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28.11.2013

Sony PlayStation 4 im Test: Gut, aber einfallslos

Sonys PlayStation 4 startet diese Woche in Europa. Diese will sich auf die Spiel-Funktionen konzentrieren, leidet dabei aber unter dem selben Problem wie die Xbox One.

Fast sieben Jahre mussten PlayStation-Spieler auf eine neue Generation der Spielkonsole warten, auch wenn die recht potente Hardware der PS3 immer noch Spiele in ansehnlicher Qualität darstellen konnte. Doch auch den Entwicklern wurde es mittlerweile zu viel. Zu kompliziert sei das Programmieren für die leistungsfähigen, aber zugleich auch komplexen Cell-Prozessoren, die gemeinsam mit IBM und Toshiba entwickelt wurden.

Auf der Suche nach dem "Killer-Feature"

Anfang 2013 erlöste Sony Entwickler und Spieler mit der Vorstellung der PlayStation 4. Und es war durchaus überraschend, was Sony da erstmals der Öffentlichkeit zeigte: Kein neues optisches Medium, wie mit DVD und BluRay die Generationen davor, und auch der Performance-Sprung fiel nicht ganz so groß aus wie bisher. Dennoch sorgte die PlayStation 4 für deutlich mehr positive Resonanz als die Konkurrenz aus Redmond, die ihren Fokus auf Mediencenter-Funktionen und ihre beeindruckende, aber zugleich auch beängstigende Bewegungssteuerung Kinect legte.

Die Playstation 4 in Bildern

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Sony PlayStation 4

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Doch was genau ist nun das “Killer-Feature”, das den Sprung auf die neueste Generation der Sony-Spielkonsole rechtfertigen soll? Zumindest eines lässt sich sagen: Sony hat dazugelernt, was den Launch betrifft. Kostete die PlayStation 3 zu Anfang noch satte 599 Euro, wird die PlayStation 4 nun für 399 Euro angeboten, zudem gibt es zahlreiche Bundles. Die futurezone hat getestet, ob hinter der PS4 mehr als nur ein Hardware-Upgrade steckt.

Ausgepackt und losgelegt

Spielkonsolen hatten seit jeher gegenüber PCs den Vorteil der Plug and Play-Funktionalität. Ausgepackt, angesteckt und das Spielen konnte losgehen. Das gleiche gilt auch für die PS4, die keine sonderlich großen Ansprüche an die Einrichtung stellt. Der nicht gerade üppige Lieferumfang stellt zumindest all das zur Verfügung, das zum Spielen benötigt wird - und sogar ein kleines bisschen mehr. So findet sich neben einem HDMI-Kabel, dem Netzstecker und einem Micro-USB-Kabel auch noch ein Mono-Headset im Lieferumfang. Das ist zwar nicht unbedingt notwendig, aber dennoch eine nette Draufgabe. Der Lieferumfang ist dabei fast schon selbsterklärend: HDMI-Kabel und Netzstecker angesteckt, Konsole eingeschaltet und schon geht es los.

Playstation Network offline

Der Einrichtungs-Assistent ist recht kurz, innerhalb von fünf Minuten ist das WLAN eingerichtet und alle erforderlichen Einstellungen vorgenommen. Interessanterweise fragt er während des Einrichtens nicht nach einem PSN-Konto, dieses kann später in den deutlich umfangreicheren Systemeinstellungen eingerichtet werden. Für den Zugriff auf das Playstation Network war allerdings zunächst einmal ein Update erforderlich. Beim Update-Versuch kam es jedoch zur ersten Ernüchterung: Fehlercode NW-31200-6. Das bedeutet nichts anderes als dass die Server des PSN-Networks überlastet sind. Überraschend, waren zum Zeitpunkt des Tests bereits neun Tage seit dem US-Start vergangen. Das Problem ließ sich lediglich durch das manuelle Installieren des Updates über einen USB-Stick beheben. Das manuelle Installieren ist nicht wirklich kompliziert und Sony stellt online einen recht umfangreichen Guide zur Verfügung.

