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Test
07/26/2013

Samsung B971: Hochauflösender Designer-Monitor

Samsung hat mit dem S27B971 einen Monitor mit der Auflösung 2.560 x 1.440 Pixel veröffentlicht, der durch seine Vorkalibrierung und 100-prozentige Darstellung des sRGB-Farbraums auch für Grafiker und Fotografen geeignet sein soll. Die futurezone hat den Bildschirm im Designer-Look getestet.

von Gregor Gruber

PC-Monitore, mit mehr Pixel als der üblichen Full-HD-Auflösung, sind im Vormarsch. Günstige 27-Zöller mit Quad HD gibt es bereits ab 400 Euro. Will man jedoch die Monitore für die Fotobearbeitung oder grafische Anwendungen nutzen – denn dafür bietet sich die höhere Auflösung von 2.560 x 1.440 Pixel an – sollte man darauf achten, dass das Gerät eine möglichst akurate Farbdarstellung und Kalibrierungsmöglichkeiten hat. Genau das will Samsung mit dem S27B971 bieten.

Die Zielgruppe sind aber nicht nur Profis, sondern auch Hobbyfotografen und -grafiker. Der Monitor ist nämlich ansprechend gestaltet und fügt sich optisch eher in die Wohnlandschaft als dem Großraumbüro ein. Zudem ist er vorkalibriert und soll dadurch Farben, auch ohne die Nutzung eines externen Kalibierungstools, akurat wiedergeben.

Design
Von vorne betrachtet ist das Design des Monitors zwar edel, aber dezent. Der dunkelgraue Plastikrand soll durch seine Struktur gebürstetes Aluminium imitieren. Der Chrome-farbene, leicht konische Rahmen verstärkt den Metall-Look.

Das optische Highlighs des Designs wird an der Rückseite sichtbar. Das Panel ist über eine Chrome-farbene Stange mit dem runden Standfuß verbunden. Da die Stange leicht nach hinten versetzt ist, wird die Illusion erzeugt, dass das Panel über dem Standfuß zu schweben scheint.

Der runde Standfuß ist leicht nach vorne versetzt, damit der Monitor möglichst Platzsparend an eine Wand gestellt werden kann. Der Nachteil der Konstruktion: Da der Fuß nach vorne auslagernd ist, fällt es schwer einen Center Speaker eines PC 5.1-Boxensystems so zu positionieren, dass er auf der selben Höhe mit dem linken und rechten Frontspeaker ist.

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Ergonomie
Der Monitor ist um 10 cm höhenverstellbar. Der Widerstand beim Hoch- oder Runterstellen ist gut bemessen. In der niedrigsten Position sind die Softtouch-Tasten – bis auf die Standby-Taste – verdeckt.

Der Winkel ist zwar nicht besonders weit verstellbar, es ist jedoch ausreichend. Der Monitor hat kein Gelenk, um ihn nach links oder rechts zu drehen. Zwar lässt sich der gesamte Monitor, aufgrund des runden Standfußes, einigermaßen einfach drehen, doch nur wenn ausreichend Kabellänge vorhanden ist. Führt man etwa Strom- und Bildschirmkabel nur sehr knapp zum Monitor, könnte das Drehen des Standfußes die Kabel strapazieren, da die Anschlüsse im Standfuß untergebracht sind.

Üblicherweise muss man den Monitor ohnehin nicht drehen. Arbeitet man aber vielleicht in einem kleinen Designstudio und will seinen Kollegen am Nachbarstich öfters mal den Fortschritt seiner Arbeit zeigen, könnte das ständige Herumschieben des ganzen Monitors lästig werden.

Anschlüsse
Der Monitor hat Anschlüsse für HDMI, DVI und Displayport an der Rückseite des Standfußes. Die Silber-runde Platte des Standfußes überragt die Anschlüsse an der Rückseite, weshalb die unschönen Stecker weniger stark sichtbar sind.

