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17.02.2012

Philips TV stellt neues Produktportfolio vor

Erstmals nach der Übernahme der Fernsehsparte durch den taiwanesischen Elektronikhersteller TPV erneuert Philips sein Produktangebot. Dabei setzt man voll auf LED, 3D und Smart TV - OLED soll frühestens auf der IFA vorgestellt werden.

Philips hat erstmals seit der Bekanntgabe des Joint Ventures zwischen dem taiwanesischen Hardwarehersteller TPV und der TV-Sparte des Elektronikkonzerns aus den Niederlanden, sein Produktportfolio erneuert. Im Rahmen der Philips Roadshow, die in den nächsten 11 Wochen quer durch Deutschland, Österreich und die Schweiz zieht, wurde am Donnerstag in der Hafenstadt Hamburg das vorläufige Fernseh-Lineup für 2012 vorgestellt.

Auffallend: Philips wird künftig nur mehr auf LED-Technologie setzen, die Modelle der neuen 3000er Serie, die mit 32 bis 47 Zoll Bildschirmdiagonale angeboten werden, sind die letzten Fernsehgeräte von Philips mit LCD-Panel. Ansonsten fehlen ihnen bereits jetzt zahlreiche Features und Bildverbesserungstechnologien, die den LED-Modellen vorbehalten sind. Diese sind ab der 5500er Serie in Größen von 32 bis 55 Zoll verfügbar. Die kleinsten Modelle bietet die LED-Einsteigerserie 3500, die 19 bis 42 Zoll groß sind. Die Einführung der neuen Modelle ist im Laufe des März geplant, die Spitzenmodelle werden dann voraussichtlich im April folgen.

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Philips 3000

Philips 3500

Philips 4000

Philips 5000

Philips 5500

Philips 6000

Philips Fernbedienung

Philips Fernbedienung

Philips 7000

Philips 8000

Zukunftshoffnung Smart TV
Neben LED sollen auch die Bereiche Smart TV, 3D und Ambilight für zusätzliche Kaufanreize sorgen. Das 2009 eingeführte Smart TV, eine Online-Benutzeroberfläche für Fernseher, wird künftig bereits ab der 3500er Serie angeboten und soll mit einem großen App-Angebot der Konkurrenz von Google (Google TV) und Apple (Apple TV) Paroli bieten. So werden neben Apps für die Online-Videotheken zahlreicher Fernsehsender wie ARD oder ZDF künftig auch Video On Demand-Plattformen wie maxdome ihr Angebot auf die Smart TV-Plattform ausbauen. Philips arbeitet hier bereits mit den Mitbewerbern Loewe, LG und Sharp zusammen, im Laufe des Jahres sollen noch weitere Unternehmen in die Smart TV-Allianz miteinsteigen.

Das Smart TV-Angebot wird künftig in drei Kategorien eingeteilt: die Basis-Version, Plus und Premium. Die Basis-Version gibt es nur in der 3500er-Serie und bietet neben YouTube nur die Pause-Funktion sowie den DLNA-Media Browser. Ab Smart TV Plus (4000 bis 5500er Serie) sind nahezu alle wichtigen Funktionen integriert: Internet-Browser, Apps, Tastatur- und Mausunterstützung sowie USB-Aufnahme. Lediglich ein Feature fehlt: die Skype-Integration. Diese ist den Modellen ab der 6000er Serie vorbehalten, bei denen eine eigens von Philips entwickelte USB-Kamera nachgerüstet werden kann und die Video- und Sprachtelefonie vom Fernseher aus erlaubt. Alle anderen Geräte können mit einem Philips-Gerät, das über das "Plugged into Skype"-Logo verfügt, notfalls auch mit der Skype-Kamera nachgerüstet werden.

© Bild: Philips

Nur ein Gerät mit Easy 3D
Im 3D-Bereich überraschte, dass nur die 6000er Serie über die 3D-Easy Technologie verfügt. Diese passive 3D-Technik erlaubt die Nutzung einfacher Polarisationsbrillen, die im Gegensatz zu den für aktives 3D benötigten Shutter-Brillen keinen Akku haben und daher deutlich günstiger sind. Alle anderen Geräte ab der 5500er Serie aufwärts sind mit der Easy Max Technologie ausgestattet, deren Shutter-Brillen künftig mit 75 und 72 Hz daherkommen werden. Bei den ansonsten üblichen 50 bzw. 60 Hz ist, besonders bei fremden Lichtquellen im Sichtbereich, ein starkes Flimmern sichtbar. In einem Praxistest der futurezone war das Flimmern mit der erhöhten Frequenz der Shutter-Brille nicht mehr zu sehen.

Ambilight im Mittelpunkt
Ambilight, das Markenzeichen der Philips Fernsehgeräte schlechthin, soll gerade jetzt weiter ausgebaut werden. Noch sei man nämlich auf der Suche nach einem Namen für das Joint Venture, derzeit läuft es noch unter dem Titel Philips TV. Bis Ende des Jahres soll allerdings ein anderer Name gefunden werden und die Vermutung liegt nahe, dass dabei Ambilight in den Mittelpunkt gerückt werden soll. Die Stärke der Marke Ambilight unterstrich Philips mit einer Statistik: wäre Ambilight eine eigene Marke, hätte man derzeit einen zweistelligen Marktanteil - Philips TV gesamt hält als Nummer 2 auf dem Markt derzeit bei knapp 16 Prozent.

Mit den neuen Modellen ändert sich auch an der Ambilight Technologie so einiges. Statt abgedeckten LEDs setzt man nun auf direkt abstrahlende LEDs, die in das Gehäuse eingelassen sind. Durch die alte Bauweise gingen Philips zufolge bis zu 40 Prozent Leistung verloren. Diese sollen nun einem geringeren Stromverbrauch zu Gute kommen. Ab der 6000er Serie ist zweiseitiges Ambilight verbaut, nur die Modelle der 8000er Serie haben derzeit dreiseitiges Ambilight.

Auch an den Bildverbesserungstechniken hat das Team rund um Chefentwickler Danny Tack einige Veränderungen vorgenommen. So wurde der Moth Eye-Filter, der Reflexionen verringern soll, weiter verbessert und ermöglicht ein extrem hohes Kontrastverhältnis von 150.000.000:1. Die Verbesserungen fließen bereits jetzt in die neuen Produkte mit ein, doch die wahren Highlights sind erst für die Fachmesse IFA im September geplant. Dort dürfte dann wohl auch die neue 9000er Serie und neue Modelle mit dem von Philips forcierten 21:9-Format vorgestellt werden. OLED-Modelle wurden zwar noch nicht offiziell von Philips angekündigt, allerdings werde man definitiv bis spätestens 2013 entsprechende Geräte auf den Markt bringen.

Schwieriger TV-Markt
Mit dem neuen Angebot setzt Philips auf ein überschaubares Spektrum, das zwar keine Features vermissen lässt, aber auch nichts wirklich Neues bietet. Das liegt wohl auch an der derzeitig schwierigen Marktsituation: die Absatzzahlen sinken ebenso wie die Preise. Doch das Interesse an neuen Technologien wie 3D und LED ist dem Marktforschungsinstitut GfK zufolge steigend. "Wir haben Herausforderungen zu bewältigen, aber wir versuchen mit Innovationen dagegen zu arbeiten", meint John Olsen, Leiter von Philips TV für den deutschsprachigen Raum. Daher werden sich die Preise für die neuen Modelle auch auf dem selben Niveau wie deren Vorgänger bewegen.

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