Smartphone-Apps helfen bei Kostenkontrolle

© Jakob Steinschaden

Smartphone-Apps helfen bei Kostenkontrolle
05/20/2011

Smartphone-Apps helfen bei Kostenkontrolle

In Zeiten, wo Flatrate-Tarife immer beliebter werden, könnte man dazu neigen, auf Kostenkontrolle zu verzichten. Dabei birgt besonders mobiler Datenverkehr immer wieder Grund für böse Überraschungen. Die futurezone zeigt, wie man sich vor unerwarteten Kosten schützen kann.

Unendlich, unbegrenzt, unlimitiert: bei Orange, T-Mobile und Drei gibt es bereits Handytarife, die keine Grenze für Daten mehr haben. Zwar wird die Übertragungsgeschwindigkeit auf das Smartphone ab einem bestimmten Volumen (meist 3, 4 Gigabyte) gedrosselt, Die Gefahr einer Horrorrechnung wegen übermäßigen Datenkonsum gibt es damit aber nicht.

Für alle anderen, die noch nicht einen der neuen Tarife haben, empfielt sich der regelmäßige Kontrollblick auf die bereits verbrauchten Daten. Mit Hilfe von Apps kann man etwa jenen hohen Handyrechnungen von im Schnitt 750 Euro vorbeugen, die die Arbeiterkammer registriert hat. Die Mini-Programme der österreichischen Mobilfunker funktionieren im Prinzip folgendermaßen: Sie greifen auf das Online-Konto des Kunden zu und zeigen den aktuellen Verbrauch der inkludierten Mengen (SMS, Minuten, Megabyte) am Handy-Display an. Man muss jedoch beachten, dass diese Angaben nicht immer auf dem letzten Stand sind. Die Kosten werden teilweise zwar in Echtzeit berechnet, bei Gebühren für Auslands-Roaming ist das jedoch in den seltensten Fällen möglich. Je nach App erlauben sie zudem Zugriff auf alte Handyrechnungen und Einstellungsmöglichkeiten für Auslandsroaming und Sprachbox.

So praktisch die Kostenkontrolle per App auch ist - Wunder sollte man sich keine erwarten. Automatische Warnmeldungen, dass man bald sein Datenvolumen aufgebraucht hat und demnächst ins teure Web surft (nach dem Überschreiten wird meist pro Megabyte abgerechnet), gibt es nicht. Warn-SMS bezieht man weiterhin vom eigenen Handy-Anbieter, je nach Mobilfunker kommen sie automatisch oder müssen extra vereinbart werden. Auch im Ausland haben die Apps ihre Tücken: Wer sie aufdreht, surft natürlich im ausländischen Netz und fällt so ins Daten-Roaming - Die Kostenkontrolle verursacht so selbst Kosten. In diesem Fall kann man auf Apps von Fremdanbietern (z.B. “3G Watchdog” für Android) zurückgreifen, die direkt am Handy den Datenverkehr mitprotokollieren und so über die verbrauchte Datenmenge informieren. Dieser Variante fehlt aber die Kostenangabe, die die Datenkonsumation bereits verursacht hat.

A1A1 setzt auf die Kosten-App Mein A1. Jene ist für Android, iPhone, Blackberry und Windows Phone 7 jeweils mit sehr ähnlichem Funktionsumfang kostenlos über den jeweiligen App-Store erhältlich. So wird das Datum sowie der Betrag der letzten drei Rechnung neben den aktuellen Verbindungsentgelten angezeigt. Auch das verbrauchte Datenvolumen sowie der aktuelle Mobilpoints-Kontostand sind über Mein A1 ablesbar. Zusätzlich können noch verschiedene Einstellungen zur Mobilbox und Rufweiterleitung getätigt werden. Genauere Aufstellungen wie verbrauchte Freiminuten oder Frei-SMS fehlen in der App des Marktführers.

Kunden können außerdem über das mobile Vodafone Live-Portal die aktuellen Kosten abfragen und mitverfolgen. Die Daten decken sich mit denen, die die Applikationen ausgeben.

Für Bob-Kunden existiert als Pendant die App "Mein Bob", die für Android und iPhone erhältlich ist.

A1 Kosten-App für Android

A1 Kosten-App für Android

A1 Kosten-App für iPhone

A1 Kosten-App für Windows Phone 7

T-Mobile T-Mobile bietet kostenlos die App "My T-Mobile" für iPhone- und Android-Geräte an. Neben Details des aktuellen Vertrags und einer Übersicht über die letzten Rechnungen verfügt die App über eine detaillierte Gebührenanzeige. So wird übersichtlich aufgelistet, wie viele Freiminuten in fremde oder in das eigene Netz noch verfügbar sind. Auch versendete SMS sowie Datenvolumen zeigen die Applikationen an.