Mit dem Login auch gleich die erste positive Überraschung: Das bisherige Konto-System der PlayStation wurde überarbeitet und ist deutlich flexibler. Das PSN-Konto kann automatisch mit dem lokalen Konto verknüpft werden, sodass es zu keinen Verwirrungen mehr kommt. Es ist sogar möglich, Facebook und Twitter mit dem Konto zu synchronisieren und Name sowie Profilbild aus dem sozialen Netzwerk zu importieren. Besonders praktisch ist die Gäste-Funktion, mit der man sich auf einer PS4 mit seinen PSN-Daten einloggen kann und diese dann nach dem Ausloggen wieder von der Konsole gelöscht werden. Das Konto kann zudem mit Hilfe eines Passcodes oder Gesichtserkennung über die Playstation Camera geschützt werden.

Falsche Wahlmöglichkeit

Apropos PSN: Die PS4 lässt scheinbar großzügig die Wahl, ob man sich für das Sony-Netzwerk anmelden möchte, letztendlich lässt sich aber ohne ein entsprechendes Konto nur wenig mit der Spielkonsole machen. Die BluRay-Funktion muss beispielsweise beim ersten Mal online über das PSN freigeschaltet werden, zudem sind ohne PSN-Account Multiplayer- und Streaming-Funktionen sowie die Apps nicht zugänglich. Zumindest bei den Apps entgeht PS4-Spielern hierzulande wenig: Zum Test-Zeitpunkt war lediglich die IGN-App verfügbar, Dienste wie Netflix, Lovefilm oder sogar Sonys eigener Musikstreaming-Dienst Music Unlimited gibt es in Österreich nicht. Damit ist auch das Hören von Musik beim Spielen nicht möglich, denn Sony bietet auch keine Unterstützung für die Wiedergabe lokal gespeicherter Medieninhalte an. In dieser Hinsicht ist die PS4 derzeit also ein Mediencenter ohne Inhalte.

Auch die Tatsache, dass keine MP3s abgespielt werden können sowie DLNA nicht unterstützt wird, sorgte bereits vor dem Launch für Proteste. Laut Shuhei Yoshida, dem Präsidenten von Sony Computer Entertainment, prüfe man allerdings derzeit, ob diese Funktionen später nachgereicht werden.

Edler BluRay-Player statt Billig-Konsole

Sony hat beim Design der PS4 im Vergleich zum Vorgänger einen Mittelweg gewählt. Die ersten Modelle der PS3 waren noch in Klavierlackoptik gehalten und sollten so einen dem Preis angemessenen Eindruck erwecken. Letztendlich war die glänzende Oberfläche jedoch nur ein Magnet für Staub, Schmierer und Kratzer. Mit den Slim-Modellen änderte sich das und die Oberfläche war in schlichtem Schwarz und leicht aufgeraut. Die PS4 vereint diese beiden Looks. Der abnehmbare Teil der Abdeckung ist glatt und spiegelt leicht, der Rest des Gehäuses ist weiterhin im bekannten, rauen Kunststoff der PS3 gehalten. Getrennt werden die beiden Bereiche lediglich durch die LED-Leiste in der Mitte. Diese zeigt an, ob die Konsole eingeschaltet oder gerade beschäftigt ist. Jedwede Festplattenaktivität zeigt sie allerdings auch nicht an, sondern beschränkt sich dabei beispielsweise auf den Start-Vorgang der Konsole, in der sie dunkelblau leuchtet. Im eingeschalteten Zustand ist es hingegen ein weißes Licht.

Die PS3 wirkte durchaus hochwertig, doch die runden Formen erinnerten eigentlich ständig daran, dass es letztendlich doch eine Spielkonsole ist. Der Buckel war zudem alles andere als formschön. Von dieser Optik hat sich Sony allerdings nun befreit, die PS4 erweckt vielmehr den Eindruck eines kostspieligen BluRay-Players als den einer Spielkonsole. Optisch fühlt man sich an die PlayStation 2 Slim erinnert, allerdings deutlich edler. Die Front ist nicht gerade, sondern eine 60 Grad-Schräge, durch die die obere Hälfte nach innen verrutscht.

