreditkarten bestellen.

Maximal 25 Euro
Die versprochene Zeitersparnis kommt deswegen zustande, weil man etwa im Supermarkt seine Kreditkarte nur mehr an den NFC-Terminal halten muss, um die Zahlung zu bestätigen - PIN-Eingabe oder Unterschrift sind nicht mehr notwendig. Weil der Bezahlvorgang aber auch mit Sicherheitsrisiken verbunden ist (eine gestohlene Kreditkarte ist sehr einfach zu missbrauchen), sind NFC-Zahlungen auf 25 Euro limitiert. Überschreitet der zu zahlende Betrag diese Grenze, wird wieder per Unterschrift oder Geheimnummer autorisiert.

Keine Mehrkosten

Die NFC-Kreditkarten werden zuerst von Mastercard ausgegeben. Deren integrierte “Paypass”-Technologie funktioniert weltweit bereits an 310.000 Akzeptanzstellen. Die hobex AG selbst betreibt derzeit 17.000 Kundenterminals, die in den nächsten Monaten schrittweise auf NFC aufgerüstet werden sollen - vorrangig dort, wo Nachfrage besteht, also viele NFC-Karten in Umlauf gebracht werden. “Mehrkosten kommen auf den Kunden auf keinen Fall zu”, so hobex AG-Chef Erasim. “Es sind die gleichen Kosten wie bei normalen Transaktionen." NFC auch in die in Österreich populären Bankomatkarte zu integrieren, ist derzeit noch geplant.

Handys "noch nicht reif"
Erasim rechnet 2011 mit “mehreren Hundert” NFC-Kunden, der große Durchbruch wird dann für 2012 erwartet. Zwar seien seine NFC-Terminals mit künftigen NFC-Handys kompatibel, doch sei er sich “nicht sicher, ob die zeit reif für NFC-Handys ist”. Eine Kreditkarte halte im Schnitt drei Jahre, während Mobiltelefone viel öfter gewechselt werden. “Ein Handy-Wechsel ist bei NFC-Zahlungen nicht einfach”, sagt Erasim. So müsse man bei einem Provider-Wechsel etwa die SIM-Karte mitnehmen.

USA schon weiter

Google hat mit “Wallet” und den Partnern Mastercard, Citi und Sprint (die futurezone berichtete

) in den USA bereits einen Dienst in ausgewählten Städten eingeführt, der Besitzern von “Nexus S 4G”-geräten das bargeldlose Zahlen unterwegs erlaubt. Auch VISA experimentiert derzeit auf dem Gebiet und hat mit Samsung diesbezüglich eine Allianz geschlossen (futurezone-Bericht
). Auch Apple und Amazon werden NFC-Ambitionen nachgesagt.

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