Film & Fernsehen
05/29/2011

"3-D-Technik wird sich durchsetzen"

Ein deutscher Kunstprofessor glaubt, dass in drei Jahren in einem Viertel aller Haushalte 3-D-TV-Geräte zu finden sein werden.

Die 3D-Technik wird nach Einschätzung des Karlsruher Kunstprofessors Ludger Pfanz spätestens in zehn Jahren die Filmbranche dominieren. „Mit der Digitalisierung können 3-D-Filme jetzt endlich ohne Augenbluten angeschaut werden“, sagte Pfanz am Sonntag der Nachrichtenagentur dpa zum Abschluss des 3-D-Festivals „Beyond“, das er erstmals in Karlsruhe organisiert hat. „Außerdem erwarte ich einen weiteren Aufbruch durch die Olympischen Spiele im kommenden Jahr in London, die wohl auch in 3-D gefilmt werden.“

3-D-Inhalte werden zunehmen
Pfanz, der an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe lehrt, geht davon aus, dass die technische Entwicklung schnell voranschreiten wird. „In drei Jahren wird in einem Viertel der Haushalte ein 3-D-tauglicher Fernseher stehen; in zehn Jahren ist wahrscheinlich auch keine Brille mehr nötig.“ Die Technik werde sich auf ähnliche Weise durchsetzen wie das Farbfernsehen gegenüber seinem Schwarz-Weiß-Vorgänger. „Am Anfang wird nur ein Teil des Programms in 3-D sein, später wird dann selbstverständlich auch die Tagesschau in dieser Technik übertragen.“

Neben den Technikern sieht Pfanz auch die Künstler gefordert, denen ein ähnlicher Umbruch bevorstehe wie bei der Umstellung von Stumm- auf Tonfilm. „Im Moment sind Autoren, Regisseure, Schauspieler und Kameraleute noch zu sehr in ihrer zweidimensionalen Routine gefangen. 3-D fordert aber zu Teilen eine ganz andere Erzählstruktur und Leinwandpräsenz.“

Nachfrage nach Fachleuten "enorm"
Die Möglichkeiten, den Raum zu bespielen und ihm eine eigene Bedeutung zu geben, würden kaum genutzt. „Auch schnelle Schnitte sind in 3-D furchtbar.“ Die Akteure müssten sich in 3-D-Filmen andere Bewegungen angewöhnen.

Pfanz hat in Karlsruhe eine europäische Filmhochschule gegründet, in der Studenten die 3-D-Technik lernen sollen. „Die Nachfrage nach 3-D-Fachleuten ist enorm. Im Moment gibt es nur eine Handvoll, und die sind auf Jahre ausgebucht.“

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