Das Bild kann auch animiert und so während der Behandlung zur einfacheren Kommunikation verwendet werden.

© Philips

Medizin
12/23/2012

Ambient Experience: Beruhigung mit Licht

Mit Hilfe von dynamischen Beleuchtungssystemen soll den Patienten die Angst vor Untersuchungen genommen werden. Aber auch bei Behandlungen ohne Narkose werden derartige Methoden bereits zur Beruhigung von Patienten eingesetzt werden. Das von Philips entwickelte Ambient Experience-System findet auch in Österreich Verwendung.

Ein Besuch im Krankenhaus ist für viele Menschen immer noch mit unangenehmen Gefühlen verbunden. Vor allem die oft kalt wirkende Beleuchtung hilft nicht unbedingt dabei, die Patienten zu beruhigen. Um das zu ändern, werden mittlerweile in zahlreichen Arzt-Praxen und Krankenhäusern spezielle Lichtlösungen verbaut, die durch eine sanfte Farbgestaltung ein besseres Umfeld für Patienten und Personal schaffen sollen. Im Juli 2012 wurde in Salzburg am Open MRI Institut eine derartige Lichtlösung installiert. Die futurezone hat mit Dr. Klaus Kubin, dem Geschäftsführer des Instituts, über den Effekt der "Ambient Experience", einer Lichtlösung von Philips, gesprochen.

Ambient Experience

Ambient Experience

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„Besonders für klaustrophobe Menschen ist es eine große Belastung, sich in ein geschlossenes MRI-Gerät zu legen", meint Kubin. Viele Patienten würden bereits beim Betreten der Praxis Kopfschmerzen und Übelkeit beklagen. Diese Angst gelte es mit Lösungen wie der Ambient Experience zu nehmen. Dazu werden neben dynamischer Beleuchtung, deren Farbgebung die Patienten selbst bestimmen können, auch beruhigende Audioeinspielungen und thematisch passenden Wandprojektionen eingesetzt.

Insbesondere Patienten, die einen direkten Vergleich mit den klassischen Röhrensystemen hatten, würden nun auf den deutlich breiteren Magnetresonanztomographen mit Ambient Experience zurückgreifen. "Knapp 40 Prozent unserer Patienten suchen uns auf, weil sie in Röhrengeräten Platzangst haben. Seit der Installation des Systems hatten wir nur einen Untersuchungsabbruch wegen Platzangst. Alle anderen Platzangstpatienten konnten wir ohne jegliche medikamentöse Unterstützung untersuchen."

Operation ohne Narkose
Am Schwarzacher Herzkatheterlabor in Vorarlberg werden mit Hilfe dieser Technologie Patienten beruhigt, an denen Operationen unter vollem Bewusstsein durchgeführt werden. So wird beispielsweise die Implantierung von sogenannten Stents, Metallgitter, die die Blutgefäße stützen, ohne Narkose durchgeführt. „Neben Aufklärung und beruhigenden Worten ist die angenehme Beleuchtung eine gute Möglichkeit, die Aufregung ein wenig zu lindern und Angstgefühle zu reduzieren", meint Dr. Hubert Wallner, Oberarzt der Internen Abteilung im KH Schwarzach. Die Verbesserung soll sich im deutlich gesenkten Verbrauch von Beruhigungsmitteln widerspiegeln.

Aber auch die Mitarbeiter an den Instituten würden von der Beleuchtung profitieren. "Wir fühlen uns in dieser Umgebung wohler, ich habe einen Motivationsschub bei meinen Mitarbeitern bemerkt, seit wir die Anlage in Betrieb haben.", gibt Wallner zu. Auch Kubin meint einen ähnlichen Effekt bemerkt zu haben. Philips selbst hat eine Untersuchung durchgeführt, laut der 76 Prozent der Betriebe, in denen Ambient Experience eingesetzt wird, eine Verbesserung der Mitarbeiterzufriedenheit verzeichnen.

Die Ambient Experience-Installation soll vor allem beim Umgang mit Kindern, Hörgeschädigten oder geistig behinderten Patienten hilfreich sein. Bei Kindern kann die oft mühsame Untersuchung in ein Spiel verwandelt werden. Dieses Prinzip ist auch als Gamification bekannt und kann mit Hilfe des Projektors besonders einfach umgesetzt werden. So kann mit Hilfe eines bereits voreingestellten Programms ein kleiner Elefant auf die Wand projiziert werden, der dem Kind vorzeigt, was es machen soll - zum Beispiel die Luft anhalten.

Erfolgreich
Durch diese Methoden sei bislang bei Open MRI noch bei keinem Kind eine Sedierung notwendig gewesen. Mit Miniaturmodellen wie dem Kitten Scanner sollen die Kinder außerdem bereits vor der Behandlung über den Ablauf der Prozedur und die Funktionsweise des Magnetresonanz-Tomographen aufgeklärt werden und so angstfrei in die Behandlung gehen. Die Farben der Beleuchtung können außerdem bei der Kommunikation mit Gehörlosen eingesetzt und dem Patienten so angezeigt werden, wann der Patient still liegen bleiben muss.

Bislang wurde das System an mehr als 500 Instituten in 50 verschiedenen Ländern installiert, darunter auch einigen Arzt-Praxen in Österreich. Ursprünglich war Ambient Experience lediglich in den USA verfügbar, mittlerweile ist man nach Europa, China und den Nahen Osten expandiert.

Dieser Artikel enstand in einer Kooperation zwischen futurezone.at und Philips.