Zudem wird die Konsole durch zwei Linien in der Horizontale sowie der Vertikale geteilt: Einerseits gibt es die bereits erwähnte LED-Leiste an der Oberseite, die bis zur Front verläuft und unter anderem als Ein-Schalter sowie Auswurf-Taste für das Laufwerk dient. Die zweite Linie verläuft in der Horizontale und trennt die obere von der unteren Hälfte der Konsole. Dazwischen verbergen sich unter anderem die beiden USB-Anschlüsse für Controller sowie das BluRay-Laufwerk. Gerade die USB-Anschlüsse sucht man durch das Design zeitweise etwas länger, sodass man sich gelegentlich auf die Höhe der Konsole herabbegeben muss, um diese zu finden. Das wird allerdings etwas unangenehm, wenn die Konsole etwas tiefer steht, beispielsweise auf dem Boden. Daher empfiehlt es sich, das Micro-USB-Kabel angesteckt zu lassen.

Nervige Touch-Tasten

Das Design fügt sich gut in das Wohnzimmer ein und ist recht unauffällig. Lediglich durch das LED-Licht sticht die Konsole im eingeschalteten Zustand heraus, wenngleich der Effekt dezent bleibt. Das wohl größte Manko an diesem Design ist jedoch das Wegfallen von physischen Tasten, die nun durch Touch-Tasten ersetzt wurden. Oben befindet sich der Ein- und Aus-Schalter, unten die Auswurf-Taste für das Laufwerk. Die Tasten lassen sich allerdings recht einfach verwechseln. Viel zu oft passierte es im Test, dass man auf die obere Hälfte griff und so die Konsole versehentlich in den Standby-Modus versetzte.

Etwas eigenartig ist, dass die Standfüße nicht ganz außen positioniert wurden, sondern jeweils einmal ganz rechts außen sowie auf Höhe der LED-Leiste. Sobald ein höheres Gewicht auf die linke Seite der Konsole gestellt wird, kippt diese leicht. Die Konsole lässt sich, wie bereits all ihre Vorgänger, hochkant verwenden. Sony bietet auch einen eigenen Standfuß dafür an, allerdings stand die Konsole auch ohne diesen im Test sehr stabil. Die Kühlung der Konsole wurde auch nicht davon beeinträchtigt, da sich der Großteil der Öffnungen auf der Rückseite befinden. Man sollte jedoch darauf achten, dass die Konsole nicht ganz nahe an eine Wand gestellt wird. Durch die Schräge bleibt zwar so auch auf der Rückseite ausreichend Platz für Kabel, allerdings könnte es dann zu Problemen mit dem Abführen der produzierten Wärme kommen.

Ein Kulturschock

Neben dem Design der Konsole selbst hat Sony auch beim neuen Dualshock 4-Controller alles komplett überarbeite. Für jemanden, der die vergangenen sechs Jahre den Dualshock 3-Controller verwendet hat, fühlt sich die neue Generation zunächst sehr ungewohnt an. Beim Testen kam zeitweise sogar der Gedanke “billig” auf, allerdings zerstreut sich dieser Eindruck nach einer Weile wieder. Zu dem etwas ungewöhnlichen Ersteindruck trägt vor allem die gummierte Unterseite des Controllers bei, die etwas besseren Halt beim Spielen gibt. Zudem sind die Seitengriffe deutlich länger, wodurch die Ergonomie deutlich verbessert wurde und der Controller nicht mehr quasi zwischen zwei Handflächen eingeklemmt werden muss.

Der Dualshock 4 in Bildern

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Sony PlayStation 4

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Die Analog-Sticks sind nun etwas kleiner, durch eine Vertiefung in der Mitte aber deutlich besser zu bedienen, da die Daumen nicht mehr so einfach abrutschen können. Das Drücken von L3 sowie R3 ist jedoch mühsam wie eh und je und gibt im Fall des Dualshock 4 sogar etwas weniger Feedback, ob die Taste tatsächlich gedrückt würde. Von zwei altbekannten Tasten muss man sich allerdings mit dem Dualshock 4 verabschieden: Start und Select. Stattdessen ist nun an dessen Stelle ein Touchpad mit Taste. Das Touchpad kann bislang nur in wenigen Spielen genutzt werden, beispielsweise in Killzone zum Auswählen des Drohnen-Modus oder aber in Assassins Creed 4 beim Scrollen auf der Karte. Gerade das ist auf der kleinen Fläche allerdings mehr als mühsam, von “Pinch-to-Zoom” ganz zu schweigen. Es droht somit ein ähnliches Schicksal wie für die Touch-Fläche auf der Rückseite der PS Vita, die auch nur von wenigen Spielen unterstützt wird.