Beim Datentarif versendet T-Mobile Warn-SMS,  sobald ein bestimmtes Kontingent (jeweils ein SMS bei 75, 90 und 100 Prozent) verbraucht wurde.

Für Telering-Nutzer hat T-Mobile die kostenlose App My Telering für Android im Programm, Versionen für Symbian und iPhone sollen noch folgen.

My T-Mobile_2.jpg

My T-Mobile_3.jpg

My T-Mobile_4.jpg

OrangeDie "Orange Service"-App zur Kostenkontrolle ist für iPhone-, Android- und Java-Geräte verfügbar und als einzige vergleichbare Applikation kostenpflichtig (ab 0,66 Euro). Laut Orange nutzen rund ein Drittel der Smartphone-Kunden das Programm, mit dem man etwa verbleibende Freiminuten (Gesprächsminuten, SMS, Datenvolumen), ablesen kann. Wie bei T-Mobile ist mittels Balken ersichtlich wie viel bereits verbraucht wurde.

Mit "Mein Verbrauch" (79 Cent) gibt es für iPhone-Kunden bei Orange eine alternative Kostenkontroll-App, die vor der offiziellen Orange-App zu haben war, allerdings weniger Funktionen hat als diese.

Kostenkontrolle abseits der Apps gibt es bei Orange auch (Webseite): Man kann sich etwa per SMS einmalig oder im Wochenrythmus über bereits angefallene Gebühren informieren lassen (kostenpflichtig). Ausschließlich für den Tarif “Hallo Europa 5” kann man per Hotline oder Online-Servicebereich eine Kostenwarnung aktivieren (1 Euro/Monat), die das Handy bei einem festgelegten Wert (zwischen 15 und 150 Euro) sperrt. Eine Warn-SMS informiert über das baldige Erreichen der Grenze.

Wer im EWR-Ausland (Europäischer Wirtschaftsraum) und der Schweiz beim Datenroaming die 60-Euro-Grenze überschreitet, wird per SMS gewarnt und sein mobiler Internetzugang gesperrt. Per SMS kann man diese Zugangssperre aufheben.

orange_service_1.jpg

orange_service_2.jpg

Orange Service

Orange Service

Orange Service

DreiDer Mobilfunker Drei bietet zur Kostenkontrolle die App Inside Drei für Android-Geräte an. Dort findet der User eine genaue Aufstellung über getätigte Sprachanrufe und verbleibendes Datenvolumen. Zudem können dort verschiedenste Einstellungen wie etwa. sein Passwort ändern, Rufumleitung oder Roaming-Einstellungen verändert  werden.

Eine App für iPhones existiert derzeit nicht, ist laut Drei jedoch bereits in Planung.

drei_1.jpg

drei_2.jpg

drei_3.jpg

Fremdanbieter

Während sich in Apples App Store kaum Kostenkontroll-Hilfen von Drittanbietern finden, gibt es solche in Googles Android Market zuhauf:

3G Watchdog: (gratis) Diese App dient ausschließlich dazu, die Datennutzung über Mobilfunk zu überwachen. Man setzt ein Datenlimit über einen bestimmten Zeitraum fest (tag, Monat, Woche) und kann sich so im Ernstfall per Notification warnen lassen. Die Aktualisierung der Daten kann im 30-Sekunden-Takt eingestellt werden, bei Roaming gibt es eine Extra-Warnung. Außerdem kann man sich Widgets aktivieren, die schnellen Einblick in bereits konsumierte Datenmengen geben.

DroidStats: (gratis) Nach Eingabe der Preise für SMS, Gespräche und Daten des eigenen Handyvertrags, Monatslimits, Minutentaktung, kostenlosen Nummern und SMS zählt die App SMS-, Gesprächs- und Datenverbrauch und errechnet die aktuellen Kosten. Auch eine Warnmeldung bei der Überschreitung selbst festgelegter Grenzen kann aktiviert werden Bei Auslands-Roaming allerdings müsste man die Kosten neu eingeben. Gelungen sind die Widgets, die schnellen Überblick über die wesentlichsten Kennzahlen gewähren, ohne die App extra öffnen zu müssen.

PhoneUsage: (gratis) Auch hier werden entsprechende Zeit und onsumations-Limits angegeben, vor deren Erreichen die App warnt. Angefallene Kosten werden von der App allerdings nicht berechnet. Ein Widet ist  verfügbar.

Data counter: (gratis) Diese App unterscheidet zwischen der Datennutzung über WLAN und Mobilfunk. Auch hier gibt es ein Widget.