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11.01.2014

Videospielen mit Helm und ohne Konsole

Auf der CES in Las Vegas zeigen Hersteller, wie Games zukünftig aussehen werden. Vor allem Virtual Reality-Lösungen wie die Oculus Rift spielen eine große Rolle.

Auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas waren Videospiele üblicherweise nur ein Randthema. Auch deshalb, weil ihnen im Juni mit der E3 in Los Angeles ohnehin eine eigene Fachmesse gewidmet wird. Dieses Jahr ist die CES überraschend verspielt.

Spielen ohne Konsole

Um

„Cloud Gaming
ist es relativ ruhig geworden, nachdem der Vorreiter „OnLive“ 2012 pleite gegangen ist, geschlossen, neu eröffnet und verkauft wurde. Sony hat sich
deren Konkurrenten „Gaikai“
einverleibt und jetzt daraus „ Playstation Now“ gemacht. Dabei wird das Spiel über das Internet gestreamt – das heißt die Rechenlast liegt großteils auf einem Server. Der Nutzer benötigt lediglich ein Gerät, das Bild und Ton wiedergibt, sowie die Controller-Eingaben an den Server übermittelt.

Der Vorteil ist, dass Spiele nicht für ein bestimmtes Gerät programmiert oder optimiert werden müssen. Bei Playstation Now heißt das, dass ab Sommer vollwertige PS3-Spiele auf 2014er Sony Bravia TVs gespielt werden können – ganz ohne Konsole. Lediglich ein PS3-Controller ist nötig und eine möglichst schnelle Internet-Verbindung.

Playstation Now wird auch für die PS3, PS4 und zukünftig auch für Tablets und Smartphones verfügbar sein, aber vorerst nur in den USA. Europa könnte 2015 folgen. Die Spiele können gekauft oder für eine bestimmte Zeit ausgeborgt werden. Beim futurezone-Test auf der CES funktionierte das Spielen von „The Last of Us“ verzögerungsfrei über einen Sony Flat-TV. Allerdings war dies nur ein Test-Server und trotzdem war die Grafik-Qualität durch die Komprimierung, um die Internet-Verbindung nicht zu überlasten, deutlich schlechter als beim Original-PS3-Spiel.

PC im Wohnzimmer

Nicht nur für Sony, auch für die anderen Konsolen-Hersteller wird Valve zu einer ernsten Konkurrenz. Deren Spieleplattform „Steam“ zählt derzeit 65 Millionen Nutzer und ist bisher nur für PCs, Macs und Linux-Computer verfügbar. Auf der CES hat Valve Prototypen der „Steam Machines“ von 13 Herstellern gezeigt. Dabei handelt es sich im Grunde um PCs in kompakten Designer-Gehäusen, die zwischen 500 und 5000 Euro kosten sollen.

Die Steam Machines auf der CES

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Steam Machine

Steam Machine

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Steam Machine

Steam Machine

Steam Machine

Zusammen mit einem einheitlichen Controller und dem eigenem Betriebssystem SteamOS, das rein für Games optimiert ist, ist die Steam Machine eine echte Alternative zu PS4, Xbox One und Wii U. Für Steam stehen derzeit über 3000 Spiele und Indie-Games zur Verfügung, die online gekauft und heruntergeladen werden können und meist deutlich günstiger als Konsolen-Spiele sind. Die ersten Steam Machines werden vermutlich 2014 in den Handel kommen.

Der Controller der Steam Machine

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Steam Machine

Steam Machine

Steam Machine

Steam Machine

Eintauchen

Die Virtual-Reality-Brille Oculus Rift des Start-Ups Oculus VR, wird auf der CES in einer neuen Version demonstriert. Durch die OLED-Bildschirme in der Videobrille taucht man regelrecht in das Spiel ein. Oculus Rift erkennt die Kopfbewegungen – so kann man sich etwa in der 3-D-Spielewelt umschauen. Der neue Prototyp erkennt mittels einer auf den Spieler gerichteten Kamera, in welche Richtung man sich lehnt. So kann man sich im virtuellen Cockpit eines Flugzeuges nach vor beugen, um die Instrumente abzulesen.

Oculus Rift könnte laut Analysten eine der größten Revolutionen bei Computerspielen seit Jahren werden. Viele erfolgreiche Spieleentwickler arbeiten bereits an Games und Ende 2013 ist ein Kapitalgeber mit 75 Millionen US-Dollar ins Unternehmen eingestiegen. Ein finales Produkt, das mit Windows, Linux und Mac kompatibel ist, wird für Ende des Jahres erwartet.

Headtracker

Auch andere Hersteller wollen am Hype rund um Oculus Rift teilhaben. So hat Sony für seinen Heimkinohelm HMZ-T3 den Prototypen eines Headtrackers vorgestellt. Der Sensor wird an die 3D-Videobrille angesteckt und erkennt, wenn der Nutzer den Kopf bewegt. Insider gehen davon aus, dass dies eine Studie ist, um ein Oculus Rift ähnelndes Gerät für die Spielkonsole Playstation 4 zu entwickeln.

Epsons neue Variante der semi-transparenten Videobrille Moverio hat ebenfalls Bewegungssensoren eingebaut. Diese sollen bei der BT-200 (700 Euro, ab März erhältlich) aber eher für eigens programmierte Apps und Spiele genutzt werden, da sie primär als Akku-betriebenes Multimediagerät mit Android-Betriebssystem gedacht ist.