Surfen im Ausland wird günstiger

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06/09/2017

Roaming-Aus: "Teufel steckt im Detail"

Am 15. Juni sollen Roaming-Gebühren in der EU Geschichte sein, jedoch nicht ohne Einschränkungen. Nun kommt Kritik von Verbraucherschützern.

Rechtzeitig zur Urlaubssaison tritt die EU-Regelung in Kraft, wonach man seinen Mobilfunkvertrag im Ausland inklusive mobile Daten ohne Zusatzkosten nutzen kann – zumindest fast. So gelten etwa Datenlimits und eine Fair-Use-Regelung (hier findet ihr Fragen und Antworten zum Roaming-Aus).

Diese Einschränkungen kritisiert nun die deutsche Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) in einer Pressemitteilung am Freitag. Zwar sei das Aus ein "großer Erfolg" für Verbraucher, der Teufel stecke allerdings im Detail.

Kritik

Kritisiert wird etwa die Möglichkeit für die Internetanbieter, das Datenvolumen im Ausland zu begrenzen. Die EU wolle damit den Roaming-Großhandelspreisen Rechnung tragen, die sich die Anbieter untereinander verrechnen.

Die festgelegten Obergrenzen (derzeit 7,7 Euro pro GB) seien allerdings zu hoch: „Datenlimits hätten aber ab sofort vermieden werden können, wenn die EU von Anfang an niedrigere Obergrenzen für Roaming-Großhandelspreise festgesetzt hätte, wie es der VZBV gefordert hatte“, so die Verbraucherschützer.

Fair Use

Kritisch betrachtet wird auch die Fair-Use-Regelung. Verbraucher, die sich in einem Zeitraum von vier Monaten mehr im Ausland als im Heimatland aufhalten, müssen ebenfalls mit erhöhten Gebühren für die Mobilfunknutzung rechnen.

Der VZBV wolle weiter beobachten und evaluieren, wie sich die Angebote der Mobilfunkanbieter entwickeln und ob die Roaming-Gebühren mit den Regelungen tatsächlich vollends als abgeschafft betrachtet werden können.