© seibersdorf Labor GmbH

Science
05/22/2013

App und UV-Sensor warnen vor Sonnenbrand

Die österreichische Seibersdorf Labor GmbH hat einen einfachen Sensor entwickelt, der UV-Anteile im Lichtspektrum misst. Die Daten werden per NFC zum Smartphone übertragen, die passende App errechnet die UV-Belastung und soll präzise anzeigen, wenn Sonnenbrand-Gefahr droht.

Am Pfingstwochenende waren schon die ersten leuchtend roten Rücken, Arme und Beine zu sehen - Sonnenanbeter, die es übertrieben hatten und mit einem Sonnenbrand bestraft wurden. Damit es nicht so weit kommt, verfolgen nun Forscher der Seibersdorf Labor GmbH einen neuen Ansatz: Sie haben einen einfachen UV-Sensor und ein Smartphone-App entwickelt, mit deren Hilfe sich abschätzen lässt, wie lange man die Sonne noch schadlos genießen kann. Für eine kommerzielle Umsetzung befindet sich das Unternehmen noch auf Partnersuche, heißt es aus dem Tochterunternehmen des Austrian Institute of Technology (AIT).

Die Forscher machen sich für ihren Ansatz die Tatsache zunutze, dass moderne Smartphones bereits mit sehr vielen technischen Funktionselementen ausgestattet sind. Bis auf einen Sensor zur Analyse der Lichtverhältnisse und einem System, das die Messsignale für die Übertragung an das Mobiltelefon verstärkt, sei alles bereits vorhanden, was für ein Sonnenbrand-Warnsystem benötigt werde.

NFC
Zur Übermittlung der Daten nützen die Wissenschafter den neuen Kurzstrecken-Funkstandard „Nahfeldkommunikation- NFC". Ein NFC-fähiges Telefon kann so drahtlos Informationen mit anderen Geräten austauschen, auch mit einem Messgerät. Der dafür notwendige Transponder bezieht seine Energie aus dem magnetischen Wechselfeld, das vom Smartphone für die Datenkommunikation erzeugt wird. Das Herzstück des zum Patent angemeldeten Sensors besteht aus einer Photodiode, die die UV-Anteile im Lichtspektrum aufzeichnet. Die mit diesem stark vereinfachten Messverfahren ermittelten Werte werden in einen Näherungswert für die aktuelle UV-Belastung umgerechnet.

Dafür vergleicht das System die aktuellen Daten mit einer Vielzahl an Messergebnissen von hochauflösenden Spektrometern, die in diversen Datenbanken zur Verfügung stehen. Um die Einschätzung der hautschädlichen Lichtanteile zusätzlich zu präzisieren, gehen auch Ergebnisse von Computersimulationen, die Lichtzusammensetzungen etwa unter Berücksichtigung des Sonnenstandes oder verschiedener Dichten der Ozonschicht, in die Analyse ein. Die Benutzer können im Smartphone auch ihre individuelle Hautempfindlichkeit - ihren Hauttyp - einstellen. Die App soll dann sehr präzise angeben, wann Sonnenbrandgefahr droht.

Auszeichnung
Die Wissenschafter der Seibersdorf Labor GmbH präsentierten kürzlich beim NFC-Kongress in Monaco, der weltgrößten Fachveranstaltung zum Thema „Nahfeldkommunikation", den Beitrag „NFC-based ultraviolet assessment for sun burn prevention" und erhielten dafür zwei Auszeichnungen.