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15.02.2015

Vorwerk Kobold VR200 im Test: Saugen ohne Eile

Der Staubsaugerroboter Vorwerk VR200 zeigt sich im Test als gemächlicher aber gründlicher Staubsaugerroboter zu einem merkwürdig hohen Preis.

Nach dem Miele Scout RX1, dem LG HomBot Square und dem Neato Botvac 85 hat die futurezone einen weiteren Staubsaugerroboter der neuesten Generation getestet: Den Kobold VR200 des deutschen Haushaltsgeräte-Herstellers Vorwerk. Das Gerät wurde für den German Design Award 2015 nominiert und erhielt bei Tests deutscher Medien bereits sehr gute Noten. Dieser Umstand plus der relativ hohe Preis sorgten für hohe Erwartungen.

Vorwerk Kobold VR200

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Aussehen

Vom Äußeren her könnte der Vorwerk Kobold VR200 fast ein Klon des Neato Botvac 85 sein - bzw. umgekehrt. Der Roboter hat, von oben betrachtet, ein halbrundes, halbeckiges Profil. Die eckige Front mit einer breiten Bürste soll für besonders gute Ecken-Abdeckung sorgen. Ein runder Aufsatz auf dem Roboter-Heck enthält einen Laser-Sensor, der den Roboter sanft um das Mobiliar leiten soll.

Neben dem runden Aufsatz befindet sich ein kleines Farbdisplay mit drei ins umgebende Plastik eingebetteten Knöpfen. Zur Steuerung des Roboters gibt es auch eine kleine Fernbedienung. Die Oberfläche des Roboters ist in Grau, Weiß und den Vorwerk-typischen Grün-Elementen gehalten. Das rätselhafteste Design-Element ist ein grauer Bügel, der das Staubbehälter-Fach umgibt, nur sehr wenig angehoben werden kann und keinen klaren Nutzen hat.

Technik

Der Vorwerk Kobold VR200 ist 34 Zentimeter lang, 34 Zentimeter breit, 9 Zentimeter hoch und fünf Kilogramm schwer. Unter der rechteckigen Front befindet sich eine Bürstenwalze, die nicht die gesamte Breite des Geräts ausnützt, über dem Saugeinlass. Daneben sitzt eine rotierende Bürste mit relativ kurzen Borsten.

Mit Sensoren ist der Roboter ausreichend ausgestattet: Neben dem Lasersensor am Dach, der die Umgebung 1.800 Mal pro Sekunde abtastet, gibt es Ultraschallsensoren an der Front und auf den Seiten, optische Bodensensoren zur Erkennung von Abgründen (Treppen) und einen Kontaktsensor hinter der Frontabdeckung. Der integrierte Akku hält bis zu 90 Minuten (im ECO-Modus).

Die Basisstation ist relativ flach ausgeführt und ragt nicht weit von der Wand weg, an der entlang sie aufgestellt werden sollte. Der Roboter dockt an der Station mittels zweier Metallkontaktschienen am Heck an.

Praxiserfahrungen

Ein Druck auf den grünen Knopf der Fernbedienung erweckt den Kobold VR200 aus dem Standby-Schlaf, ein weiterer und der Roboter setzt sich in Bewegung. Beim Durchstreifen des Zimmers kann man keine deutliche Systematik erkennen. Die Fahrgeschwindigkeit ist gemächlich, Möbel wurden beim Test bis auf eine Ausnahme nicht verrückt.

Die Ausnahme betraft einen metallenen Blumenständer, mit dem der Kobold ein wenig durch den Raum fuhr ehe er piepsend aufgab. Offenbar hatte der Roboter die Gestellhöhe unterschätzt, sich daruntergezwängt, war steckengeblieben, hatte aber noch genügend Kraft um den gesamten Ständer samt darauf thronender Aloe Vera ein paar Meter durch das Zimmer zu tragen.

