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10.07.2012

"Schnelle Updates haben Firefox-Ruf ruiniert"

Mozilla-Entwickler Jono DiCarlo hat in einem Blogeintrag heftige Kritik an der Strategie der Firefox-Verantwortlichen geübt. Im Glauben, den Update-Prozess von Google Chrome imitieren zu müssen, habe man in Wahrheit den guten Ruf von Firefox ruiniert. Die vielen Updates würden Web-User nun erst recht Chrome in die Hände treiben, so DiCarlo.

Mozilla sei daran gescheitert den Google Chrome-Browser zu imitieren, erklärt DiCarlo in seinem Blog. Als Beispiel führte er ein Gespräch mit einer Frau an, die sich bei ihm über die Update-Politik von Mozilla beschwert hatte und mittlerweile begeisterter Chrome-User ist. Als Grund für den Wechsel führte sie an, dass Firefox sie dauernd zu Updates und Neustarts auffordern würde und dadurch die meisten Erweiterungen unbrauchbar würden.

Update-Politik regt User auf
DiCarlo zufolge bekomme er seit geraumer Zeit immer die gleichen Beschwerden von Usern zu hören, die sich fast ausschließlich auf die geänderte Update-Politik bei Mozillas Firefox beziehen. Mozilla war nicht zuletzt aufgrund der steigenden Popularität des Chrome-Browsers ebenfalls zu sogenannten „rapid releases", also Versions-Updates in kurzer Zeit übergegangen. Laut DiCarlo habe man diesen Schritt allerdings vollzogen, ohne die technischen Vorkehrungen dafür getroffen zu haben.

Denn anders als Mozilla habe Google von Anfang an Chrome auf schnelle Updates, die im Hintergrund stattfinden und User beim täglichen Surferlebnis nicht belästigen, ausgelegt. Die Warnungen der Mozilla/Firefox Community, das Update-Modell umzukrempeln, seien leider ignoriert worden. „Indem wir die schnellen Updates schlecht ausgeführt haben, haben wir Firefox ironischerweise wie eine schlechtere Version von Chrome aussehen lassen. Vielmehr noch: Die ‚rapid releases` haben den Firefox-Ruf ruiniert".

Schnelle Updates schicken User zu anderen Browsern
Nach Jahren in denen man versucht habe, die Software-Benutzerfreundlichkeit zu verbessern, sei es nun wohl das Beste, mit den ständigen Updates aufzuhören. "Meldungen, die einen bei der Arbeit stören und dadurch Frustration auslösen, schicken die User zu anderen Browsern", so DiCarlo. Dass DiCarlo hier offenbar eine offene Wunde getroffen hat, beweisen hitzige Diskussionen auf seinem Blog und anderen Diskussionsportalen. Mozilla will sich mit den Problemen auseinander setzen und hat bereits angekündgit, den Update-Prozess weniger aufdringlich zu gestalten. Ob damit verlorene User zurückgewonnen werden können, bleibt abzuwarten.