Science
05.08.2011

Analyse von Fingerabdrücken wird breiter

Forscher aus Großbritannien haben eine neue Technologie entwicklet, die erlaubt detaillierte chemische Informationen aus Fingerabdrücken zu gewinnen. So lässt sich etwa feststellen, mit welchen Substanzen und Materialien der Finger in Berührung kam

Forscher an der Sheffield Hallam Universität in Großbritannien haben einen Weg gefunden, anhand von Fingerabdrücken bestimmen zu können, mit welchen Substanzen eine verdächtige Person in Kontakt war. So kann zum Beispiel festgestellt werden, ob die Person, von der ein Fingerabdruck genommen wurde, mit Drogen oder Sprengsätzen in Berührung gekommen ist. Die Wissenschaftler hoffen, dass die neue Methode innerhalb von drei Jahren für die Polizei zum Einsatz bereitsteht.

Ein Fingerabdruck besteht nicht nur aus einem spezifischem Muster, sondern auch aus Hautmaterial und Drüsensekreten. Bisher konnte nur das Muster der Erhebung auf der Fingerkuppe mit jeweils anderen Mustern verglichen werden. „Damit haben wir aber nur begrenzte Möglichkeiten. Jemand ohne kriminelle Vorgeschichte ist mit der alten Methode kaum aufzufinden.“, sagt Simona Francese, eine beteiligte Forscherin zur BBC.

Kristalle geben Aufschluss
Im Unterschied zu der geläufigen Variante, werden bei der neuen Methode zahlreiche Bilder des Abdrucks mit Hilfe einer Technologie namens Massenspektronomie (ein Verfahren zum Messen der Masse von Atomen und Molekülen) gemacht. Dabei entsteht eine detailreiche chemische Signatur des Abdrucks. „Wir verwenden ein spezielles Pulver, das Fingerabdrücke von Glas, Holz, Metall und Leder wiederherstellen kann. Wenn wir Lösungsmittel auf das Pulver sprühen, löst es sich in Kristalle auf, welche wiederum die chemischen Substanzen enthalten, die uns zeigen können, ob der Verdächtige in Kontakt mit Drogen, Sprengsätzen, oder anderen Sekreten in Kontakt war.“, sagt Simona Francese.

Auch bei Sexualverbrechen könnte die neue Methode hilfreich sein: Bei einem Versuch fanden die Forscher Spuren eines Kondoms an den Fingerabdrücken. Die forensische Methode der Fingerabdruckentnahme ist in den letzten Jahren von der DNA-Technik überschattet worden, die Forscher hoffen jedoch, dass es durch ihre Weiterentwicklung der veralteten Methode zu einer Neubewertung der Fingerabdrücke als Beweismittel kommt.