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19.03.2015

Tag Heuer will Apple mit getarnter Smartwatch angreifen

Uhrenhersteller Tag Heuer entwickelt mit Intel und Google eine Smartwatch in klassischem Design, die der Apple Watch Konkurrenz machen und noch 2015 erscheinen soll.

Von Außen soll man bei der Smartwatch, die Tag Heuer im Rahmen der Uhrenmesse Baselworld ankündigt, nicht erkennen, ob es sich um eine klassische Armbanduhr oder ein moderneres Gerät handelt. Produziert wird die Uhr in Zusammenarbeit mit Intel und Google, berichtet die BBC. Als Betriebssystem für die Uhr wird Android Wear verwendet.

In seinem Design soll sich das Tag-Heuer-Gerät klar von anderen Smartwatches unterscheiden. "Sie wird ein traditionelles Aussehen erhalten", sagt Tag-Heuer-CEO Jean-Claude Biver. "Sie wird nicht wie eine Apple Watch aussehen. Eine Apple Watch sieht wie eine Mini-Kopie des iPhone aus. Unsere Uhr wird nie wie ein Smartphone aussehen." Vorgestellt werden soll das endgültige Produkt noch im Jahr 2015.

Apple Watch als Einstiegsdroge

Tag Heuer, das zur französischen Luxusmarkengruppe LVMH gehört, ist nur einer von vielen Schweizer Uhrenherstellern, die den Markteintritt der Apple Watch genau beobachten und auf den sprichwörtlichen Zug aufspringen wollen, berichtet Reuters. Mit der neuen Smartwatch sollen Menschen den Eindruck erhalten, "dass sie eine normale Uhr tragen", meint Biver.

Zur Partnerschaft mit Google und der Wahl von Android Wear als Betriebssystem meint Biver: "Es wäre absurd und arrogant zu glauben, dass wir unser eigenes Betriebssystem entwickeln könnten. Zweifelsohne hätten wir zu Apple gehen können, aber warum hätten wir das tun sollen. Google produziert keine Uhren, also ist diese Beziehung perfekt."

Neue Technologien

Apple will man den Smartphonemarkt nicht kampflos überlassen. Stattdessen verfolgt man eigene Ideen. Biver: "Apple wird junge Leute daran gewöhnen, eine Uhr zu tragen und später wollen sie sich dann vielleicht eine richtige Uhr kaufen." Laut Analysten sind die traditionellen Uhrenhersteller durch Apples Einstieg in den Smartwatch-Markt gefährdet. Ihnen zufolge könnte Swatch bis zu einem Drittel seines Umsatzes einbüßen.

Swatch hat bereits mit der Ankündigung darauf reagiert, künftig NFC-Technologie in den Uhren seiner Marken Swatch, Tissot und Omega unterbringen zu wollen. Tissot bietet bereits seit Langem Uhren mit Touchscreens an. Erst am Mittwoch wurde ein neues Modell seiner T-Touch-Reihe vorgestellt, das mit Solarenergie arbeitet.

Alte Werte

Andere Schweizer Uhrenhersteller setzen vollständig auf das Image und die Langlebigkeit ihrer Produkte. "Wenn man eine Patek Philippe kauft, kauft man ein zeitloses Stück Kunst", meint etwa Thierry Stern, der Vorsitzende von Patek Philippe. Der Umstieg auf eine Smartwatch wäre für ihn undenkbar. "Das wäre, wie wenn man Leuten erzählt, sie sollten keine Malereien mehr kaufen, sondern TV-Bildschirme, die dasselbe Bild zeigen."