Lautsprecher und Headsets

Direkt unter der Touch-Fläche, zwischen den Analog-Sticks, findet sich der eingebaute Lautsprecher. Über diesen werden bestimmte Spiel-Inhalte, sofern es denn vom Spiel unterstützt wird, wiedergegeben. In Killzone werden beispielsweise gefundene Audio-Logs über den Controller-Lautsprecher wiedergegeben, während der normale Ton weiterhin über die TV-Lautsprecher läuft. Etwas kleiner, aber knapp unter dem Lautsprecher, ist der Home-Button zu finden. Über diesen gelangt man jederzeit zurück in das Startmenü. Durch langes Drücken erhält man zudem Quick Settings, wie die Lautstärkeregelung für die Lautsprecher sowie an den Controller angeschlossene Headsets, und die Möglichkeit, die Konsole abzuschalten.

Headsets können nun, wie bereits seit einiger Zeit auch auf der Xbox, direkt am Controller angeschlossen werden. Kompatibel sind alle Headsets mit 3,5 mm-Klinkenstecker, Sony legt zum Start ein Mono-Headset bei, das allerdings eher durchschnittliche Qualität bietet. Mit dem Tod von Start und Select sind nun allerdings auch zwei neue Tasten hinzugekommen: Share und Options. Mit Hilfe von Share lassen sich Clips oder Screenshots teilen. Sony hat dafür allerdings einen eher ungünstigen Weg gewählt, der Nutzer kann nämlich Video-Mitschnitte lediglich über Facebook teilen. Die Qualität wird zudem teilweise auf ein recht mageres Niveau heruntergerechnet, obwohl die auf der Konsole gespeicherten Mitschnitte oftmals keinen Unterschied zwischen Video und Spiel erkennen lassen.

Die Bedienung ist jedoch vergleichsweise simpel: Langes Drücken der Share-Taste macht einen Screenshot, Doppeltes Drücken setzt den Startpunkt für einen Videoclip. Wer vergessen hat, einen solchen Startpunkt zu setzen, muss sich allerdings auch keine Sorgen machen, denn die Konsole zeichnet stets die letzten 15 Minuten beim Spielen auf. So lässt sich auch im Nachhinein ein Clip mit dem gewünschten Highlight erstellen. Die Clips können in 1- bis 60-Sekundenintervallen getrimmt werden. Wer einen Ustream- oder Twitch-Account besitzt, kann zudem seine Spiel-Session live übertragen. Das ist wohl derzeit auch die einzige Möglichkeit, ein Signal von der PS4 in Echtzeit zu übertragen, denn Sony hat die HDMI-Verbindung mit HDCP verschlüsselt, sodass herkömmliche Capture-Boxen derzeit nicht funktionieren.

Schwerer und leuchtend

Zurück zum Controller: Sony hat glücklicherweise auch die Schultertasten überarbeitet. L2 und R2 sind nun leicht nach innen gewölbt, sodass die Zeigefinger besseren Halt haben. Am D-Pad sowie den Action Buttons wurde nichts verändert. Die Veränderungen haben dazu geführt, dass der Controller nun 18 Gramm mehr wiegt (210 statt 192 Gramm). Das Gewicht wurde vor allem in die Griffe verlagert, wodurch ein etwas ungewohntes Gefühl entsteht. Dafür dürften die laut Sony stärkeren Vibrations-Motoren verantwortlich sein. Beim Dualshock 3 war das Gewicht sehr gleichmäßig verteilt, der Schwerpunkt lag eher in der Mitte. Etwas ungewöhnlich ist auch das LED-Licht an der Vorderseite des Controllers. Für den Hauptspieler leuchtet es stets blau, jeder weitere Controller, der verbunden wird, erhält eine andere Farbe. Einige Spiele, wie beispielsweise Killzone, unterstützen das LED-Licht auch und zeigen anhand dessen die Lebensenergie des Spielers an - wird er getroffen, leuchtet es beispielsweise rot. Zudem wird es für die Erkennung durch die PlayStation Camera benötigt.