An der rechten Seite des Standfußes sind zwei USB-2.0-Anschlüsse – praktisch, um Wechselmedien anzuschließen, ohne jedes Mal unter den Schreibtisch zum Tower greifen zu müssen.

Im Lieferumfang sind ein DVI- und USB-Upstream-Kabel enthalten, sowie ein HDMI-MHL-Kabel, um Inhalte vom Smartphone oder Tablet auf dem Monitor anzuzeigen. Werden Geräte per HDMI angeschlossen, können die im Standfuß unsichtbar verbauten Lautsprecher des Monitors genutzt werden.

Einstellungen
Die Menüführung erfolgt mittels vier Softtouch-Tasten. Es stehen fünf Farbmodi zur Auswahl: Standard, Hohe Helligkeit, Kino, sRGB und Kalibriert. Bei den ersten drei Modi können die Farbstärke von Rot, Grün, Blau, die Farbtemperatur (4.000K bis 10.000K in 500er Schritten), sowie Gamma von 1.6 bis 2.7 gewählt werden.

Dazu kommen die üblichen Einstellungen wie Helligkeit, Kontrast, Schärfe und Reaktionszeit. Letztere Einstellung sollte laut Samsung nur auf „Schnellstens" gestellt werden, wenn Videos betrachtet werden. Bei auf der Festplatte gespeicherten Videos in 1080p-Qualität ist zwischen „Normal" und „Schnellstens" kein Unterschied auszumachen.

Farbprofile
Welches Profil für welche Tätigkeit das Richtige ist, geht aus der Beschreibung des Monitors nicht hervor und kann bei nicht allzu versierten Usern für Verwirrung sorgen. Zumindest bei den Profilen „maximale Helligkeit" und „Kino" ist es denkbar – wobei Kino extrem übersättigte Farben hat, wodurch die Darsteller fast schon orange Gesichter bekommen. Für Animations- und Zeichentrickfilme ist das Farbprofil ok, für alles andere wirkt es seltsam.

In den Werkseinstellungen sind die Profile „Standard" und „Kalibriert" fast ident – bei Standard ist der Kontrast etwas höher, dunkle Stellen sind dunkler als bei "Kalibriert". Die Ähnlichkeiten machen Sinn, da die Farben des Monitors werksseitig vorkalibriert sind, bei Standard jedoch noch Eigenschaften die Farbtemperatur, Schärfe und Kontrast manuell nachjustiert werden können. „Kalibriert" ist für die meisten Anwender wahrscheinlich das beste Profil. Die Farben sind kräftig ohne übersättigt zu wirken und in dunklen Stellen sind noch ausreichend Details sichtbar. Die Schärfe passt ebenfalls.

Im direkten Vergleich mit den anderen Farbprofilen sind die Farben bei „sRGB" weniger gesättigt und die Darstellung sieht dadurch nicht ganz so beeindruckend aus. Das liegt daran, dass dieses Profil die Farben so wiedergeben soll, wie sie von der Digitalkamera aufgenommen wurden. Vorausgesetzt natürlich, dass das Foto mit sRGB und nicht mit AdobeRGB aufgenommen wurde. Standardmäßig ist bei diesem Profil die Helligkeit auf 47 (von 100) geschaltet, was nicht unbedingt die Augen von Grafikern und Fotografen schonen soll, die ihre Nachbearbeitungen üblicherweise unter Ausschluss von Tageslicht vornehmen. Der sRGB-Standard sieht eine Display-Helligkeit von 140 cd/m² vor, der Monitor erreicht maximal 300 cd/m². Im sRGB-Profil sollte man es also bei der vorgeschlagenen Helligkeitseinstellung belassen.

Sollten die vorkalibrierten Profile nicht den Anforderungen entsprechen, kann über Samsungs Software Natural Color Expert nachgeholfen werden. Es werden einige, optional erhältliche Kalibrierungsgeräte der Hersteller xrite und Konica Minolta unterstützt.

