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Erweiterung
04/05/2012

Priv.ly: Verschlüsselung für soziale Netzwerke

Mit der Browsererweiterung soll jeder beliebige Beitrag auf Plattformen wie Facebook, Gmail oder Twitter verschlüsselt werden und so nie auf den Servern der Internetgiganten landen.

Eine Browsererweiterung von mehreren Informatikstudenten der Oregon State University will die Privatsphäre im Internet verbessern. Mit Privly sollen Nachrichten per Mausklick verschlüsselt und die Sichtbarkeit eingeschränkt werden. Der Clou ist jedoch, dass sich die verschlüsselten Nachrichten als Links in jeden beliebigen Dienst, wie auch Gmail, Twitter oder Facebook einbinden lassen können und erst mit Hilfe der Browsererweiterung und dem entsprechenden Key die vollständige Nachricht angezeigt wird. Da die eigentliche Nachricht aber nicht auf den Servern von Facebook und Co, sondern auf denen von Privly lagert, kann diese jederzeit verändert werden.

Kostenlose Verschlüsselung
"Unternehmen wie Twitter, Google und Facebook stellen Sie vor die Wahl zwischen Privatsphäre und modernster Technologie", sagt Sean McGregor, der leitende Entwickler von Privly in einem Video auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter, in dem er das Projekt vorstellt. Derzeit gibt es lediglich eine erste Testversion ohne Verschlüsselung, die als "Proof-of-Concept" dienen soll, sowie eine Webseite, auf der man sich für die Testphase anmelden kann. Das Team von Privly sammelt derzeit auf Kickstarter Startkapital für die Entwicklung des Programms. Die Grundversion von Privly, in der die Entschlüsselung über die PGP-Server erfolgt, soll auch nach Fertigstellung kostenlos bleiben. Allerdings werden zusätzliche Funktionen wie das Editieren oder Löschen von Inhalten, die den Privly-Server miteinbeziehen, kostenpflichtig sein.

Kritik am Konzept
Dabei hat das Konzept von Privly auch einige Kritiker auf den Plan gerufen. So wird in den Kommentaren auf der Kickstarter-Seite das Konzept der nachträglich bearbeitbaren Beiträge in Frage gestellt, da die Funktion recht einfach missbräuchlich verwendet werden könnte. Auch die Tatsache, dass die Daten dann schlussendlich nicht auf den Servern der Internetgiganten Google, Facebook und Twitter aber in die Hände von Privly gelangen könnten, wird kritisiert. Dem entgegnen die Entwickler allerdings mit einem komplexen Verschlüsselungsalgorithmus, durch den selbst sie keinen Zugriff auf die Inhalte hätten.