Wie auch die Konsole selbst hat Sony die Rückseite des Controllers leicht angeschrägt, gleichzeitig aber kurioserweise die Öffnung für den Micro-USB-Anschluss gerade ausgeführt. Möchte man den Controller anstecken, sorgt das zeitweise für Verwirrung, da man sich an der Schräge der Rückseite orientiert. Der Controller ist im Übrigen mit der PS3 abwärtskompatibel, der Dualshock 3 kann hingegen nicht mit der PS4 verwendet werden. Ein etwas lästiger Makel ist auch die Akkulaufzeit, die im Vergleich zum Vorgänger ein deutliches Stück schlechter geworden ist. Im Test war nach knapp sechs Stunden - der Akku wurde über Nacht geladen - Schluss. Da die Konsole nun auch das Laden im Standby unterstützt, ist das nicht sonderlich schlimm, allerdings könnte das bei längeren Spiele-Sessions durchaus zum Problem werden. Zudem ist das Ladekabel immer noch recht kurz, das im Lieferumfang enthaltene Kabel misst lediglich 1,5 Meter. Das bedeutet, man müsste schon direkt vor der Konsole sitzen, um den Controller während dem Spielen zu laden.

Auf dem richtigen Weg

Hat man sich mit den Basisfunktionen der Konsole einmal vertraut gemacht, steht dem Spielen nichts mehr im Weg. Sony hat die XrossMediaBar (kurz XMB) mit der PS4 verabschiedet und seiner neuen Oberfläche deutlich mehr Funktionen verpasst. Im Kern bleibt jedoch das horizontale Menü von XMB erhalten. Die Oberfläche ist in zwei horizontale Leisten unterteilt. In der ersten, die der Nutzer nach dem Start zu sehen bekommt, sind alle Spiele sowie Apps wie der Internet-Browser aufgelistet. Wird ein Spiel installiert, landet es in dieser Leiste. Das könnte schnell unübersichtlich werden, Sony bietet unglücklicherweise auch keine Möglichkeit, die Spiele selbst zu organisieren.

Die Software der PS4 in Bildern

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Sony Playstation 4 Software

Sony Playstation 4 Software

Sony Playstation 4 Software

Auf der zweiten Leiste sind Einstellungen sowie alle Funktionen des Playstation Networks verfügbar, beispielsweise die Freundes-Liste, das eigene Profil sowie der Playstation Store. Es ist recht eindeutig, dass Sony soziale Aspekte bei der Nutzung von PSN hervorheben möchte. Bereits in der Überblicks-Seite für einzelne Spiele werden Erfolge von PSN-Freunden angezeigt. Der Neuigkeiten-Tab bietet eine gesammelte Übersicht zu den Aktivitäten aller Freunde in allen Spielen. Sollte aber jemand das Limit von 2.000 PSN-Freunden ausschöpfen wollen, könnte er hier recht rasch den Überblick verlieren, denn die Informationen werden recht wahllos angezeigt und sind teilweise belanglos, wie zum Beispiel neue Trophäen.

Es lassen sich zudem nun Partys erstellen, in die bis zu acht Spieler eingeladen werden können und die einen eigenen Audio- und Textchat bieten. Doch so sehr Sony darauf bedacht ist, Informationen über Spielerfolge möglichst rasch zu teilen, das Multiplayer-Spiel mit Freunden bleibt mühsam. In den Benachrichtigungen wird angezeigt, wenn ein PSN-Freund gerade in einem Online-Spiel ist, allerdings gibt es nach wie vor keine Funktion, um schnell in das gleiche Spiel einzusteigen. Dafür ist weiterhin eine Einladung des anderen Spielers erforderlich. Dafür, dass mittlerweile 50 Euro pro Jahr für Playstation Plus fällig werden, um Online-Multiplayer zu nutzen, bleibt dieser weiterhin in seiner Funktionalität zurück. Für das Geld erhält man allerdings immerhin monatlich zwei Spiele (zum Start Resogun und Contrast) und kann seine Speicherdaten online sichern. Die Playstation Plus-Mitgliedschaft ist übrigens nur einmal pro Gerät erforderlich, die Funktionen können sich dann bis zu vier PSN-Mitglieder in einem Haushalt teilen.