Kabelfalle vermieden

Einen Raum mit 26 Quadratmeter reinigt der Kobold VR200 nicht in einem Durchgang. Zwischendurch quält ihn der Stromdurst und er kehrt zu seiner Basisstation zurück. Ist er wieder vollgetankt, geht die Reinigung weiter. Schwellen sind dem Roboter ein Graus. Eine zwei Zentimeter hohe Rampe ins nächste Zimmer ignorierte der Test-Roboter konsequent.

Die mangelnde Kletterfreude resultierte aber auch in einer angenehmen Auffälligkeit: Der Kobold VR200 blieb niemals an einem Kabel hängen. Dennoch wurde rund um Kabelstränge gut gesaugt. Insgesamt ließ sich der Zimmerboden nach der Behandlung absolut sehen. Der Kobold VR200 reinigte gemächlich, aber sorgfältig.

Ungewöhnliche Entleerung

Um einen vollen Staubbehälter zu entleeren, öffnet man eine Klappe an der Oberfläche des Roboters per Knopfdruck. Hier zeigt sich ein zunächst rätselhaftes Bild. Wer die Bedienungsanleitung nicht zuvor durchgelesen hat, sieht einen Staubbehälter mit schlauchgroßem Loch und einen grünen Plastikstreifen, keine Schnalle, Klammer oder sonst übliche Befestigungsmechanismen.

Das Loch ist zum Aussaugen des Staubbehälters mit Hilfe eines Handstaubsaugers da, sagt der Hersteller. Will man den Staubbehälter direkt in den Müll entleeren, zieht man am grünen Plastikstreifen an. Nichts bewegt sich. Ein weiterer ziehender Finger im Staubsaugerloch des Staubbehälters hilft. Einmal ausgebaut, entfernt man den rechteckigen Filter vom Staubbehälter und kann diesen so entleeren.

Fest verbaute Walze

Das Einbauen des entleerten Behälters ist unproblematisch. Beim Schließen des Deckels fragt man sich vielleicht noch einmal, wozu dieser nicht vollständig ausklappbare Bügel rund um die Klappe an der Roboter-Oberseite gut sein soll. Egal. Will man weitere Komponenten außer dem Staubbehälter, dem Filter und der rotierenden Seitenbürste reinigen, muss man zum Schraubenzieher greifen. Die Bürstenwalze über dem Saugeinlass ist fest verbaut.

Neben dem normalen Reinigungsmodus beherrscht der Roboter auch Spotreinigung. Die Zeit-Programmierung am Display funktioniert einwandfrei.

Fazit und Preis

Der Vorwerk Kobold VR200 ist eine zuverlässige Reinigungskraft, die auf Qualität statt Eile setzt. Die Reinigungsleistung ist sehr gut, im Betrieb benötigt der Roboter zudem wenig Aufmerksamkeit. Kabel und die meisten anderen Hindernisse (außer vielleicht Blumenständer) werden dank Lasernavigation und einer Reihe weiterer Sensoren vermieden.

Sehr entdeckungsfreudig ist der Roboter allerdings nicht. Ist eine Schwelle auch nur zwei Zentimeter hoch, wird sie nicht überwunden. Bei der Wartung zeigt der Kobold VR200 ein paar Schwächen, etwa den kaum einhändig entfernbaren Staubbehälter oder die zugeschraubte Halterung der Bürstenwalze. Dazu kommt ein rätselhafter grauer Bügel an der Oberseite des Geräts.

Mit einem Preis von 749 Euro zählt der Kobold VR200 zu den teuren Geräten seiner Klasse. An der Reinigungsleistung gemessen mag dies noch okay erscheinen, es gibt aber günstigere Geräte, die ebenfalls kaum ein Staubkorn hinterlassen. Kleine Verarbeitungsdetails wie eine grüne Plastiklasche am Staubbehälter sehen provisorisch aus, keinesfalls edel. Das lässt den Preis etwas überhöht erscheinen.