Darstellung
Samsung verspricht bei dem Monitor einen Betrachtungswinkel von 178 Grad und „auch bei extremen Betrachtungswinkeln lebensgetreue und detaillierte Bilder mit natürlichen Farben" (Website). Der Betrachtungswinkel ist zwar groß, allerdings gibt es schon bei kleineren Winkeln leichte Veränderungen. In der Vertikalen reicht eine Sitzhöhenveränderung von etwa 11 cm aus, damit die Darstellung am oberen oder unteren Rand etwas dunkler ist, als sie sein sollte. Richtet man sich also den Bürostuhl neu ein, sollte man auch den Winkel des Monitors entsprechend anpassen.

Die Auflösung von 2.560 x 1.440 Pixel sorgt erwartungsgemäß für eine gute Schärfe. Hat man vorher einen 27 Zöller mit der FullHD-Auflösung gehabt, wird man den Samsung Monitor etwas näher heranstellen wollen oder alternativ die Schriften- und Symbolgröße in Windows anpassen. Samsung empfiehlt einen Mindestabstand von 40 cm zum Monitor.

Die Farben sind kräftig und durch die werkseitige Vorkalibrierung nicht so kalt, wie dies bei anderen Samsung-LED-Monitoren üblich ist. Ebenfalls positiv: Auch bei längerem Betrieb macht sich der Monitor nicht durch Geräusche, wie etwa Knacksen durch ein warm werdendes Plastikgehäuse, bemerkbar.

Was Gamer weniger freuen wird: Die Reaktionszeit ist mit 5 ms (bei Graufstufen) nicht optimal. Außerdem unterstützt der Monitor keine Widerholungsrate von 120 Hz und ist damit auch nicht 3D-Brillen-tauglich. Für normale Spieler, und solche, die der Hardware nicht die Schuld geben, dass sie in BF3 oder CoD zum vierten mal hintereinander instant gekillt wurden, reicht die Gaming-Performance des Monitors durchaus aus. Hat man das entsprechend starke System, um die Auflösung von 2.560 x 1.440 Pixel mit hohen Grafikqualitätseinstellungen zu betreiben, bekommt man beeindruckende Ergebnisse zu sehen.

Fazit
Der S27B971 hat eine eingeschränkte Zielgruppe. Für professionelle Anwender fehlt die Möglichkeit, das Display zu drehen oder ins Hochformat zu schwenken, für Gamer ist die Reaktionszeit zu langsam und der USB-Hub nur 2.0 statt 3.0. Und wer einfach nur einen schön designten Monitor will, wird keine 999 Euro (UVP) dafür ausgeben wollen. Als reines Arbeitsgerät gibt es mit dem Dell UltraSharp U2713HM einen 27-Zöller mit der selben Auflösung, USB 3.0 Hub und Drehgelenk um die Hälfte günstiger (Straßenpreis).

Sucht man allerdings einen Monitor, um seine Hobbyfotografischen Werke oder andere digitale Kunst nachzuarbeiten, ohne sich mit externen Kalibrierungsgeräten herumschlagen zu wollen, ist der S27B971 gut geeignet. Und sind diese Hobby-Fotografen und -Grafiker auch noch Gamer, die Wert auf eine gute Darstellung legen ohne Leaderboard-Platzierungen hinterherzujagen (und nicht davor zurückschrecken, einen Designer-Monitor auf dem Schreibtisch zu haben), erfüllt der S27B971 seinen Zweck vollends.

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Modell:
Samsung S27B971
Display:
27 Zoll LED LPS-Panel
Helligkeit:
300 cd/m² High Bride Mode, 220 cd/m² Standard
Kontrastverhältnis:
Statisch 1.000:1
Auflösung:
2.560 x 1.440 Pixel
Reaktionszeit:
5 ms
Schnittstellen:
1x HDMI
1x DVI
2x USB
1x Displayport
Lautsprecher:
7 Watt
Maße:
645 x 467 (567) x 247 mm, 7,5 Kilogramm
Preis:
999 Euro (UVP)

Link: Technische auf der Samsung Website