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06/21/2013

Windows-Android-Hybrid Ativ Q ausprobiert

Das Ativ Q will Windows-8-Ultrabook und Android-Tablet in einem Gerät sein und mit Touchpoint, Tasten, Fingern und Stylus bedient werden. Mit einem 13,3 Zoll Display soll es kompakt sein, das aber gleichzeitig mit 3200 x 1800 Pixel hochauflösender als einige, professionelle Desktop-Bildschirme ist. Die futurezone hat das Ativ Q angetestet.

Mit dem Ativ Q hat Samsung ein Convertible vorgestellt, das alles zugleich sein will. Auf den ersten Blick mutet es wie eine größere Version von Sonys Vaio Duo 11 an. Schiebt man das Display nach oben, kommt darunter eine Tastatur zum Vorschein. Aufgrund des Formfaktors des Ativ Q ist die Tastatur kleiner als bei einem echten Ultrabook, obwohl das Display dennoch 13,3 Zoll groß ist.

Durch den Platzmangel entfällt das Touchpad, stattdessen gibt es einen Touchpoint in der Mitte der Tastatur und drei längliche Maustasten unter der Leertaste. Das Bewegen des Cursors mit dem Touchpoint ist mühsam – aber da das Display ein Touchscreen ist und auch Samsungs S Pen Stylus unterstützt wird, ist dies nicht allzu tragisch. Der Druckpunkt der Tasten ist in Ordnung.

Im Gegensatz zu Sonys Duo 11 ist mit dem nach oben Schieben des Displays noch nicht Schluss. Das Display kann auch nach hinten gekippt werden, falls man einer gegenüber sitzenden Person etwas zeigen will, oder zusätzliche Standfuß-Winkel braucht. In letzterem Fall dreht man das Ativ Q um, die Tastatur ist dann vom User abgewandt. In beengten Situationen hat man so mehr Spielraum beim Festlegen des Display-Winkels.

Der Mechanismus wirkt bei dem gezeigten Vorseriengerät überraschend solide. Eigenwillig ist, dass der USB 3.0 und MicroHDMI-Anschluss im Mechanismus sind. Nutzt man das Ativ Q im geschlossenem Zustand, also dem Tablet-Modus, sind diese Anschlüsse nicht zugänglich. Als Lösung empfiehlt Samsung die „Hovering"-Stellung (siehe Bilderstrecke), die aber kein echter Ersatz für den klassischen Tablet-Betrieb ist.

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Android
Neben der Flexibilität beim Formfaktor will das Ativ Q auch bei den Betriebssystemen mehrere Möglichkeiten bieten. Neben Windows 8 ist auch Android installiert. Ein Klick auf das Kachel-Icon Dual OS reicht und schon läuft Android auf dem Windows-Tablet. Der Wechsel erfolgt ohne Verzögerung. Mit der Windows-Taste am Tablet wechselt man wieder zur Kachel-Ansicht. Der fliegende Wechsel dürfte möglich sein, in dem Android als Windows-Programm emuliert wird – so wie es etwa Entwickler machen, um ihre Android-Apps zu testen.

Im Android-Betrieb stehen die üblichen Apps zur Verfügung – nur Google Maps ist nicht dabei. Ob dies nur in der Vorversion so ist oder absichtlich fehlt, um keinen Ärger mit Microsoft wegen Bing Maps zu bekommen, konnte von Samsung-Mitarbeitern noch nicht beantwortet werden. Da man aber ohnehin vollen Zugriff auf den Play Store hat, sollte es kein Problem sein, Googles Kartendienst nachträglich zu installieren.

Wie bei Android-Tablets werden im Android-Modus unten Navigationselemente eingeblendet. Neu ist das Symbol mit den zwei Pfeilen. Tippt man dieses an, wird zur Desktop-Ansicht von Windows 8 gewechselt. Die Tastatur, der Touchpoint und der S Stylus funktionieren auch im Android-Modus problemlos.

Display
Ein Highlight des Ativ Q ist nicht nur die Gelenkigkeit des Displays, sondern auch dessen Auflösung. Mit 3200 x 1800 Pixel sticht es sogar Apples MacBook Pro 15 Zoll (2880 x 1800 Pixel) aus. Skalierbare Schriften und Icons sehen hervorragend aus. Bei manchen Websites, die nicht für so hohe Auflösung ausgelegt sind, sehen die Bilder weniger hübsch aus – was aber nicht die Schuld des Ativ Q ist.

Leider hat Samsung keine Inhalte auf dem Vorseriengerät installiert, mit denen man die Schärfe des Displays eindrucksvoll hätte erleben können. Positiv fiel dafür aber der hohe Betrachtungswinkel des Displays und die sehr gute, maximale Helligkeit auf.

Erster Eindruck
Das Vorseriengerät hat bereits flott auf die verschiedenen Eingabe-Methoden reagiert und der Wechsel zwischen Windows 8 und Android funktionierte problemlos. Wie sooft bei Convertibles, ist der Formfaktor der größte Kritikpunkt: Ein vollwertiges Ultrabook kann das Ativ Q wegen der kleineren Tastatur nicht ganz ersetzen und für ein reines Tablet ist es zu schwer und zu groß.

Es wirkt ein wenig so, als hätte Samsung erst das Gerät entworfen und sich dann gefragt, wie sie es Kunden schmackhaft machen können – mit einem sehr hochauflösendem Display und Android. Damit diese auch wirklich anbeißen, sollte das Ativ Q nicht über 1000 Euro kosten. Das Gerät wird Ende August um 1399 Euro (128 GB) bzw. 1599 Euro (256 GB) erscheinen.

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