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12.03.2014

Samwer-Brüder steigen bei Wiener Start-up ein

Die deutschen Samwer-Brüder, die einst an Facebook beteiligt waren und bei Zalando, DaWanda oder StudiVZ an Bord sind, steigen beim Wiener Start-up Ulmon ein.

Vor drei Jahren waren sie im Zuge der Go Silicon Valley-Initiative drei Monate im Silicon Valley, um im Plug&PlayTechCenter im kalifornischen Sunnyvale auf das harte Geschäft im IT-Business vorbereitet zu werden und Investoren zu treffen: Das Wiener Startup Ulmon hat mit Offline-Karten für Städtereisende einen Erfolg gelandet und ist mit Apps wie „City Maps 2Go“ ständig unter den Top 10 der Reise-Apps zu finden. Gegründet von Florian Kandler und Tymon Wiedemair, die sich auf der TU Wien kennengelernt haben, als der eine Wirtschaftsinformatik und der andere Informatik studiert hat, ist dem Startup nun ein SuperClou gelungen – die Samwer-Brüder, einst bei Facebook beteiligt, sind in Form ihres Venture Capital-Fonds „Global Founders Capital“ bei Ulmon eingestiegen. Die Höhe der Summe wurde offiziell nicht bekannt gegeben, beläuft sich aber auf einen niedrigen bis mittleren siebenstelligen Dollarbereich.

"Das Investment ist ein großer Sprung für uns", schildert Kandler im futurezone-Gespräch. "Wir sind ja seit Gründung der Firma immer profitabel gewesen, und auf dieser Basis haben wir im vergangenen Jahr gezielt nach einem Investor gesucht, der neben Geld vor allem viel Erfahrung in der Reisebranche hat." Die Samwer-Brüder seien ein Wunschpartner gewesen, weil sie auch bei der Reiseplattform Trivago sehr früh an Bord gewesen seien und ein "Rocket Internet-Know-how" hätten, mit dem das Wachstum vorangetrieben werden könne. "Darum haben wir uns aus den Möglichkeiten für Global Founders Capital entschieden. Von deren Know-how haben wir bereits jetzt immens profitiert", so Kandler.

10 Millionen Downloads

Die App wurde seit 2010 bereits mehr als zehn Millionen Mal downgeloadet, allein im vergangenen Jahr sechs Millionen mal. Trotz dem erfolgreichen Jahr 2013 will Kandler „Gas geben“, die Kapitalspritze kommt zur richtigen Zeit. "Mit dem Geld können wir unsere Roadmap jetzt noch schneller umsetzen und damit die Wettbewerber noch weiter distanzieren", so Kandler. Der Download-Rekord vom vergangenen Jahr sei nur durch Mundpropaganda, Top-Rankings und Top-Ratings in den App Stores und durch Kooperationen zustande gekommen. "Kein einziger Download war gekauft oder war durch Werbung finanziert. Heuer werden wir das Wachstum auf beiden Plattformen (iOS und Android) weiter steigern und so mit Abstand die meist genutzte Plattform für Reisende in der Destination sein", sagt Kandler.

Besser als Lonely Planet

Die Ulmon-Apps wurden laut Analyse-Tool Appannie viermal mehr downgeloadet als jene von Lonely Planet und neunmal mehr als die der Ex-Googler von Triposo. Basis von „City Maps 2Go“, von der es eine kostenlose und eine Pro-Version (2,69 Euro) gibt, ist das Kartenmaterial des OpenStreetMap-Projects. „Der Qualitätsstandard dieser Karten ist extrem hoch, das Kartenmaterial hier wächst exponentiell“, sagt Kandler. Eine ganze Weltkarte habe – komprimiert - eine Datengröße von etwa 15 GB, unkomprimiert sei der digitale Globus bis zu 300 GB groß.

Der Samwer-Fonds

„Global Founders Capital“ wurde im Vorjahr von den Samwer-Brüdern Oliver und Marc Samwer sowie Fabian Siegel gegründet. Bislang haben aus dem Fond, in dem 150 Millionen Euro gebunkert werden, im Jänner die britische Kreditplattform Iwoca sechs Millionen Euro erhalten und Ende Februar wurde das deutsche Kreuzfahrtportal Dreamlines mit einer kleinen siebenstelligen Finanzspritze bedacht. Bereits im Vorjahr hat sich GFC auch an Kreditech beteiligt.