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07.11.2012

Österreich: Spotify lässt Facebook-Zwang fallen

Eines der Hauptärgernisse bei der Nutzung des Musik-Streaming-Dienstes Spotify für österreichische Interessierte war, dass man sich per Facebook einloggen musste. Diese Hürde ist nun still und heimlich gefallen: Ab sofort kann man sich auch per E-Mail-Adresse und Nickname anmelden.

Während in Deutschland die Facebook-Pflicht für Spotify-Nutzer schon vor längerem gefallen ist, bestand der Musik-Streaming-Dienst aus Schweden in Österreich bis vor kurzem auf das Einloggen per Facebook-Account - eine Nutzung ohne Profil in dem Online-Netzwerk war somit nicht möglich.

Diese Regel hat Spotify jetzt offenbar abgeschafft: Wie die futurezone in Erfahrung bringen konnte, kann man sich unter https://www.spotify.com/at/signup/open jetzt ein Konto einfach per E-Mail-Adresse erstellen. Damit fällt auch die Klarnamenpflicht, die durch die Facebook-Integration zuvor auferlegt wurde. Als neuer Nutzer kann man sich einfach einen beliebigen (freien) Nicknamen aussuchen, unter dem der Account dann gegebenenfalls für andere Nutzer sichtbar ist (z.B. beim Erstellen gemeinsamer Playlists).

Spotify hat seit dem Start in Österreich Ende 2011 wie auch in vielen anderen Ländern auf Facebook gesetzt, weil man davon ausging, so schnell und viele User zu gewinnen. Der exklusive Zugang für Facebook-Nutzer (Spotify teilt sich mit dem Online-Netzwerk die gleichen Investoren) dürfte im Wettbewerb mit Konkurrenten wie Deezer oder Microsoft (Xbox Music, die futurezone berichtete) nicht mehr reichen.

"Kleine Nutzergruppen"
Das Wegfallen des Facebook-Zwangs wurde von Spotify in Österreich noch nicht kommuniziert. Das offizielle Statement von Spotify gegenüber der futurezone liest sich so, als wolle man den Partner Facebook mit dem Ende des exklusiven Zugangs nicht verärgern - die neue Anmeldemöglichkeit per E-Mail-Adresse wird als "technischer Test" dargestellt:

" Spotify arbeitet ständig daran, seinen Nutzern den besten, schnellsten und am einfachsten Musik Streaming Service anzubieten. Daher führt Spotify immer wieder technische Tests und Analysen mit kleinen Nutzergruppen durch. Spotify ist als Tech-Unternehmen sehr schnell in seinen Weiterentwicklungen – solche Tests gehören daher zum Standard bei Spotify, um sicherzustellen, dass Spotify-Nutzer das beste und einfachste Musikerlebnis erhalten."

Wie ein schneller futurezone-Check zeigt, kann man tatsächlich einen neuen Spotify-Account per E-Mail-Adresse und Nickname anlegen. Beim Starten der Desktop-Software wird man zwar aufgefordert, den Account mit Facebook zu verknüpfen, doch das kann man mit einem Klick auf "Nein danke" verweigern.

Danach kann man den Streaming-Dienst voll nutzen - je nach Konto-Typ (Unlimited um 4,99 Euro/Monat, Premium um 9,99 Euro/Monat) ohne Werbeunterbrechungen und/oder am Smartphone/Tablet.

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