Installieren im Hintergrund

Das Installieren der Spiele geht trotz der zeitweise doch ordentlichen Größen recht flott von statten. So war ausnahmslos jedes Spiel spätestens nach zwei Minuten spielbar, die Installation der Daten erfolgte meist im Hintergrund, sodass bereits problemlos mit der Kampagne begonnen werden konnte. Lediglich die Multiplayer-Funktionen sind zu Anfang meist nicht verfügbar. Call of Duty Ghosts, das knapp 33 Gigabyte Festplattenspeicher belegt, war nach knapp 40 Minuten fertig installiert. Assassins Creed 4, das 22 Gigabyte Speicher benötigt, war nach 25 Minuten erledigt. Für den Zeitraum der Installation muss man ein etwas lauteres Betriebsgeräusch in Kauf nehmen, da sowohl BluRay-Laufwerk als auch die Festplatte dabei auf vollen Touren laufen. Ist das Spiel jedoch einmal installiert, starten sie recht flott. Meist vergehen 20 bis 50 Sekunden vom Starten bis zum Menü. Neu und praktisch: Updates können nun auch im Hintergrund sowie im Standby-Modus heruntergeladen werden, sodass diese Prozedur nicht erst beim Starten des Spieles fällig wird.

Obwohl so viele Spieldateien auf der Konsole landen, wird für das Spielen weiterhin die BluRay-Disc benötigt. Sollte man sich ein Spiel ausborgen und später beschließen, es per digitalen Download zu kaufen, wird man ebenfalls kein Glück finden, da die Daten nicht miteinander kompatibel sind. Der Start der Konsole selbst dauerte meist zwischen 25 und 30 Sekunden. Da die Festplatte der PS4 austauschbar ist, haben bereits einige Tech-Blogs den Vergleich zwischen HDD und SSD angestellt. Letztendlich war die Ersparnis marginal und betrug lediglich einige wenige Sekunden. Auch bei der Lautstärke dürften wohl eher die Lüfter der Konsole das Problem sein. Diese erreichten zeitweise ein mehr als nur hörbares Niveau, sodass die Möglichkeit, Kopfhörer zu verwenden, mit Freuden in Anspruch genommen wurde.

Im Grunde genommen liegt die Lärmbelästigung nur etwas über dem Niveau der PS3, doch das reicht bereits aus, um hin und wieder zu nerven. Vor allem bei Spielen wie Killzone müssen die Lüfter oftmals durchgehend auf maximalen Niveau arbeiten. Das ist weiterhin nicht einmal annähernd so laut wie mancher Gaming-Rechner, es liegt subjektiv jedoch an der Schmerzgrenze. Die Lüfter laufen zudem auch noch ein bis zwei Minuten nach, wenn die PS4 in den Standby-Modus geschalten wird.

Second Screen mit Rucklern

Eines der vermeintlichen Killer-Features ist Remote Play, das ähnlich wie die “Off TV”-Option der Wii U funktionieren soll. Dabei wird der Bildschirminhalt der PS4 auf eine PlayStation Vita gestreamt. Unterstützt werden alle PS4-Titel mit Ausnahme jener, die auf die PlayStation Camera setzen. Das klingt in der Theorie hervorragend, in der Praxis sorgte es jedoch für Ernüchterung. Verbindungsprobleme machten der Traumvorstellung “PS4 am Klo spielen” stets einen Strich durch die Rechnung. Das Spielen funktionierte nur dann, wenn man direkt neben dem Router stand. Selbst da waren jedoch kleine Lags sowie Artefakt-Bildungen im Stream erkennbar. Spielbar waren Titel wie Resogun oder FIFA 14, bei Killzone 4 kam man aber auch nach mehreren Versuchen nicht über das Menü hinaus. Bereits ab knapp drei Metern Verbindung fror das Bild oft für einige Sekunden ein, bis dann die Verbindung endgültig abriss.

In einigen Foren werden bereits Tipps und Tricks diskutiert, die Remote Play verbessern sollen. So soll beispielsweise der WLAN-Kanal sowie der Übertragungsmodus auf “n-only” fixiert werden, allerdings brachten diese keine wirkliche Verbesserung der Übertragungsqualität. Hilfreich dürfte wohl auch das Verbinden der PS4 über den Ethernet-Port sein, allerdings muss sich dafür auch der Router im selben Raum befinden. Wo sich letztendlich der Flaschenhals befindet, ist unklar, allerdings dürfte das wohl nicht die zur Verfügung stehende Bandbreite sein. 150 MBit/s in einem modernen WLAN-Netzwerk sind mittlerweile alles andere als eine Ausnahme und Dienste wie Onlive haben bereits bewiesen, dass mit einer herkömmlichen Internetverbindung Spiele in Echtzeit gestreamt werden können.

