Wowwee MiP

© David Kotrba

Spielzeugroboter MiP im Test: Witzig, aber orientierungslos
01/18/2015

Spielzeugroboter MiP im Test: Witzig, aber orientierungslos

Der zweirädrige Roboter MiP erweist sich im futurezone-Test als netter Transporter für kleine Gegenstände. Ohne App ist damit allerdings wenig anzufangen.

von David Kotrba

MiP ist ein kleiner Spielzeugroboter im Android-Look, der wie ein Segway auf zwei Rädern balanciert. Hergestellt wird er von Wowwee, einem Robotik-Unternehmen aus Hongkong. Vorgestellt wurde MiP Anfang 2014. Die futurezone hat den kleinen Roboter, der durch Gestensteuerung und App in Interaktion mit Kindern und Erwachsenen treten will, getestet.

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Technik

Mit zwei leuchtenden LED-Augen, einem Torso, Armen und einem motorisierten, zweiträdrigen Fahrgestell hat MiP eine androide Form, ähnelt also halbwegs einem Menschen. Mit rund 18 mal 13 mal sieben Zentimetern ist der Roboter sehr handlich. Angetrieben wird er durch vier AAA-Batterien, die im Rücken des Roboters ihren Platz finden.

Im Kopf des Roboters ist ein Entfernungssensor integriert, dazu gibt es Bewegungssensoren, um den Roboter auf seinen zwei Rädern zu balancieren. Mit der Außenwelt kommuniziert MiP durch einen Lautsprecher und bunt leuchtende LEDs in den Augen und auf der Brust. Die Arme des Roboters können an den Schultergelenken bewegt werden, sind aber nicht motorisiert.

Praxiserfahrungen

Eingeschaltet wird MiP mit einem Schalter an seinem Rücken. Wird er aktiviert, leuchten die LEDs auf und der kleine Roboter krächzt "MiP". Stellt man ihn auf den Boden, erkennt er dies und der Antriebsmotor wird aktiviert. Man kann MiP nun loslassen und er steht von alleine. Den festen Boden bevorzugt er dabei. Wird er etwa nahe einer Schreibtischkante aktiviert, stürzt er sich sofort in den Abgrund.

Kurze Aufmerksamkeitsspanne

MiP will spielen. Dazu stehen ein paar Funktionen zur Auswahl, die auf einer Kurzanleitungskarte beschrieben werden. MiPs Antriebsräder dienen dabei als Auswahlwerkzeug, wenn der Roboter ohne App betrieben wird. Zur Auswahl steht etwa ein "Verfolgen"-Modus, bei dem der Roboter einer Hand folgen soll, die vor seinem Kopf geschwenkt wird. Außerdem soll man MiP "Tricks" beibringen können, also eine Folge von Vorwärts-, Links-, Rechts-Bewegungen, die man mittels Handgesten vormacht. Klatscht man einmal, soll MiP die vorgezeigte Bewegungsfolge ausführen.

Insgesamt stehen sechs Modi zur Auswahl. Jeder hat seine eigene LED-Farbe. MiP bestätigt die Auswahl auch verbal, ist dabei allerdings kaum verständlich. Verständnis fehlt dem Roboter auch beim Ausführen der meisten Übungen. Die "Tricks" enden meist in ein paar unkoordiniert wirkenden Bewegungen und dann Stillstand. Beim "Verfolgen" zeigt MiP nur eine kurze Aufmerksamkeitsspanne. Sobald der Roboter einem Möbelstück oder der Wand zu nahe kommt, stellt er die Verfolgung ein und widmet sich lieber dem neuen Objekt vor seinem Sensor.

Hohe Reichweite

Mit der App wird die Sache schon spannender. Vorausgesetzt ist ein Android- oder iOS-Gerät neuerer Generation. Die MiP-App auf einem iPhone 4 oder einem Nexus 7 der ersten Generation installieren? - Fehlanzeige. Eine Liste auf der Wowwee-Homepage gibt Auskunft darüber, ob das eigene Gerät fit für die MiP-App ist.

