Windows XP: Totgesagte leben länger

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04/08/2012

Windows XP ist nicht totzukriegen

Genau in zwei Jahren, am 8. April 2014 stellt Microsoft den Support für sein altgedientes Betriebssystem Windows XP endgültig ein. Dass dieses Datum einige Unternehmen und Privatpersonen auf dem falschen Fuß erwischen wird, zeigen aktuelle Statistiken. Zahlen von Net Applications zufolge läuft auf fast jedem zweiten PC weiterhin XP.

Wie aus den Microsoft-Support-Seiten zu entnehmen ist, endet jegliches Support für Windows XP genau in zwei Jahren, am 08.04.2014. Vor mehr als zehn Jahren im Jahr 2001 eingeführt, ist das Betriebssystem mit 46,8 Prozent Marktanteil weltweit immer noch die Nummer eins unter den Betriebssystemen. Ungeachtet des Erfolgs von Windows 7 – in Deutschland etwa soll das neue Betriebssystem bereits Anfang des Jahres seinen Vorgänger an der Spitze

– ist XP weiterhin verblüffend stark vertreten.

Dabei machen hochrangige Microsoft-Vertreter immer öfter auch in der Öffentlichkeit gegen die veralteten Microsoft-Produkte Stimmung. Im Juli vergangenen Jahres etwa meinte Chief Operating Officer Kevin Turner dass Windows XP, Office 2003 und der Internet Explorer 6 Standing Ovations aufgrund ihrer Erfolge verdienen würden. „Aber wissen Sie was? Diese Produkte sind tot“,

in Anspielung auf das Support-Ende. Die immer wieder veröffentlichten Markt-Zahlen sprechen allerdings eine andere Sprache.

Fast 80 Prozent der Business-PCs mit Windows XP
Neben Microsoft, das kräftig die Werbetrommel für Windows 7 und den Nachfolger Windows 8

, machen aber auch Business-Berater wie die Marktforscher von Gartner langsam Druck. Denn ein Ende des Supports geht mit Sicherheitsgefahren und fehlender Kompatibilität zu moderner Software einher. Den Handlungsbedarf untermauerte Gartner kürzlich mit einer eigenen Umfrage unter knapp 150 US-Unternehmen und Konzernen.
 
Wie im März veröffentlichten Report„Client OS and Office Survey“herauszulesen ist, läuft XP auf unglaublichen 79 Prozent aller Desktops und 45 Prozent aller Laptops der befragten Unternehmen. Laut Gartner handle es sich von der Anzahl der partizipierenden Unternehmen zwar nur um ein kleines Sample. Die Anzahl der Computer dieser Firmen zusammengerechnet würden aber allein mehr als drei Millionen Geräte ausmachen. Als Grund für die ausgebliebene Migration auf ein neueres Betriebssystem geben einige Unternehmen spezielle Business-Softwarelösungen an, die unter Windows 7 ohne Emulation nicht laufen.

Trendwende beim Internet Explorer geglückt
Zumindest beim eigenen Browser ist aufgrund der Upgrade-Politik Microsofts eine Trendwende zu bemerken. So landet der auch von Microsoft als überholt bezeichnete Internet Explorer 6 laut Net Applications mittlerweile mit 6,9 Prozent Gesamt-Marktanteil weit hinter den aktuelleren IE8 und IE9.

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