Apropos Spiele-Streaming: Der von Sony für 380 Millionen gekaufte Dienst Gaikai ist zum Start noch nicht in die PS4 integriert. Erste Titel, vorrangig PS3-Spiele, die ja nicht mehr mit der Konsole kompatibel sind, sollen ab 2014 im Store verfügbar sein. Der Dienst bleibt aber nicht der PS4 vorbehalten, sondern wird per Update auch an PS3-Spieler nachgereicht. Neben Remote Play gibt es auch die Funktion mit der etwas irreführenden Bezeichnung “Zweiter Bildschirm”. Dabei können Basis-Funktionen wie Navigieren im Menü oder Texteingabe mit Hilfe des Touchscreens der PS Vita durchgeführt werden. Auch die Playstation-App, die für iOS und Android verfügbar ist, unterstützt diese Funktion. Das tröstet etwas über die fehlende IR-Unterstützung hinweg, auch die PS3-Adapter der Logitech Harmony funktionieren nicht mit der PS4.

Dünn bis nicht vorhanden

Die PS4 leidet, wie bislang noch jede Konsole der aktuellen Generation, unter akutem Spiele-Mangel. Exklusiv-Titel sind rar, in den Handel haben es lediglich zwei geschafft: Knack und Killzone 4 (Tests folgen noch). Gerade der Shooter Killzone 4 sticht dabei zu Recht heraus, insbesondere da das Spiel versucht, die PS4 sowohl Performance-technisch als auch in ihren Möglichkeiten (LED-Licht und Touchscreen) auszureizen. Dagegen wirken die kaum angepassten PS4-Versionen von Call of Duty Ghosts oder Assassins Creed 4 eher unbeholfen. Grafisch ist kaum ein Unterschied zu sehen, ungeübte Augen könnten gar meinen, dass es sich um eine PS3-Version handelt.

Start-Lineup (Retail):

  • Angry Birds Star Wars
  • Assassin’s Creed IV Black Flag
  • Call of Duty Ghosts
  • FIFA 14
  • Battlefield 4
  • JUST DANCE 2014
  • Killzone Shadow Fall (Exklusiv)
  • Knack (Exklusiv)
  • Injustice: Gods Among Us Ultimate Edition
  • LEGO MARVEL Super Heroes
  • Madden NFL 25
  • NBA 2K
  • Need for Speed Rivals
  • NBA Live ​

Download-Titel:

  • Escape Plan
  • Flow
  • Flower
  • Resogun
  • Sound Shapes
  • War Thunder
  • DC Universe Online

Sony setzt aber unter anderem auch auf Download-Titel. So werden zum Start unter anderem Resogun, Contrast, Flower, Sound Shapes und Flow verfügbar sein. Gerade der kurzweilige Sidescroller Resogun konnte im ersten Test überzeugen, aber auch der Indie-Titel Contrast ist vergleichsweise einer der stärkeren Titel. In dem Jump’n’Run bewegt sich der Spieler sowohl durch die 3D-Welt als auch die Schatten, um Rätsel zu lösen. Sowohl Resogun als auch Contrast sind zum Start der PlayStation 4 für Playstation Plus-Mitglieder kostenlos. Nach sonstigen Highlights, die nicht auch auf anderen Plattformen zu finden wären, sucht man vergeblich. EA bringt neben seinen Sport-Spielen (FIFA, Madden, NBA Live) auch Battefield 4 und das aktuelle Need for Speed Rivals auf die PS4. Von Ubisoft kommen lediglich Assassins Creed 4 sowie JUST DANCE 2014. Ob Titel wie Call of Duty Ghosts, Assassins Creed 4 oder Battlefield 4, die allesamt auch auf der PS3 erschienen sind, jemanden zum Umstieg bewegen mögen, erscheint zweifelhaft. Auch die nahe Zukunft lässt nicht unbedingt Exklusiv-Titel vom Kaliber eines Heavy Rain, Gran Turismo oder The Last of Us erahnen. Bis zur zweiten Jahreshälfte 2014 wurde lediglich Infamous: Second Son als Exklusiv-Titel für die PS4 angekündigt.