Ist die MiP-App einmal installiert, findet man gleich einmal eine Fernbedienungs-Option für den Roboter vor. Wie ein ferngesteuertes Auto kann man MiP damit durch die Gegend lenken und etwa Kollegen an ihrem Schreibtisch im Büro überraschen. Mobilgerät und Roboter kommunizieren per Bluetooth miteinander. Die Reichweite ist beachtlich. Bei Sichtverbindung kann der Roboter auch einen 30 Meter langen Gang bis zum Ende entlangfahren, ohne den Kontakt zu verlieren.

Träge Tricks

Neben dem "Drive"-Modus bietet die App weitere Spiel-Optionen an. Unter anderem kann man MiP dabei einen Pfad vorzeichnen, der dann vom Roboter ausgeführt werden soll. Die Präzision lässt dabei allerdings einiges zu wünschen übrig. Gezeichnete Pfade kann MiP nicht einmal annähernd rekonstruieren. Die Reise endet meist unbeholfen gegen die Wand oder ein Möbelstück gelehnt.

Im "Cans"-Modus kann MiP auf dem Display mit verschiedenfarbigen Flüssigkeiten gefüttert werden, durch die er fröhlich, traurig oder wütend wird, was sich in unterschiedlichen Choreografien auswirken soll. Für Erwachsene ist das mäßig unterhaltsam. Sehr heftig fallen die Bewegungen selbst dann nicht aus, wenn MiP mit der Maximalanzahl an "wütend"-Dosen gefüttert wird. Der Roboter verfiel beim Test in Starre und zeigte sich der unwürdigen Behandlung überdrüssig.

Transport in Balance

Einige andere Spielmodi, wie etwa "Battle" oder "Boxing", können nur mit weiteren MiPs gespielt werden. Eine witzige Funktion ist das Stapeln. An seiner Vorderseite kann MiP eine Art Plastikteller angesteckt werden, der mitgeliefert wird. Alternativ kann man MiP auch Dinge in die Hand drücken. Der Roboter erkennt die Gewichtsverlagerung sofort und gleicht aus. Der kleine Roboter zeigt dabei erstaunliche Tragfähigkeit. Beim Herumfahren verliert er aber oftmals Fracht, vor allem bei schnellen Schwenks um 180 Grad.

Eine sehr sinnvolle Option der MiP-App ist das Abschalten der Geräusche, die der Roboter so von sich gibt. Die sind nämlich relativ laut. Ähnlich einem Furby zieht der MiP deshalb im Büro schnell einigen Ärger auf sich. Einziges Manko: Ohne die App kann der Ton nicht wieder reaktiviert werden. Wenn man die App nicht bei Hand hat, bleibt der Roboter stumm.

Fazit und Preis

Ohne die App ist MiP ein relativ unbrauchbares Spielzeug. Der Abstandssensor reagiert träge bis überhaupt nicht, die Spielmodi-Auswahl ist ohne Ansicht der Kurzanleitung unverständlich. Der Roboter macht, was er will, und das ist normalerweise nicht viel. Mit der App wird MiP schon wesentlich verständlicher und ansprechbarer. So richtig geschickt wird der Kleine zwar auch dann nicht, aber zumindest lässt er sich fernsteuern.

Wer einem Mitmenschen, der im Umkreis von ca. 20 Metern sitzt, einen kleinen Gegenstand durch einen süßen, kleinen Roboter überliefern will, hat dann eine ausgezeichnete Gelegenheit dazu. Wie der Roboter mit seinesgleichen interagiert, konnte im Rahmen unseres Tests nicht ermittelt werden. In Gesellschaft werden eine ganze Reihe weiterer Spiele möglich.

Verbesserungsbedarf besteht bei MiP allerdings einiger. Vor allem bei der Präzision der Sensoren, der Verständlichkeit der Audio-Ausgabe und dem Nachvollziehen von Bewegungsvorgaben wären stärkere Leistungen wünschenswert.

Verkauft wird MiP um 129,99 Euro. Ein ferngesteuertes Auto bekommt man wesentlich billiger. Denkt man aber an den selbstbalancierenden Antrieb und die begleitende App, wird der Preis verständlicher.

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