Produkte 15.03.2013

ÖNB vermittelt spielerisch Finanzwissen

Mit dem Finanzcockpit hat die Österreichische Nationalbank ein Online-Tool vorgestellt, mit dem Jugendliche mehr Bewusstsein für verschiedene Anlageformen bekommen sollen. Das Tool wurde von den Wiener Entwicklern Ovos produziert, die mit dem Lernspiel Ludwig internationale Erfolge feiern konnten. Das neue Finanz-Spiel soll jedoch nicht als Anlageberater dienen.

War die Veranlagung in Gold oder Aktien immer lukrativ? Welche Risiken erwarten mich bei Derivaten oder Anleihen? Fragen, die selbst so mancher Erwachsene nicht verlässlich beantworten kann. Die Antworten darauf sollen nun Jugendlichen ab 16 Jahren näher gebracht werden. Die Österreichische Nationalbank hat dazu ein Tool vorgestellt, das bei künftigen Finanzentscheidungen helfen und den Jugendlichen beibringen soll, dass mehr Ertrag zumeist mit mehr Risiko verbunden ist. Ein vollwertiger Ersatz für eine Anlageberatung sei es dennoch nicht. "Wir wollen nur Anhaltspunkte geben, welche Ertragschancen und Risiken bei verschiedenen Anlageprodukten bestehen", meint die ÖNB auf Anfrage der futurezone.

Finanzcockpit ÖNB
© Bild: Ovos

Profil: Zurückhaltender Anlagetyp
Das Tool ist in vier unterschiedliche Module gegliedert, die grundlegendes Wissen für künftige Finanzentscheidungen liefern sollen. Im Rahmen des ersten Moduls wird ein Risikoprofil erstellt, bei dem der Nutzer mehr über sein Verhalten als Anleger erfährt. Durch Zusammenstellen eines eigenen Portfolios aus vier zur Auswahl stehenden Anlageformen sollen die Nutzer über deren Volatilität informiert werden. Wichtige Begriffe können in der Wissensbörse nachgelesen werden.

Darts, Sondermünzen und Anlagerisiko
Beim Geschicklichkeitsspiel „Risiko-Darts" sollen sich die Nutzer spielerisch mit Risiko- und Ertragschancen auseinandersetzen können. Dazu muss zunächst ein Wissensquiz bewältigt werden, bei dem der Nutzer für jede Frage Punkte erhält. Diese Punkte werden anschließend beim Dart-Spiel multipliziert, wobei sich der Multiplikator nach der ausgewählten Schwierigkeit richtet. Mit einer ausreichenden Punkteanzahl darf an der quartalsweisen Verlosung von Euro-Sondermünzen teilgenommen werden.

Auch für mobile Plattformen tauglich
© Bild: Ovos

Serious Game-Spezialisten aus Wien
Das Tool wurde vom Wiener Entwicklerstudio Ovos konzipiert, das für das

im vergangenen Jahr den futurezone Award
erhielt und heuer beim Staatspreis gewann. Doch während Ludwig ein vollwertiges 3D-Spiel war, soll das Finanzcockpit laut Jörg Hofstätter von Ovos ein Werkzeug für Jugendliche sein. "Mit einem spielerischer Ansatz ist dieses Thema für Jugendliche deutlich einfacher zu vermitteln als mit langen PDFs", meint Hofstätter gegenüber der futurezone.

Spiel gegen das Vergessen
Ovos hat sich auf digitale Anwendungen für spielerische Wissensvermittlung spezialisiert, auch bekannt als sogenannte Serious Games. Dieses Konzept findet mittlerweile auch bei Unternehmen sehr viel Anwendung, zum Beispiel für das Training von neuen Mitarbeitern. Zur Zeit wagt sich Ovos in ein völlig neues Gebiet und arbeitet an einem Serious Game für PC-Nutzer, die älter als 55 Jahre sind. "Wir wissen vor einem neuen Projekt meist recht wenig, wie es genau aussehen wird und tasten uns durch Probieren heran", beschreibt Hofstätter das Vorgehen. Das Projekt mit dem Titel "Für das Erinnern, gegen das Vergessen" befindet sich derzeit noch in dieser Experimentier-Phase, weswegen dafür noch kein Zeitplan steht.

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( futurezone ) Erstellt am 15.03.2013