Auf der Suche nach dem Kinect-Herausforderer

Mit der Playstation Camera versucht Sony auch auf dem Gebiet der Bewegungssteuerung mitzumischen. Unglücklicherweise konnte uns Sony für den Testzeitraum keine Playstation Camera zur Verfügung stellen, weswegen dieses Feature im Rahmen des Testberichts nicht bewertet werden kann. Sobald ein entsprechendes Testgerät eintrifft, wird der Test jedoch nachgeholt. Viele Möglichkeiten bietet die PS Camera allerdings ohnedies noch nicht. Bislang unterstützt - mit Ausnahme von Just Dance 2014 - noch kein Spiel die Funktionen der Kamera, lediglich die Sony-eigene Demo-App “The PlayRooom” soll das Potential zeigen.

Derzeit kann sie zudem unter anderem verwendet werden, um das eigene Gesicht als biometrisches Passwort für die Konsole zu scannen. Welche Pläne Sony mit der Kamera hat, ist unklar, allerdings ist sie nicht so tief im System verankert wie es beispielsweise die Kinect bei der Xbox One ist. Eine Funktion war jedoch bereits zum Launch verfügbar: Die Spracherkennung. Diese wurde allerdings eher halbgar umgesetzt. Sobald der Benutzer Playstation sagt, erscheint ein Menü mit einer Auswahl von Funktionen. Beispielsweise wird mit dem Befehl “Killzone starten” das Spiel Killzone 4 gestartet. Das funktionierte recht ordentlich, auch wenn man zeitweise sehr auf eine deutliche Aussprache achten musste. Meist machte bereits der Anfangsbefehl “Playstation” Probleme. Auch die Auswahl an Befehlen ist stark begrenzt. Neben dem Starten von Spielen ist lediglich das Einloggen eines anderen Benutzers, Screenshots aufnehmen sowie das Ausschalten der Konsole per Sprachbefehl möglich.

Eine gute Konsole ohne Spiele

Seit der PS2 versucht Sony mit seinen Spielkonsolen Technologien voranzutreiben, die wichtig für das Kerngeschäft des Unternehmens sind. Mit der PS2 war es die DVD, bei der PS3 wiederum BluRay und 3D, da wäre 4K für die PS4 fast schon der logische Schluss gewesen. Doch Sony hat sich erstmals nicht auf dieses Spiel eingelassen. Dabei kam eine solide Weiterentwicklung der PS3 heraus, die allerdings auch keine wirklichen Überraschungen bietet. Die Playstation Camera wirkt derzeit noch wie ein Zusatz, für den es noch keine wirklichen Ideen gibt. Und auch die Sprachsteuerung ist nicht mehr als eine nette Draufgabe. Lediglich bei den neuen Online-Funktionen wirkt es so, als hätte sich Sony dabei etwas überlegt, allerdings benötigen diese noch etwas Feinschliff. Zudem fehlt noch das Alleinstellungsmerkmal gegenüber der Xbox One. Remote Play könnte, sobald es stabil läuft und die PS Vita auch im Bundle angeboten wird, ein solches "Killer-Feature" werden.

Eine uneingeschränkte Kaufempfehlung für PS3-Nutzer gibt es daher nicht. Zu klein sind die Vorteile, die die PS4 derzeit für ihren Preis bieten kann. Auch die Mediencenter-Funktionen, die die Xbox One bieten kann, sucht man vergeblich. Dafür ist sie jedoch eine sehr gute Spielkonsole und zeigt, dass sie ihr Kerngeschäft seit 19 Jahren versteht. In einigen Monaten, wenn das Spiele-Lineup größer geworden ist, sieht die Situation mit Sicherheit noch einmal besser aus, doch gerade für das Weihnachtsgeschäft kann Sony mit Killzone, Knack sowie zahlreichen Spielen, die bereits für die PS3 erschienen sind, nicht gerade den großen Kaufanreiz bieten. Wer sich an diesen Titeln erfreuen kann und nicht unbedingt ein Watchdogs oder Destiny zum Start benötigt, darf weitestgehend bedenkenlos zugreifen und zurücklehnen, denn die PS4 dürfte genug Leistung für die nächsten sieben Jahre bieten.