Science 09.07.2016

Drei Raumfahrer docken an Raumstation ISS an

Insgesamt sechs Wissenschaftler wohnen nun auf der Raumstation ISS © Bild: AP/Bill Ingalls

Die Internationale Raumstation wird nun von sechs Personen bewohnt, nachdem drei Raumfahrer nach einem zweitätigen Flug an der ISS andockten. 250 Aufgaben umfasst die Liste.

Früher als geplant dockte die Kapsel vom Typ Sojus-MS am Samstag mit der US-Astronautin Kathleen Rubins, dem Japaner Takuya Onishi und dem Russen Anatoli Iwanischin am Außenposten 400 Kilometer über der Erde an, wie die Flugleitzentrale bei Moskau mitteilte. Auf Bildern der US-Raumfahrtagentur NASA im Internet war zu sehen, wie die 37-jährige Rubins durch die Luke in die ISS schwebte und ihre neuen Kollegen umarmte. „Nun leben und arbeiten sechs Menschen auf der Raumstation“, twitterte die NASA.

Vier Monate, 250 Aufgaben

Rubins, Onishi und Iwanischin verstärken die bisherige Besatzung, der ein US-Astronaut und zwei russische Kosmonauten angehören. Für die kommenden vier Monate haben die Neuankömmlinge nach NASA-Angaben mehr als 250 Aufgaben auf ihrer Agenda. Die promovierte Molekularbiologion Rubins soll erstmals im All menschliches Erbgut entschlüsseln. Überdies sollen die Raumfahrer einen Adapter für Andockmanöver montieren. Dieser soll neuen Raumschifftypen das Festmachen an der ISS erleichtern. Iwanischin sagte der Agentur Interfax zufolge, einige Experimente sollten helfen, die Arbeit der Raumfahrer sicherer zu machen.

Die Rakete war am Donnerstag vom russischen Kosmodrom Baikonur in der Ex-Sowjetrepublik Kasachstan gestartet. Der Flug zur ISS war diesmal auf zwei Tage statt auf sechs Stunden angesetzt, damit die Raumfahrer bei 34 Erdumrundungen die erneuerte Sojus-MS testen konnten. Auf der Erde sorgte die ungewisse Zukunft des Weltraumbahnhofs in der zentralasiatischen Steppe für Diskussionsstoff zwischen Russland und Kasachstan.

Kasachstan fürchtet um Standort

Die Regierung in Astana stelle sich darauf ein, dass Russland Baikonur ab 2025 nicht mehr benötige, sagte Vizeregierungschef Bakytschan Sagintajew nach einem Treffen mit seinem russischen Kollegen Dmitri Rogosin. Es sei möglich, künftig Teile von Baikonur an andere Staaten zu vermieten, sagte Sagintajew. Russland hatte im April erstmals erfolgreich eine unbemannte Rakete von seinem neuen Weltraumbahnhof Wostotschny im Fernen Osten Sibiriens ins All geschossen. In einigen Jahren will Russland auch Menschen von dort aus starten lassen. Mit Wostotschny macht sich die Raumfahrtnation unabhängiger von Baikonur.

Zugleich bekräftigte Rogosin, künftig an dem Weltraumbahnhof festhalten zu wollen. „Baikonur wird für uns sehr wichtig bleiben“, sagte der für Raumfahrt zuständige Vizeregierungschef. Auf lange Sicht sollen früheren Aussagen zufolge von dort aus weiterhin unbemannte Proton-Raketen starten. Bis Jahresende solle ein Plan für die langfristige Nutzung von Baikonur stehen, kündigt Rogosin an.

( Agenturen ) Erstellt am 09.07.2016