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28.06.2016

Smartes Waffenschloss mit WLAN soll Missbrauch verhindern

Das israelische Start-up Zore hat ein Schloss für Pistolen und AR15-Gewehre entwickelt, das per App Alarm schlägt, wenn jemand versucht die Waffe zu verwenden.

Zore X ist ein neues Waffenschloss des israelischen Start-ups Zore. Das Finanzierungsziel von 100.000 US-Dollar wurde auf Indiegogo bereits nach 48 Stunden erreicht. Die Kampagne läuft noch 47 Tage und wurde in die Indiegogo Team Favorites-Sammlung aufgenommen.

Zore X ist ein Waffenschloss, dass den Verschluss von Pistolen oder halbautomatischen AR15-Gewehren blockiert. Das Schloss wird durch den Hülsenauswurf in den Lauf eingesetzt und der Sperrknopf betätigt. Versucht man jetzt den Schlitten der Pistole nach hinten zu ziehen, fährt das Schloss Sperrelemente im Lauf aus. Dadurch kann die Pistole nicht geladen werden.

Die Sperrelemente sind mit Plastik beschichtet und sollen im Normalfall nicht den Lauf beschädigen. Um zu erkennen, wann die Sperrelemente ausgefahren werden, nutzt Zore X Bewegungs- und Beschleunigungssensoren.

Versucht jemand das Schloss von der Waffe mit Gewalt zu brechen, wird der Druck auf den Lauf um das bis zu 14-fache der Kraft erhöht, die auf das Schloss wirkt. Dadurch kann zwar der Lauf beschädigt werden, die Waffe bleibt aber unbrauchbar.

Tresor-Verschluss

Zore X hat Bluetooth und kann mit dem Smartphone verbunden werden. Über die App kann das Schloss geöffnet und ein neuer Entsperr-Code programmiert werden.

Das händische Entsperren des Schlosses erfolgt durch ein Rad, das in einer vom User bestimmten Kombination um nach links und rechts gedreht wird. Das Prinzip kennt man von einem mechanischen Zahlenschloss eines Tresors.

Alarme

Über die App können Alarme definiert werden. Diese melden sich auf Wunsch, wenn die Waffe bewegt oder am Rad des Schlosses gedreht wird.

Über das optionale Bridge-Modul wird Zore X ins WLAN eingebunden. So erhält der User die Alarme, wenn er nicht zuhause oder nicht in Bluetooth-Reichweite der Waffe ist.

Schnelles laden

Zore verspricht ein schnelles Entsperren des Schlosses, auch in Dunkelheit. In der App ist ein Trainingsmodus enthalten, indem man üben kann, wie schnell man die Waffe erreicht, entsperrt und schussbereit hat.

Ist an einer Pistole mit Zore X ein Magazin angesteckt, reicht das Zurückziehen des Schlittens, um das entsperrte Schloss auszuwerfen und eine Patrone zu laden.

Für den US-Markt

Wie die Videos von Zore zeigen, ist das Produkt für Länder gedacht, in denen das Lagern von Waffen in Tresoren nicht vorgeschrieben ist. So ist es in einigen US-Bundesstaaten rechtlich erlaubt, die geladene Pistole unter dem sprichwörtlichen Kopfkissen oder in der Nachttischschublade zu lagern, selbst wenn Kinder im Haus sind. In Österreich ist dies nicht erlaubt, da Pistolen vor dem unberechtigtem Zugriff geschützt sein müssen und nicht bloß vor dem Abfeuern durch Unbefugte.

In einem Video zeigt Zore als Beispiel, dass ein Kind die Pistole mit Zore X in die Finger bekommt und dank des Schlosses nicht abfeuern kann. Das Kind mit Waffe ist aus westeuropäischer Sicht zwar befremdlich, in den USA kommt es aber immer wieder zu Unfällen, weil Kinder die geladenen Waffen ihrer Eltern finden und damit spielen.