Produkte
11.07.2016

Stofftiere sammeln Daten über die Gesundheit von Kindern

Stofftiere sammeln Daten über die Gesundheit von Kindern © Bild: ID Guardian

Stofftiere mit eingebauten Sensoren sammeln beim Spielen Daten des Kindes. Dabei werden diese an eine App geschickt, um dessen Eltern in Kenntnis zu setzen.

Teddy the Guardian, The Brave Lion oder The Tall Giraffe sind Stofftiere, die über Sensoren Live-Daten an eine App versenden. Wenn beispielsweise die Pfote des Teddys gedrückt wird, werden Daten über die Körper- bzw. Raumtemperatur, Körperhaltung, Herzfrequenz oder Sauerstoffsättigung gesammelt. Diese Live-Daten werden dann an die entsprechende App übermittelt und können jederzeit aufgerufen werden. Eltern können so die Gesundheit ihres Kindes besser überwachen. Zwischen 99 und 149 Euro kosten die smarten Stofftiere, die hier erhältlich sind.

Smarte Idee

Die Idee dahinter stammt von der 24-jährigen kroatischen Studentin, Josipa Majic, die mittlerweile das Startup-Unternehmen, ID Guardian, gegründet hat und Geschäftsstellen in Zagreb, London und Kalifornien leitet. "Ich habe hautnah miterleben können, wie die emotionalen Zustände von Patienten einfach vernachlässigt werden, obwohl sie von sehr guten Ärzten betreut wurden", erzählte Majic der BBC.

Die 24-jährige Josipa Majic entwickelt smarte Stofftiere für Kinder. © Bild: ID Guardian

Die Preise für Sensoren haben Majic ebenfalls ermutigt die Möglichkeiten der Medizintechnik zu nutzen. Das alles nicht immer einfach ist bei der Entwicklung eines Produkts, hat sie nicht daran gehindert, ihre Idee umzusetzen. Schwierigkeiten bei der Produktion ihrer Smart-Stofftiere hatte die ehemalige Informatik-Studentin bei der Genehmigung aufgrund von Sicherheitsbestimmungen und Qualitätsstandards.

Medtech-Industrie boomt

Mit ihrer Idee, über Sensoren Daten zu sammeln, ist sie nicht die einzige Unternehmerin. Ultradünne Sensoren, die Nervensignale auf der Haut messen können sind schon am Markt. In einer Weinregion in Deutschland kommen vernetzte Sensoren im Weinbau zum Einsatz. Teilweise könnten sich aber auch Sicherheitslücken in derartiger Technologie verbergen, wie Forscher über smarte Verkehrssensoren berichten.

Neue smarte Produkte

Die Medizintechnik ist ein wichtiger Impulsgeber für die Gesundheitswirtschaft und eröffnet dabei ein gewaltiges Entwicklungspotenzial für innovative Unternehmen. Besonders Start-up-Unternehmen widmen sich dieser verlockenden Branche, aufgrund des wachsenden Marktes für neue Entwicklungen in Diagnostik und Therapie.

Laut dem US-amerikanischen Start-up Health Insights Annual Report gaben Investoren 2015 etwa 5 Milliarden Euro mehr für die Medtech-Industrie aus im Vergleich zu 2010. Auch in Österreich sind Investoren vor allem auf der Suche nach Start-ups aus der Medizintechnik, wie beim Business Angel Summit in Kitzbühel 2016 berichtet wurde.

Jose Ignacio Berdus "thermibody" konnte beispielsweise mit einem Investment von 10 Tausend Euro realisiert werden. Sein smarter Body für Säuglinge misst ebenfalls die Körpertemperatur und sendet die Daten an eine App.

Thermibody misst die Körpertemperatur eines Säuglings. © Bild: thermibody

Auch Eduardo Jorgensen bringt demnächst seine App "MedicSen" für Diabetiker heraus, die in Kombination mit einem Klebepflaster, personalisierte Informationen an die App schickt. Dabei werden Daten der eigenen Bauchspeicheldrüse gesammelt und Empfehlungen an den Diabetiker geschickt, um seinen Blutzuckerspiegel zu stimulieren. Die App sowie das Klebepflaster befinden sich noch in einer Testphase, sollen aber Oktober 2016 auf den Markt kommen.

MedicSen-App versickt personalisierte Nachrichten an Diabetiker. © Bild: MedicSen

Unternehmen die bereits Sparten für die Medizintechnik realisiert haben, sind derzeit heiß begehrt, wie auch Toshibas Medizintechnik-Sparte, die für 5,3 Milliarden Euro an Canon verkauft wurde.